Samstag, 31. Oktober 2026

Im Kräuterglück: Bärlauchsamen-Avocado-Aufstrich


Wenn man im Frühjahr diese Pracht sieht, geht einem das Herz auf. Es ist unglaublich schön und der Duft von Knoblauch weht um die Nase. Allerdings geht es im Frühling meist um die Bärlauchblätter und Bärlauchblüten. Bei diesem Rezept habe ich die Samen des Bärlauchs verwendet. 

Beim nächsten Bild kann man erkennen, dass in der Blütenmitte 3 kleine grüne Kapseln zu sehen sind. Wenn sie reif sind, stehen die gestielten Früchte sternförmig vom Stiel ab, wie kleine Ufo's. Das sind je Blüte drei Samenkörner, die dann tiefschwarz, rund, sehr hart und aromatisch werden. Man kann sie sammeln, wenn  die Bärlauchpflanze fast abgestorben ist.

Die Blüten sind sternförmig und weiss (6 Blütenblätter und 6 Staubblätter)

Bärlauch-Avocado-Aufstrich

1 TL Bärlauchsamen
1 Avocado
1 Knoblauchzehe
1 Spritzer Zitronensaft
Salz
Pfeffer

die reifen Bärlauchsamen


  Bärlauchsamen in der elektrischen Kaffeemühle so fein wie möglich mahlen oder im Mörser mörsern. (Die Samen sind sehr hart, es gelingt nicht immer, sie ganz fein zu zerkleinern).

Die Avocado halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch aus der Schale lösen.

Die Knoblauchzehe schälen und in Scheiben schneiden.
Alle Zutaten zusammen fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer noch einmal abschmecken.
Wenn man den Bärlauch-Avocado-Aufstrich aufbewahrt, muss man das Gefäß fest verschließen. Kommt Luft an die Creme, wird sie schnell braun.
Im Kühlschrank maximal zwei bis drei Tage haltbar.

Sonntag, 25. Oktober 2026

Im Kräuterglück: Holunderbeeren-Mousse

Holunderbeeren sind je nach Witterungsbedingungen etwa im August oder September reif. 
Man erkennt gute Reife daran, dass die gesamte Dolde weitgehend dunkel gefärbt ist und die Beeren weich werden. Jede Frucht hat 3-5 kleine, flache Samen. Die Fruchtstände sitzen an rötlich-violett gefärbten Sielen. 

In Blättern, Rinde, unreifen Beeren und in den Samen reifer Beeren ist giftiges Sambunigrin, das den typischen Holunderduft ausmacht.

Durch Erhitzen der reifen Holunderbeeren ab 70 Grad C zerfallen die giftigen Glykoside jedoch.

Man sollte den schwarzen Holunder nicht mit dem giftigen Zwerg-Holunder, auch Attich genannt, verwechseln. Dieser ist im Gegensatz zum schwarzen Holunder kleiner, nicht verholzt und die Fruchtstände stehen aufrecht. 

Wir haben diese Mousse als 3. Gang eines Menüs serviert und sie kam sehr gut an. Die Farbe ist einzig! 


Holunderbeeren-Mousse

für 4 Portionen

200 g reife Holunderbeeren

100 g Magerquark
150 g Sahne
1 EL Zucker
1 Messerspitze Vanillepulver
1/2 Päckchen Sofortgelatine oder Agar Agar

Die abgezupften, gewaschenen Beeren erhitzen und etwa 10 Minuten kochen lassen.

Die Sahne steif schlagen.
 In einer zweiten Schüssel rührt man den Quark mit Vanillepulver und Zucker cremig. 
Nun das  Agar Agar (Agartine) mit der Holunderbeermasse 2 Minuten aufkochen und etwas abgekühlt unter die Quarkmasse rühren.
Zum Schluss die steif geschlagene Sahne unterheben.
Die fertige Creme auf 4 Gläser verteilen und vier Stunden oder besser über Nacht in den Kühlschrank stellen. 

Kurz vor dem Servieren kann man ein paar frische Holunderbeeren darüber verteilen.

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Im Kräuterglück: Knoblauchsraukenwurzel-Aufstrich

Die Knoblauchsrauke war "die Entdeckung" in meinem ersten Kräuterjahr. Ein frisches Blatt im Frühling auf ein Käse- oder Lachsbrot schmeckt himmlisch. Aber das ist noch nicht alles. Auch die Blüten, die Samen und die Wurzeln lassen sich von dieser Pflanze verwenden. Heute ein toll schmeckender Aufstrich aus der Wurzel.

