Montag, 17. Juni 2024

Holunderblütensirup

Eigentlich bin ich gar kein riesen Fan von süßen Getränken. Aber: An ganz heißen Tagen allerdings finde ich eine Art Limonade oder Schorle schon ganz erfrischend. 

Holunderblütensirup habe ich schon öfter geschenkt bekommen. Und ich mag ihn mit kaltem Sprudel. Oder auch im Sekt, also als Hugo. Da ich noch nie selbst mit Blüten Sirup oder Gelee hergestellt hatte, wollte ich einmal Holunderblütensirup selbst herstellen.

Also der größte Aufwand war ja, Holunder zu finden. Sehen tue ich ihn überall, zumal ich ländlich wohne. Aber: der eigene Baum ist lausig, viele Bäume stehen in Privatgärten. Und die Bäume, die gut erreichbar sind, waren oft schon abgepflückt oder verblüht. Und die die nicht erreichbar sind ... sind halt nicht erreichbar.

Bei einem Spaziergang in der Nähe bin ich dann doch noch fündig geworden. Und habe gleich losgelegt. Ist wirklich nicht so schwer, Sirup zu machen. Und jetzt freue ich mich an selbstgemachtem Holunderblütensirup. Der Sommer kann kommen ... aber wer denkt das gerade nicht!


Holunderblütensirup

15 Holunderblüten
1 l Wasser
1 kg Zucker
20 g Zitronensäure

Die reifen Holunderblütendolden gut ausschütteln und in ein Gefäß geben. 24 Stunden ziehen lassen.

Dann alles durch ein feines Sieb gießen. Die Flüssigkeit mit Zucker und Zitronensäure aufkochen und in Flaschen abfüllen.

Donnerstag, 13. Juni 2024

Im Kräuterglück: Maiwipfel-Zitronen-Butter

Nur in schattigen Lagen kann man jetzt noch junge Maiwipfel von den Fichtentrieben sammeln, denn so langsam werden die jungen Triebe erwachsen und groß und dementsprechend nicht mehr so zart. Es ist ja auch schon Juni. Ich hatte die Tage Kolleginnen eingeladen und zu meiner gewohnten Kräuterbutter siehe Link, die alle lieben, diese neue Butter-Variante ausprobiert. Die Reaktionen waren sehr verschieden von "zu waldig" bis "interessant" und "sehr lecker und erfrischend".
Es ist natürlich ein ganz besonderer Geschmack, wenn man sozusagen den Wald im Mund hat. In den jungen Triebspitzen der Fichten ja auch ätherische Öle, Harze, Tannine und viel Vitamin C.

Ich möchte auch nochmals darauf hinweisen, dass man unbedingt darauf achten muss, nicht die giftige Eibe zu verwenden. Deshalb bitte vor der Ernte genau informieren!!


Maiwipfel-Zitronen-Butter

ca. 2 Hände voll frischer Fichtenspitzen
1 Biozitrone
250 g Butter - alternativ Margarine (vegan)
1 TL Fleur de Sel

Die Butter sollte Zimmertemperatur haben. Die Zitrone gut waschen und abtrocknen. Die Schale fein reiben und gemeinsam mit den Maiwipfeln mit einem Pürierstab vermengen. Alternativ mit einem Messer sehr klein schneiden. (Das habe ich gemacht und trotzdem noch mit dem Pürierstab bearbeitet).
Nach Belieben salzen. Schmeckt gut auf Brot, zu Spargelgerichten oder Kartoffeln.

Donnerstag, 6. Juni 2024

Veganer "Eier-Salat" - oder Reis, der ein bisschen wie Ei schmeckt

Ja, wie nenne ich dieses Rezept? Im Original heißt es "Ei-Aufstrich". Ich finde eher, es ist eine Art "veganer Eier-Salat". Aber eigentlich klingt das alles irreführend ... ich entscheide mich für "Reis, der ein bisschen wie Ei schmeckt".

Immer wenn wir ein Curry machen, und das passiert oft, dann koche ich Reis im Reiskocher. Und immer ist Reis übrig, wenn das Curry gegessen ist. Zur Verwertung vom Reis habe ich ein Rezept aus dem veganen Thermomix-Kochbuch "TierfreiSchnauze" (ich mag das Kochbuch sehr). Meine leichte Abwandlung findet sich unten. Ich muss auch gleich vorausschicken, dass das folgende Rezept ein Thermomix-Rezept ist. Man bräuchte alternativ einen Mixer, mit dem man etwas grob pürieren kann ... bitte nicht zu Brei. Aber ich bin so begeistert von dem Rezept und brauche es in meinem Archiv, deshalb kommt es auf den Blog. Mittlerweile vor allem mein persönliches Rezept-Archiv!

Also der Aufstrich, oder die Beilage oder was auch immer, schmeckt total lecker und auch wirklich ein bisschen wie Ei durch das Rauchsalz


Reis, der ein bisschen wie Ei schmeckt

300 g gekochter Reis
2 Frühlingszwiebeln (bei mir auch Zwiebelgrün und Schnittlauch)
2 EL frische Petersilie
1 TL Zitronensaft
1 TL Meerrettich (frisch oder aus dem Glas)
2 EL Senf
1/2 TL Rauchsalz
1/2 TL Paprikapulver 
30 g Olivenöl
Salz, Pfeffer

Alles für 10 Sekunden auf Stufe 6 zerkleinern (sorry für alle, die keinen Thermomix haben).

