Samstag, 29. Dezember 2012

Best of 2012

Angelehnt an meine letztjährige Vorlage nutze auch die letzten Tage dieses Jahres für einen kulinarischen Jahresrückblick. Auch ein schöner Anlass für mich, nochmals meinen Blog zu durchstöbern und eine Reflexion über meine Küchenerzeugnisse vorzunehmen.

Wenn jemand die Vorlage zum Anlass nehmen will, über seine kulinarischen Highlights 2012 zu berichten, dann kann er das natürlich gerne tun, und ich fände es sehr interessant, dies zu lesen.


Das Geschmackshighlight:
Es bleibt bei meiner Lieblingskombination scharf, süß und salzig vereint - dieses Mango-Chutney erfüllt die Geschmacksrichtungsanforderungen und hat aus diesem Grund bei mir voll ins Schwarze getroffen.

Am meisten wiederholt:
Eine tolle Entdeckung waren die Grünkohl-Chips (oder „Kale Chips“ auf Englisch). Einen Snack, den es in den letzten Wochen oft gab.  So hat auch das Snacken vor dem Fernseher wieder Einzug gehalten ;-). Auch wenn diese Entwicklung nicht unbedingt positiv ist, es könnte noch viel Ungesünderes als Kale Chips geben, also alles halb so wild.

Die grösste Sauerei in der Küche:
Ich erinnere mich sofort an einen langen Arbeits-Samstag, der mit einer Orgie in der Küche einen schönen Ausklang gefunden hat: Gemüse-Enchiladas – selbstverständlich mit selbstgemachten Tortillas und einer eher aufwändigen Sauce.

Die grösste Überraschung:
Nicht nur eine schöne Geburtstagsüberraschung, sondern auch eine sehr positive Überraschung für mich war, dass das Backen der Himbeer-Charlotte so problemlos geklappt hat.

Das schönste Foto:
Die Flusskrebscocktails mit frischem Obst und Gemüse haben es mir nicht nur geschmacklich angetan.

Das schlimmste Foto:
So manches  Bild, dass ich 2011 noch veröffentlicht habe, wäre 2012 gar nicht mehr dort gelandet. Bei ordentlichen Bildern sind meine Ansprüche im Laufe der Zeit gestiegen … schöne Bilder sind eben auch ein essenzieller Teil eines Food-Blogs. Nichtsdestotrotz gab es immer noch die ein oder andere missratene Innenaufnahme wie diese …

Hat die meisten Nerven gekostet:
Bevor ich mich ganz wissenschaftlich an ein passendes Lasagnerezept in Bezug auf die Mengenverhältnisse und das Passen in eine Auflaufform gemacht habe, waren ein paar suboptimale Ergebnisse auf dem Tisch.

Der grösste Lerneffekt:
Hm … mit meinem Vorhaben, mehr über die Zubereitung von Fleisch zu lernen, bin ich nicht so viel weiter gekommen. Dafür habe ich dank dem Input von anderen Bloggern beim Pizzateig Fortschritte gemacht.

Am beliebtesten bei anderen:
In der Kategorie gibt es dieses Jahr einen eindeutigen Gewinner: Die Mini-Quarkgugelhupfe mit weisser Schokolade und Vanille. Sowohl was die Kommentare als auch was die Klicks angeht.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Einblick ins Weihnachtsessen: geschmorte Lammkeule

Bei Überlegungen über das diesjährige Weihnachtsessen sind wir auf das Thema Lamm gekommen und haben uns sehr schnell dafür entschieden. Als das Fleisch beim Bauern bestellt wurde, war noch nicht so ganz klar, welches Stück wir denn bekommen würden. Am 22. Dezember wurde das Geheimnis aber gelüftet: Es gibt Lammkeule (die geschmorten Lammhaxen mit Vanille und Apfel-Pastinaken-Püree von Annett, die mich auf das Thema gebracht haben, sind nur aufgeschoben, nicht aufgehoben). Eine passende (Grund-)Anleitung zur Zubereitung des Stück Fleisches hat uns Donna Hay (Modern Classics) geliefert:


