Donnerstag, 23. Januar 2020

Der karamellige Klassiker aus Frankreich: Tarte tatin aux pommes

Nochmal ein Apfelkuchen auf diesem Blog. Da ich den einfach zu machenden und so saftigen spanischen Apfelkuchen so sehr mag, und mich der Bratapfelkuchen vom letzten Herbst wirklich vom Hocker gehauen hat, dachte ich erst, dass ich kein weiteres Apfelkuchenrezept mehr brauchen würde. Beim letzten französischen Themenabend in meiner Lodge kamen spontan noch Anmeldungen, sodass ich lieber noch einen Kuchen backen wollte. Also machte ich mich an den französischen Klassiker "Tarte tatin aux pommes". Ich war so begeistert vom Ergebnis, dass ich überzeugt bin, dass es dieses Rezept auf meinem Blog unbedingt noch braucht. Die Tarte war so unglaublich karamellig, dazu die saftigen Äpfel und der knusprige Boden ...


Ein Rezept habe ich veröffentlicht, da ich mir nach langer Recherche - wie so oft - mein eigenes Rezept zusammengebaut habe. Ich besitze nämlich keine ofenfeste Pfanne, also habe ich das Karamell auf dem Herd geschmolzen und in eine Tarteform umgefüllt, was gut geklappt hat. Die Äpfel habe ich der Optik halber in Spalten geschnitten, was ich auch wieder machen werde. Säuerliche Äpfel wie Braebrun oder Boskop sind für diese Tarte prädestiniert, da sie einen schönen Kontrast zum süßen Karamell bilden.

Die Tarte tatin ist ja dafür bekannt, dass sie nach dem Backen gestürzt wird. Das hat wunderbar geklappt, man braucht keine Angst davor zu haben, bestätige ich hiermit. Wie die französische Spezialität entstanden ist, dazu gibt es verschiedene Legenden. Eine ist, dass die etwas verplante Köchin einfach den Boden der Tarte vergessen und ihn nachträglich auf die Tarte gesetzt hat. Dass der Boden schließlich unten ist wie bei einem gewöhnlichen Kuchen, musste er gestürzt werden. Diese Anekdote gefällt mir am besten, wohl weil ich mich mit der Schusseligkeit der Köchin identifizieren kann. Auf jeden Fall: Eine Tarte tatin zu backen lohnt sich, wenn man Karamell und Äpfel mag, der Geschmack ist sooo lecker. Man kann etwas Sahne oder Eis dazu essen, es muss aber gar nicht sein.



Tarte Tatin

für eine Tarteform mit 28 cm Durchmesser

Zutaten für den Teig:
180 g Mehl
70 g Zucker
50 g Butter
1 Ei
1 Prise Salz

Zutaten für den Belag:
4-5 Äpfel
etwas Zitronensaft
140 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
75 g Butter 
1/2 TL Salz

Aus Mehl, der kalten, in Stücke geschnittenen Butter, Ei und Salz einen Mürbeteig kneten und anschließend für ca. 30 Minuten im Kühlschrank in einer Frischhaltefolie verpackt kalt stellen.

Währenddessen die Äpfel schälen, vierteln, das Gehäuse entfernen und in Spalten schneiden. Jeweils mit etwas Zitronensaft beträufeln.

Den Ofen auf 200°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

In einer Pfanne (Vanille-)Zucker, Butter und Salz erhitzen und zu einem Karamellsirup einkochen lassen.

Den Karamellsirup in die Tarteform füllen. Sofort die Apfelspalten kreisförmig darauf verteilen. 

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen und auf die Apfelspalten legen.

Die Tarte für ca. 30 Minuten im Ofen backen. Die Tarte ein paar Minuten abkühlen lassen und dann auf einen großen Teller stürzen.


Montag, 13. Januar 2020

Winterrezept - Spitzkohl-Auflauf mit Kartoffeln

Obwohl es gefühlt gar nicht richtig Winter ist, habe ich trotzdem Lust auf wärmende Aufläufe. Ich war vor Kurzem mit meiner Schwiegermama einkaufen. Beim Anblick eines Spitzkohls hat sie mir wärmstens empfohlen: "Diesen musst du nehmen."
Ich finde in manchen Dingen sollte man durchaus auf die alten Leute hören.