Mittwoch, 22. Mai 2024

Im Kräuterglück: Spaghetti Margerita - Frühlingsgefühle eingefangen

Dieses Rezept stammt aus einem Newsletter von Dr. Markus Strauss. Hätte ich es in Pinterest entdeckt, wäre ich noch skeptischer gewesen. Es war schon eine Herausforderung die Menge an Margeriten zu finden, denn üppig waren sie nicht auf der Wiese und ich habe gelernt, sorgsam mit der Natur umzugehen und nicht den ganzen Bestand abzugrasen. Für dieses Rezept sind 4 Handsträuße (die Menge an Blumen, die zwischen Zeigefinger und Daumen passt) vorgesehen. Das habe ich nicht ganz geschafft. 

Die Margeriten sind wunderschön, haben aber einen ziemlich muffigen Geruch. Das Ziel der Blumen ist ja auch nicht, von uns Menschen gegessen zu werden. Oft strömen die Pflanzen einen bestimmten Geruch aus, um die passenden Bestäuber anzulocken. Und Geschmäcker sind nun mal auch in der Tierwelt verschieden. Also, ich habe mich auch von diesem muffigen Geruch nicht abhalten lassen, das neue Rezept auszuprobieren. Und das Ergebnis war köstlich. Zwiebeln, Knoblauch, Zitrone, die Gewürze und nicht zuletzt die Margeriten haben zusammen einen tollen deftigen, dennoch frischen Geschmack erzielt.

Ein tolles Pasta-Gericht für einen herrlichen Frühlingstag. 


Spaghetti Margerita

für 4 Portionen

500 g Vollkornspaghetti
2 große Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
6 EL Olivenöl
4 Margeriten-Handsträuße
Abrieb einer Bio-Zitrone
Zitronensaft (bei uns von etwa 1/2 Zitrone)
Salz
Pfeffer
etwa 50 ml Wasser

Die Zwiebeln und Knoblauchzehen schälen und fein hacken. An den Blütenknospen bzw. Blüten der Handsträuße jeweils ca. 5 cm lange Stiele belassen. Diese waschen.

Die Spaghetti in gut gesalzenem Wasser gar kochen. 

In einer Pfanne die Zwiebeln und Knoblauchzehen im Olivenöl andünsten. Die Margeriten (bis auf ein paar für die Deko) zu den glasigen Zwiebeln und dem Knoblauch geben. 

Mit dem Zitronensaft beträufeln, dann den Zitronenschalenabrieb, Salz und Pfeffer nach Belieben sowie etwas Wasser hinzugeben und zugedeckt ca. 3 Minuten bei kleiner Hitze garen lassen.

Die Spaghetti auf Tellern anrichten und das Margeritengemüse als Topping daraufgeben.

  Nach Belieben mit geriebenem Parmesan und weißen Blütenblättern einiger Margeriten bestreuen. 



Übrigens: In der Black Forest Lodge wird vom 5. bis 7. Juli wieder ein Kräuterwochenende stattfinden, nachdem das erste im April ein großer Erfolg war. Wir freuen uns über kräuterinteressierte Teilnehmer. Mehr Infos gibt's auf dem Flyer oder unter folgendem Link!




Freitag, 17. Mai 2024

Einfach und mild: Spitzkohlsalat

 Als wir am 1. Mai wandern und anschließend grillen waren, hatte meine Tante einen Spitzkohlsalat mitgebracht. Er kam bei allen sehr gut an und eignet sich perfekt als Beilage zum Grillen. Der Salat ist saftig, und doch schön mild. Und es tut ihm gut, wenn man ihn eine Weile ziehen lässt. Gestern habe ich ihn zu gebratenem Tofu serviert, auch gut.

Ich habe meine Tante nach dem Rezept gefragt, da meinte sie: Das gibt es so nicht. Im Anschluss hat sie mir zumindest die Zutaten geschickt, die sie verwendet hat. Darauf basierend habe ich den Salat nun nachgebastelt. Die Mengenverhältnisse für das Dressing sind nicht in Stein gemeißelt, es hängt auch von der Kohlmenge ab. Natürlich kann man den Salat auch mit nur einem halben Spitzkohl zubereiten.

Und der gemahlene Kümmel ist wichtig. Dann ist er schön dezent und nicht so dominant wie ganzer Kümmel, das kann ich nur empfehlen.


Spitzkohlsalat


1 Spitzkohl
1 Zwiebel
6 EL neutrales Öl
5 EL Wasser
4 EL Apfelessig
2 EL Zucker
1 TL Salz
Pfeffer
2 Prisen gemahlener Kümmel

Den Kohl mit dem Messer in feine Streifen schneiden.
Die Zwiebel fein hacken.
Für das Dressing Öl, Wasser, Essig, Zucker, Salz, Pfeffer, Kümmel und die Zwiebelstücke gut vermengen. Dann das Dressing gut mit dem Kohl vermengen und ziehen lassen.