Zunächst werden 12 gewaschene (ungeschälte) Kartoffeln mit Olivenöl bestrichen und gesalzen in ein Backblech gegeben. Darauf kommt dann im Idealfall ein Gitterrost. Auf den werden ein paar Rosmarinzweige gelegt und dann eine parierte Lammkeule von ca. 2,5 Kilo darauf gesetzt. Wir haben die Lammkeule auch im Voraus etwas gesalzen Das wird dann im vorgeheizten Ofen bei 200°C gebacken. Während dessen kann man die Glasur aus je 60 ml Senf und Honig vorbereiten. Nach einer Stunde wird das Fleisch mit der Hälfte der Glasur bestrichen und dann für weitere 30 Minuten gebacken. Anschliessend noch mit dem Rest der Glasur bestreichen. Hier endet das Rezept von Donna Hay, wir haben die Lammkeule aber noch ein Mal gedreht und für ein paar weitere Minuten im Ofen geschmort. 


Das Fleisch war am Ende gut durch und sehr fein. Die Honig-Senf-Kruste hat uns wirklich geschmeckt, und das so gut, dass wir gar keine Bratensauce serviert haben. Der Rosmarin macht sich auch sehr gut und hat schon während der Backzeit schön geduftet. Die Kartoffeln haben uns sowohl farblich durch die goldene Kruste als auch geschmacklich durch die Honig-Senf-Kruste, die auf ihnen gelandet ist, überzeugt:



Als weitere Beilagen gab es dann noch Karotten nach dieser Methode zubereitet und grüne Bohnen.


Ein Weihnachtsessen wäre ja kein richtiges Essen ohne mehrere Gänge: Zur Vorspeise unseres Menüs gab es daher den Feldsalat mit Kirschtomaten, Pinienkernen und Parmesan. Und zum Nachtisch in klassischer Tradition Mousse au Chocolat.

Montag, 24. Dezember 2012

Ein Weihnachtsgruss

Ein kurzer Weihnachtsgruss, da es hier (arbeitsbedingt) doch allzu ruhig war im Dezember. Immerhin hat es für eine ordentliche Plätzchen-Back-Session gereicht . Schon mal besser als im letzten Jahr. Und jetzt wird noch das Weihnachtsmenü geplant, bevor ich mich dann zum Jahresende wieder melde. Je nachdem, ob es was geworden ist, auch mit unserem Weihnachtsmenü, aber definitiv mit einem Lagebericht und meinen Plänen für 2013.

Weihnachtliche Wünsche und Gedichte habe ich in diesem Jahr lieber konsumiert als im großen Stil verfasst (und am meisten gefreut habe ich mich über die drei handgeschriebenen Karten, die in meinem Briefkasten lagen). Hier fasse ich mich nun auch kurz, aber ganz ehrlich gemeint und von Herzen: Ich wünsche allen, die diese Zeilen lesen ein gemütliches Weihnachtsfest und erholsame Feiertage!

Und zur Anhebung unserer Stimmung noch eine Erinnerung aus der winterlichen Vorweihnachtszeit:


Samstag, 15. Dezember 2012

Wiener Vanillebrezeln

Die zweite Plätzchensorte für dieses Jahr stellt im Vergleich zur ersten weniger eine Aufforderung zur Kreativität dar, dafür aber viel mehr eine Herausforderung an die Feinmotorik und Geduld des Bäckers. Mit etwas Muße kann die Herstellung aber sehr entspannend sein.

Geschmacklich mag ich die intensiv nach Vanille duftenden und schmeckenden Plätzchen bzw. Brezeln ja sehr, ein weiterer Grund, weshalb ich mich dieses Jahr mal wieder an die Herstellung gewagt habe (auch ein Rezept aus meiner ersten Wohngemeinschaft).