Die kegelförmigen Köpfe dieses Spitzkohls schmecken tatsächlich nicht so kohlig und feiner als der normale Weißkohl. Und so habe ich auch ein passendes Rezept aus meinem Fundus an Rezepten u.a. alte Rezeptkarten, die ich ausprobieren möchte, herausgesucht.
Man merkt, dass es sich dabei um "alte" Rezepte handelt, aber wie in vielen anderen Dingen macht es gerade die Mischung zwischen neu und altbewährt aus. Entstanden ist ein leckerer Auflauf. Geschmacklich war der Auflauf richtig lecker (angebratener Kohl gibt immer ein tolles Aroma)  und dass  eine große Menge Kohl in dem Auflauf war, ist gar nicht richtig aufgefallen. 
Vermutlich habe ich ihn mit den Frühlingszwiebeln etwas länger als die angegebenen 5 Minuten angebraten.

Apropos: durch den Jod- und Eisengehalt ist dieser Auflauf gerade für Vegetarierer zu empfehlen.


Spitzkohl-Auflauf mit Kartoffeln

für 4 Portionen

500 g Süßkartoffeln
frische Petersilie
50 ml Gemüsebrühe
150 ml Milch
50 g Kräuterfrischkäse
500 g Spitzkohl
1 Bund Frühlingszwiebeln
2 EL Butter
1 EL Öl
Salz
Pfeffer
 2 Eier
50 g Vollkornsemmelbrösel
50 g geriebener Bergkäse

Die Kartoffeln schälen, waschen und würfeln. Die Petersilie waschen, trocken tupfen und fein zerkleinern. Beide Zutaten mit der Gemüsebrühe aufkochen, zugedeckt etwa 25 Min. köcheln lassen. Die Kartoffel in der Flüssigkeit grob stampfen. Milch und Frischkäse untermischen.

Den Spitzkohl und die Frühlingszwiebeln putzen, waschen und in Streifen bzw. feine Ringe schneiden. Die Hälfte der Butter und das Öl in einer großen Pfaqnne erhitzen. Kohl und Frühlingszwiebeln darin bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten unter Rühren braten. Mit Salz und Pfeffer würzen und etwas abkühlen lassen. Die Eier trennen. Das Eiweiß steif schlagen.
 
Kartoffeln, Spitzkohl, Eigelb, Semmelbrösel und Käse in eine Schüssel geben und mit einem Kochlöffel locker vermischen. Den Eischnee unterziehen und die Masse in einer Auflaufform glattstreichen. Mit der restlichen Butter in Flöckchen belegen.

Den Auflauf in den kalten Ofen auf die untere Schiene schieben und bei 180°C etwa 30 Minuten backen.

 Selbstverständlich passt Salat jeglicher Art dazu.

Samstag, 4. Januar 2020

Paprika-Quiche - bunt und gesund


Wieder eine Quiche in unserer Sammlung. Wir lieben sie einfach. Unser Sohn und unsere Schwiegertochter hatten zur Feier ihrer Hochzeit ein Quichebüffet. Ich hatte vorher noch nie gehört, daß es eine Quicherei gibt. Es war eine gute Idee. Es kam bei der Hochzeitsgesellschaft sehr gut an, denn jeder, ob Fleischesser oder Vegetarier findet etwas, was ihm gut schmeckt und man konnte sich durch's Büffet essen und viele ganz unterschiedliche Quiches probieren.
In den Teig dieser Paprika-Quiche kommen laut Rezept blütenzarte Haferflocken. Da es diese in unserem Haushalt nicht gibt, habe ich frisch geflockte (in dem Fall Vollkornhaferflocken) verwendet. Das hat den Teig aufgewertet und er schmeckt auch lecker. Die nächste Besonderheit ist, daß dem Belag dieser Quiche Ajvar zugegeben wird. Das passt sehr gut zu Paprika und Frischkäse und macht sie besonders delikat!!



