Dienstag, 28. April 2015

Die erste Kocherfahrung nach dem Jakobsweg: Spartaner-Hirse

Die Zeit als Pilgerin bedeutete für mich auch, bewusst offline zu leben und so gut wie frei von Medieneinflüssen. Ich habe meine Mails nur selten abgerufen, eigentlich nie Nachrichten geschaut, und auch nicht in anderen Blogs gelesen. Zurück von der Reise habe ich große Lust, wieder selbst zu kochen, zum einen, da ich mich nicht immer ideal ernähren konnte in Spanien und selbst bestimmen will, was auf meinen Teller kommt, zum anderen, da es mir einfach Spaß macht.
Als die Frage konkreter wurde, was ich denn nun als erstes koche, fiel mir erst mal gar nichts ein, ich hab mich richtig "rezepteleer" gefühlt. Das ist sehr erstaunlich, da ich mich in den letzten Jahren durch die Lektüre von anderen Blogs eigentlich konstant "überinspiriert" gefühlt habe, was neue Rezepte angeht. Also hat mich das Pilgern auch in dieser Hinsicht irgendwie gereinigt, von zu vielen Ideen, was ich denn noch alles sofort nachkochen muss oder soll .... denn müssen tue ich in der Hinsicht ja gar nichts. Und ich bin mir sicher, die Inspirationen kommen in gesundem Maße langsam wieder.


Das erste und zunächst einzige Rezept aus meiner Nachkochliste, an das ich mich erinnern konnte, war die Spartaner-Hirse aus einem von Attila Hildmann's Kochbüchern. Das Rezept von ihm scheint relativ bekannt, es ist mir davor mehrfach in Zeitschriften untergekommen, und auch im Internet oft veröffentlicht, wie zum Beispiel hier. Portionsgräße im Originalrezept: Sportlerportionen!


Hirse, viel Gemüse, und ein paar kreative, nährstoffreiche Extras in Form von Sprossen und Haselnüssen (bei mir angebraten). Gesundes Essen, eine alternative Kohlenhydratquelle zu Brot und Pasta .... genau das, wonach mir der Sinn ist. Das Rezept hält auch was es verspricht, schmeckt echt und ehrlich, ja spartanisch im nicht-negativen Sinne. Könnte auch ein Pilgeressen sein. Schwer in der Zubereitung ist es nicht, allerdings muss man etwas aufpassen, dass das Ergebnis nicht zu matschig wird, da am Ende das Gemüse unter die gegarte Hirse gerührt wird. Und das kann eben auch etwas zu breiig werden, insbesondere wenn Gemüse und Hirse einzeln eher etwas zu lang gekocht wurden. Ich hatte erst etwas Bedenken, das Endergebnis auf dem Teller fand ich dann bei mir aber doch wieder in Ordnung.Und das Fazit: Kochen kann so großen Spaß machen!

Kommentare:

  1. Klingt sehr gut, besonders da ich Hirse liebe!Ich glaube ich würde die breiige Variante soger bevorzugen, ich mag alles was breiig ist, hihi;) Das mit dem Kochen kommt schon wieder, jetzt musst du dich erstmal wieder langsam in alles eingewöhnen und dann wirst du schon bald wieder mit Rezepten übersprudeln. Besonders mit den Sachen die du schon länger nicht mehr hattest...Ich kenne das noch von meinen Auslandsaufenthalt, danach habe ich eine Weile gebraucht wieder richtig überall anzukommen;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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    1. Dann kann auch gar nichts schief gehen, wenn du das Gericht kocht.
      Ich kome langsam wieder an und gewöhne mich an ein anderes Leben als das eines Pilgers, ja.

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  2. Liebe Sarah, schön wieder von dir zu lesen!
    Freue mich, dass die Pilgerreise schön war.

    LG Sarah

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    1. Freut mich sehr, das zu hören und dass es somit auch in Ordnung war, dass ich unter diesen Umständen mal eine Blogpause gemacht habe.

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  3. hallo sarah
    schön, nun wieder öfter von dir zu lesen :-)
    darf ich fragen, ob du erkenntisse in bezug auf deine ernährung auf deiner reise gewinnen konntest? ich meine das in hinblick auf vegan/nicht vegan? das würde mich sehr interessieren. denn beim pilgern lebt man zwar einerseits sehr "eingschränkt", weil man auf andere "angewiesen" ist. andererseits ja aber auch sehr einfach bzw. spartanisch, kann ich mir vorstellen, was ja auch wieder zum thema dieses blogpostes paßt ;-)
    liebe grüße,
    sandra
    p.s. klingt sehr lecker dein rezept. ich könnte mir das auch mit bulgur und couscous vorstellen. zu hirse habe ich bisher leider keinen draht finden können....