Das Formen der Brezeln ist auf jeden Fall kein Ding der Unmöglichkeit. Am besten einfach mal ausprobieren nach dem Motto "Trial and Error". Ich habe bei meinen Brezeln im Verlauf dieses einen Backdurchgangs grosse Fortschritte bemerkt, die letzten sahen eindeutig besser aus als die ersten Versuche, da hatte ich den Dreh so langsam raus. Wenn man die Sache in diesem Lichte betrachtet, dann braucht man ja gar nicht so viel Geduld. Ich behaupte mal: Wenn man den Fortschritt doch bei allen Dingen so schnell sehen würde, wäre das Leben einfacher ;-)

Wie immer bei solchen Angelegenheiten: die vorzeigbarsten Objekte durften auf's Foto:


Wiener Vanillebrezeln

für den Teig:
250 g Mehl
125 g Butter, kalt
125 g Zucker
100 g gemahlene Mandeln
1 Prise Salz
1 Ei
Mark einer Vanilleschote

für die Glasur:
100 g Puderzucker
2 EL Zitronensaft
Mark einer weiteren Vanilleschote 
(man kann auch insgesamt nur 1 Vanilleschote verwenden, z.B. 2/3 für den Teig und den Rest für die Glasur)

Die Zutaten für den Teig abwiegen und in eine Schüssel geben, die Butter in Stücke schneiden und alles  mit den Händen zu einem glatten Mürbeteig verkneten. Diesen in Frischhaltefolie wickeln und ca. eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. 

Den Teig anschliessend in zwei Portionen teilen. Die erste Portion nochmal gut durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche (nicht zu dünn) ausrollen. Den Teig anschliessend in Streifen schneiden (in meinem Rezept werden 1 cm breite und 15 cm lange Stücke vorgegeben. Fand ich einen guten Richtwert, wobei die gesamte Teigmenge natürlich davon abhängt, wie dick oder dünn der Teig ausgerollt wurde). Die Teigstreifen mit den Handballen zu gleichförmigen Rollen formen (wenn sie am Schluss ungefähr so dick wie ein Bleistift sind, dann passt das). Aus den Rollen Brezeln herstellen: dazu den Teig an den Enden nehmen, zwei Mal umschlagen und vornüberkippen. Überstehende Teigenden entfernen. (besser kann ich es leider nicht ausdrücken ... einfach mal ausprobieren). Mit der zweiten Teigportion ebenso verfahren.

Den Backofen auf 175°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen, die Brezeln dann 15-20 Minuten darin backen. Eine Glasur aus dem Puderzucker, Zitronensaft und dem Vanillemark herstellen und die Brezeln nach dem Erkalten damit bestreichen. 

Dienstag, 11. Dezember 2012

Bratapfel-Porridge

In der Vergangenheit habe ich bereits drei verschiedene Porridge-Rezepte gepostet (Genaueres bei einem Blick in die Frühstückskategorie). Mit dem Unterschied zu jetzt, dass bei den vergangenen Posts immer mal ausnahmsweise als kleine Abwechslung "Haferbrei" (das englische Wort klingt doch besser) gab. In der letzten Zeit allerdings hat sich Müsli zum Frühstück bei mir eingebürgert. Das übliche Brötchen mit Marmelade und Käse musste von der eingestammten Position weichen und stellt mittlerweile die Ausnahme dar. Bevor es so kalt draussen wurde gab's noch vorwiegend Birchermüsli (das überaus sättigende und nährstoffreiche Rezept folgt bald). Und um diese Jahreszeit wärme ich das Ganze auch gerne mal auf. Vor allem am Wochenende, vor einem langen Lauf oder Spaziergang an der frischen Luft. Aber auch an einem Arbeitstag unter der Woche fühle ich mich mit etwas Warmem im Magen gut gestärkt. Es gibt im Alltag morgens nur manchmal ein Zeitproblem, denn die 10 Minuten, die die Zubereitung dauert, können halt doch zu viel sein ;-)


Variationsmöglichkeiten für Porridge gibt es ja wie Sand am Meer, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Beim folgenden Rezept ist mir erst nach mehrfacher Zubereitung zufällig aufgefallen, dass ich genau die Zutaten benutze, mit denen man einen Bratapfel füllt. Ganz winterlich mit Marzipan, Nüssen, Zimt und Rosinen. Da klingt doch nach einem neuen Porridgerezept, dass einen eigenen Blogbeitrag verdient hat. Und in dem Fall gilt ja sogar, dass das Porridge doch wieder schneller fertig ist als der Bratapfel aus dem Ofen.