Für den Teig:
100 g kalte Butter
100 g Mehl
100 Haferflocken
1 Eigelb
Salz

Für den Belag:
5 Paprikaschoten (rote, gelbe und grüne)
2 Zwiebeln
1/2 Bund Thymian
1 EL Öl
Pfeffer
150 g Bergkäse
4 Eier
300 g Frischkäse
150 ml. Miclh
3 EL Speisestärke
200 g Ajvar

Die Butter in Stücke schneiden. Mit Mehl, Haferflocken, Eigelb, Salz und 5 EL kaltem Wasser rasch verkneten. In Folie gewickelt 1 Stunden kalt stellen. Paprikaschoten halbieren, putzen, waschen und in Streifen schneiden. 

Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Thymian waschen, trocken schütteln  und die Blättchen abzupfen.

Öl erhitzen. Zwiebeln glasig dünsten. Paprikastreifen und Thymian zugeben, 5 Min. unter Rühren anbraten, abkühlen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. 

Ofen auf 200 Grad C vorheizen. Teig ausrollen, in die Form legen, einen etwa 4 cm hohen Rand formen. Käse reiben, mit dem Gemüse mischen und auf dem Teig verteilen. 

Eier mit Frischkäse, Milch, Stärke, Ajvar, Salz und Pfeffer verquirlen. Den Guss darübergießen.

 Im Ofen 45-55 Minuten backen.

Samstag, 28. Dezember 2019

Best of 2019

Und schon wieder ist ein Jahr fast vorbei. Es ist die Zeit der Jahresrückblicke und -ausblicke. Jahresrückblicke lese und schreibe ich gerne, daher gibt es auf meinem Blog auch in diesem Jahr wieder meinen kulinarischen Jahresrückblick im gewohnten Format. 

2019 habe ich viel gekocht und gebacken. Für meine Gäste, für das Kochbuch ... aber auch für mich selbst. Der Sommer war durch die sehr vielseitige und ergiebige Gartenernte geprägt. Und aus der Ernte, die zu 70% aus Zucchini und Kürbissen bestand, wurde viel Bewährtes, aber auch Neues gekocht. Jedes selbstgeerntete Stück Gemüse war ein Highlight.

Ein anderes, großes Highlight für mich war, als mein Kochbuch "Die besten Rezepte aus der Black Forest Lodge" erschienen ist. Es war und ist so schön, das Ergebnis in den Händen zu halten.

Mein Blog und das Durchstöbern anderer Blogs motiviert mich nach wie vor, neue Dinge auszuprobieren und deshalb werde ich auch auf jeden Fall weiterbloggen. Der einzige Wermutstropfen ist, genau wie im Vorjahr: Früher wurde auf meinem Blog noch mehr kommentiert. Und leider sind auch einige Blogger, deren Blogs ich so gerne gelesen habe, nicht mehr so aktiv wie früher oder haben ganz aufgehört. Anstelle der Blogs, die nun weggefallen sind, habe ich keine neuen Blogs regelmäßig zu lesen begonnen. Dies liegt an mir und nicht am Angebot - deshalb lautet eines meiner Vorhaben für das nächste Jahr: neue, schöne, Blogs entdecken. Wenn ihr einen Tipp habt, dann nur her damit.

Wenn jemand die Vorlage nutzen will, über seine kulinarischen Highlights 2019 zu berichten, dann kann er das natürlich gerne tun, und ich fände es sehr interessant, dies zu lesen.


Das Geschmackshighlight:
Der Bratapfelkuchen kam nicht nur bei meinen Gästen sehr gut an.Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Apfelkuchen so begeistern kann, da ich bereits auf mehrere bewährte Rezepte zurückgreifen kann. Aber dieser Kuchen war ein Highlight des Jahres. 

Die kulinarische Neuentdeckung:
Mais. Bisher gab es ihn nur seltenst aus der Dose, dieses Jahr war er Teil der Ernte aus dem Gemüsegarten. Was für schöne Maiskolben ich ernten durfte! Gekochte Maiskolben mit etwas Butter, Salz und Pfeffer ganz puristisch „abzunagen“ war bereits äußerst lecker. Das Maispüree hat es mir ebenfalls angetan. Auf der To-Do-Liste bleibt die selbstgemachte Polenta. 