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    1. Hallo Sandra,
      natürlich darfst du das fragen und ich antworte gerne darauf: also allein als Vegetarierin durchzukommen, war auf der Reise eine Herausforderung. Die Leute haben mich oft erst schief angesehen, aber dann insbesondere in Frankreich oft grandios vegetarisch bekocht. Und in Spanien bekam ich oft ne Tortilla ... vegane Ernährung wäre eine ziemliche Herausforderung geworden, da wäre nix mit irgendwo auswärts essen gewesen. Und aus den kleinen Läden am Weg hätte man nur ein paar Nüsse und Trockenfrüchte mitnehmen können. Negativ lässt sich festhalten: auch nur ein Käsesandwich zu bekommen war teilweise schwer in Spanien, die wollten alle noch Schinken oder Chorizo draufpacken. Und wenn ich nicht explizit gesagt habe "ohne Fisch", dann war auf meinem gemischten "vegetarischen" Salat Thunfisch! Das überall irgendwo Fleisch reingepackt wird finde ich schade, eben besonders an Orten, wo das Essen keine gute Qualität hat bzw. haben kann für die Preise...
      Positiv: ich bin viel durch ländliche Gegenden gekommen. Und ich hab in Frankreich viele Wiesen mit Hühnern gesehen, wo ich mir dachte: wenn es noch Orte gibt, wo Hühner so leben und ich diese Eier essen kann, dann brauche ich nicht ganz vegan leben. Der regionale Bezug von Lebensmitteln (auch durch die tollen Märkte) hat in Frankreich einen hohen Stellenwert. So konnte ich auch dem Käse nicht wiederstehe.
      Deshalb meine Erkenntnis: Würde ich in eine Großstadt ziehen, würde ich mich wohl sehr weitgehend vegan ernähren, da es dort auch mehr Möglichkeiten gibt das zu tun, und der Bezug von regionalen tierischen Lebensmitteln irekt vom Bauernhof erschwert ist. Nun habe ich aber vor, auf's Land zu ziehen - und ich hoffe, dass der Bezug von ja sogar lokalen Lebensmitteln möglich ist, und dass ich sehe, wo das herkommt. Und unter diesen Umständen muss ich mich nicht unbedingt streng vegan ernähren, wenn ich die Herkunft meiner auch tierischen Lebensmittel nachverfolgen kann (Vegetarierin bleibe ich aber natürlich). Wie klingt ds für dich?
      Gruss,
      Sarah

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    2. das klingt super für mich, liebe sarah :-)
      mein traum wäre es auch, irgendwo ganz einsam auf dem land zu leben, ein paar tiere (hühner, ein paar schweine, eine kuh, einen esel...) zu halten und dort das anzubauen (gemüse) bzw. zu halten, was man fürs leben so braucht. vielleicht würde ich dann auch vegetarisch leben. eventuell sogar hin und wieder fleisch essen. weil ich genau wüßte, wo es herkommt. weil ich genau wüßte, wie das tier gelebt hat. eher wahrscheinlich wäre allerdings, daß ich es nicht essen könnte, weil ich das tier "gekannt" habe" ;-) da das jedoch nur ein traum ist und nicht die wirklichkeit, werde ich weiterhin vegan leben ;-)
      auf so einer reise würde ich mich vermutlich auch damit arrangieren müssen, daß ich nicht so leben kann, wie ich es hier in hamburg tue. das geht ja auch gar nicht anders. das ist schon klar. eine pilgerreise ist im grunde wie ein... eine art... ausnahmezustand. ich glaube, da ist bzw. wird die ernährung auch tatsächlich irgendwie nebensächlich. andererseits wird man ja auch auf den boden der tatsachen zurückgeholt und beschränkt sich auf das wesentliche, das hier und jetzt. ich dachte, das würde einen vielleicht auch irgendwie "prägen" in hinblick auf das "dasein" und im allgemeinen auch über ernährung, massenproduktion etc. ich weiß nicht, ob verständlich ist, worauf ich hinauswill...
      ich freue mich jedenfalls sehr und bin gespannt auf weitere berichte auf deinem blog, wenn du bald auf dem land lebst. das wird ganz sicher spannend für deine leserschaft :-)
      liebe grüße,
      sandra

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    3. Das mit der vegetarischen Ernährung war auf dem Weg wirklich schon eine ziemliche Herausforderung - deshalb bin ich gerade glücklich, mir mein Essen wieder immer selbst kochen zu können (manchmal konnte ich auch kochen). Davon hatten wir es am Ende der Reise auch, Essen gehen ist ja ein Luxus, und daher ist es schade, wenn man davon genug hat, aber so ging es mir eben doch, da ich mich manchmal auch etwas ausgeliefert gefühlt habe, wenn es nicht wirklich was nach meinem Geschmack gab oder sichtbar und schmeckbar keine gute Qualität. Aber hier spreche ich von den Orten mit (zu) guter, touristischer Infrastruktur. Das einfache Picknick am Mittag habe ich wann immer es ging genossen. Ich denke, wenn man die Erfahrung des Einschränkens auch beim Essen machen will, sollte man sich auf einsamere Pfade begeben. Evtl wo man sein Essen für ein paar Tage mitschleppen muss. Sowas reizt mich irgendwann mal!
      Zum anderen Aspekt: Ja, das Beschränken auf das Wesentliche fand ich super, ich hatte wirklich Zeit, um über wichtige Fragen des Lebens nachzudenken, und habe von der Reise auch viel Konkretes für mich und über mich mitnehmen können. Und das im Hier und jetzt leben und den Moment genießen versuche ich auch allem voran auf den Alltag zu übertragen.

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