Bratapfel-Porridge

1 kleiner Apfel (ca. 150 g)
10 g Walnüsse (4 Walnusshälften)
30 g Haferflocken
10 g Rosinen
20 g Marzipan 
100 ml Milch
50 ml Wasser
1 Prise Zimt

Den Apfel waschen und in kleine Stücke schneiden. Die Walnüsse grob hacken. Das Marzipan in Stücke schneiden. Die Apfelstücke, Walnüsse, Haferflocken, Rosinen und das Marzipan in einen Topf geben. Mit der Flüssigkeit aufgiessen und alles erhitzen. Sobald es anfängt zu köcheln die Temperatur herunterschalten und alles ca. 5 Minuten einköcheln lassen, dabei öfters umrühren und aufpassen, dass nichts anbrennt. Das Porridge nach Belieben noch mit einer Prise Zimt würzen.

Samstag, 8. Dezember 2012

Meine Weihnachtsbäckerei: "Ausstecherle"

Nachdem nun draussen schon perfekte Weihnachtsstimmung herrscht (in Zürich ist alles weiss und es schneit weiter), habe ich nun auch in meiner Wohnung nachgezogen: mit ein paar Zweigen, Kerzen und roten Christbaumkugeln wurde dekoriert - und drei Sorten Plätzchen habe ich gebacken. Die klassischen Weihnachtslieder wurden dabei selbstverständlich hoch und runter gehört.

Los geht's mit "Ausstecherlen", auf hochdeutsch Mürbeteigplätzchen. Diese Plätzchen habe ich in meiner ersten Wohngemeinschaft mit meinen Mitbewohnerinnen zusammen nach mehrjähriger Pause als erstes gebacken. Ich wäre damals ja nicht von mir aus auf die Idee gekommen zu backen, habe dann aber brav mitgemacht und mich am Ergebnis doch auch sehr gefreut - der Wiedereinstieg in die Weihnachtsbäckerei als 19-Jährige sozusagen. Das Rezept nimmt auf diesem Grund einen wichtigen Platz unter den Plätzchenrezepten ein. Und da ich mittlerweile auch von mir aus backe, hier das Resultat aus dem Jahr 2012:


Zum Ausstechen habe ich meine Formen aus der letzten Ecke meines Küchenschrankes gekramt und war ganz überrascht, dass vom Schaukelpferd, über den Schneemann und Tannenbaum alles vertreten war, teilweise sogar in mehreren Größen. So konnte ich mit dem Teig ungefähr jede Form ein Mal ausprobieren ;-)


Bestrichen habe ich die Plätzchen dann mit Schokoladenkuvertüre oder einer Glasur aus Zitronensaft und Puderzucker. Und zum Schluss mit Krokant und Zuckerstreuseln dekoriert. An dieser Stelle ein Dankeschön an Alice vom kulinarischen Wunderland, auf deren Blog ich mir die Anregung gehlt habe, in die Zitronenglasur etwas Johannisbeergelee einzurühren, sodass eine rosa Glasur entsteht. Und das ohne zusätzliche Lebensmittelfarbe.


Ausstecherle

500 g Mehl
250 g Butter
200 g Zucker 
1 Prise Salz
2 Eier

Aus den oben genannten Zutaten einen Mürbeteig herstellen: Die noch kalte Butter in Stücke schneiden, die Zutaten abwiegen und alles zusammen rasch zu einem Teig verkneten. Den fertigen Teig in einer Frischhaltefolie einwickeln und im Kühlschrank eine Stunde kalt stellen.

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Den Teig anschliessend aus dem Kühlschrank holen und ausrollen. Plätzchen ausstechen. die Teigreste wieder verkneten und ausrollen und weiter ausstechen ... bis der Teig aufgebraucht ist. Die Plätzchen im Ofen für 12-15 Minuten backen (evtl. auch noch kürzer, je nachdem wie dünn der Teig ausgerollt wurde). Auskühlen lassen und nach Belieben glasieren und verzieren.