Am meisten wiederholt:
Ich habe ja so viele Dinge so oft wiederholt (alleine schon für das Fotografieren für’s Kochbuch, gab es einige Dinge recht oft, bis ich mit dem Foto zufrieden war. Aber auch für die Gäste gab es gewisse Klassiker des Öfteren). Wenn ich die Wiederholungen der chinesischen Suppe von meiner Mama und mir zusammenzähle, liegt diese sicher auch recht weit vorne.

Die grösste Sauerei in der Küche:
Die gab es im Zuge einer Kochaktion zusammen mit meinem Freund, an die ich mich gerne erinnere: wir haben gefüllte Kohlrabi mit Karottensauce zubereitet. Natürlich mit Kohlrabi aus dem Garten. Die riesigen Geräte zu schälen, zu kochen und auszuhöhlen war schon richtig Arbeit. Und dann mussten sie noch gefüllt und gebacken werden. Und dann noch die Karottensauce – bei dieser Aktion wurde auch die Küche etwas in Mitleidenschaft gezogen. Es hat sich definitiv gelohnt! 


Grösste Überraschung:
Ratatouille ist gar nicht so schwer wie gedacht. Das war eine äußerst positive Überraschung.

Grösste Enttäuschung: 
Da fällt das Stichwort Käsekuchen. Ich habe seit Jahren ein perfektes und unglaublich leckeres Rezept für einen New York Cheesecake mit Frischkäse. Allerdings habe ich noch kein perfektes Rezept für einen klassischen, deutschen Käsekuchen mit Quarkfüllung entdecken bzw. entwickeln können. Lecker waren meine 5 bisherigen Backversuche, daher bleibe ich an der Sache dran.

Das schönste Foto:
Ausnahmsweise mal kein Kuchenbild. Ich finde die Basilikumblätter auf dem Tomaten-Nektarinen-Salat mit Hüttenkäse sehr hübsch und das Bild schön bunt und sommerlich. 


Das schlimmste Foto:
Es gibt jedes Jahr mindestens ein Bild auf meinem Blog, das mich ärgert. Man sieht darauf, dass es draußen schon dunkel war und ich gegen die Lichtverhältnisse drinnen angekämpft habe. Aber das Gericht war nun einmal so lecker, dass es verbloggt werden musste. 2019 war es der Mangold-Eintopf.

Hat die meisten Nerven gekostet:
Die Pfannkuchentorte mit Mangold, die meine Mama zubereitet hat, klingt nicht so ganz einfach.

Der grösste Lerneffekt:
Hm … ich würde sagen, den hatte ich beim Brotbacken. Ich hatte ein paar Backkurse bei meinem Bäcker von der Volkshochschule (siehe Vollkornbrot) zum Brezeln backen und ein paar Lernstunden bei meinem Papa für Brötchen.

Am beliebtesten bei anderen:
Im Ranking der beliebtesten Rezepte (auf der Seite rechts zu sehen) hat sich nichts getan. Die mit Abstand am meisten aufgerufenen Rezepte bleiben Dank Pinterest die Apfel-Wein-Torte und die Quarkwecken.

Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch und bis ganz bald im neuen Jahr! Wenn ich mir ansehe, was ich mir für das Jahr 2019 kochtechnisch vorgenommen habe, so wurden weder die Quiche mit Spiralgemüse, noch Palak Paneer noch die Kässpätzle umgesetzt. Diese Dinge sind für 2020 fest eingeplant. Ich freu mich schon auf's Ausprobieren und Bloggen.

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Adventsmüsli

Spekulatiusgewürz ist im Dezember ein Universalmittel. Man kann nicht nur sämtliches Gebäck oder Schokolade damit verfeinern, sondern es auch in Müsli packen. Eine tolle Idee, oder? Das fand ich, als ich dieses Knuspermüsli mit Spekulatius entdeckt habe.


Regelmäßig mache ich mein Müsli nach diesem Rezept selbst (übrigens auch ein schönes Weihnachtsgeschenk). Die Weihnachtsvariante mit Spekulatiusgeschmack musste ich unbedingt ausprobieren. Die Cranberries habe ich durch Schokodrops ausgetauscht. Das Ergebnis war sehr weihnachtlich und lecker.