Die Blätter haben im ersten Jahr einen feinen milden Knoblauchgeschmack. Sobald die Pflanze in die Blüte geht, wird er schärfer, vergleichbar mit Dijonsenf.
Auch die Wurzel wird von Pflanzen geerntet, die noch nicht geblüht haben. Sie schmeckt ähnlich wie Meerrettich (oder Wasabi) mit einer leichten Knoblauchnote. 

Nach der Blüte im 2. Jahr bildet die Knoblauchsrauke lange, dünne, harte und reichverzweigte Samenstände. Diese können  ab Juli  aus den bohnenförmigen Schoten geerntet werden.

die nierenförmigen gekerbten Blätter der Pflanze im 1. Jahr

die spitzen Blätter und Blüten im 2. Jahr


Knoblauchsraukenwurzel-Aufstrich


110 g Sonnenblumenkerne geröstet
100 g Olivenöl
1 Handvoll Knoblauchsrauken-Wurzeln (bei mir 35 g gerichtet)
5 g Kurkumawurzel (gerichtet)
Salz
Pfeffer
Zitronensaft
1 TL Zitronenabrieb

Die Wurzeln der Knoblauchsrauke unter fließendem Wasser putzen und kleinschneiden.
 Ebenso ein Stück Kurkumawurzel.

Jetzt die Knoblauchsrauke und die Kurkumawurzel mit den gerösteten Sonnenblumenkernen in einem Mixer oder Mörser zu einer groben Paste verarbeiten.

Dann nach und nach das Olivenöl hinzufügen, bis eine sämige Konsistenz erreicht ist. Nun den Zitronenabrieb hinzugeben.

Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

                                                    

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Im Kräuterglück: Springkraut-Blüten-Gelee

Ursprünglich aus dem Himalaya kommend, wurde das Indische Springkraut im 19. Jahrhundert durch den Botaniker und Arzt John Forbes Royle von Kaschmir nach England eingeführt. Etwa Ende des 19. Jahrhunderts gab es die ersten verwilderten Pflanzen in der Schweiz. Die Ausbreitung fand dann wohl rheinabwärts nach Baden-Württemberg statt. Heute finden wir die Pflanze, die auch drüsiges Springkraut genannt wird, fast auf dem gesamten europäischen Kontinent. Das Springkraut wird als Neophyt bezeichnet. Durch die starke Ausbreitung droht es Teile unserer einheimischen Vegetation zu verdrängen. Von naturschutzfachlicher Seite wird jedoch über die Bekämpfung diskutiert, da das zart rosa Pflänzchen ein Gaumenschmaus für Honigbienen ist und auch noch spät im Herbst blüht, wo es sonst nicht mehr viel zu holen gibt.


Springkraut-Blütengelee

100 g Blüten (die dunklen geben eine wunderschöne Farbe)
1 l Wasser
1 EL Weinsäure oder Zitronensäure
1 Bio-Zitrone
1 Handvoll Kräuter (bei mir Melisse und Zitronenverbene)
1 Vanillestange
2 Nelken
Gelierzucker 1:2

Die Blüten sammeln und darauf achten, dass keine Insekten im Kelch sind. Nicht waschen.

Die Blüten gemeinsam mit den Kräutern, den Gewürzen, der aufgeschnittenen Zitrone und der Säure in eine Schüssel geben.

Mit dem Wasser übergiessen und mit einem Geschirrtuch zugedeckt über Nacht stehen lassen.

Den bereits pink gefärbten Saft über eine Sieb in einen Topf abgießen.

Mit der passenden Menge Gelierzucker kochen und in die vorbereiteten Gläser füllen. Sofort verschließen.

Das Rezept habe ich im Internet entdeckt auf www.mitliebegemacht.at

Dienstag, 20. Oktober 2026

Im Kräuterglück: Rote-Bete-Salat mit Samen der Wilden Möhre


Die Wilde Möhre ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Sie wächst auf Wiesen, an Wegrändern und auf sonnigen, eher trockenen Standorten und bei mir im Garten. Sie ist die Vorgängerin unserer Kulturmöhre.
Erkennungszeichen sind die fein gefiederten Blätter, der Geruch nach Möhre, wenn man die Blätter zerreibt und die weißen Doppeldolden mit ihrer dunkelrot bis schwarz-violette Blüte (Mohrenblüte) in der Mitte . Nach der Blüte schließt sich die Dolde zu einem charakteristischen „Vogelnest“ zusammen. Dort können die Samen in Ruhe reifen, ohne dass sie gefressen oder vom Wind davon geweht werden. Erst wenn sie vollständig ausgereift sind, öffnet sich die Dolde wieder.
Wichtig: Bei der Wilden Möhre ist eine sichere Bestimmung besonders wichtig, da es unter der Familie der Doldenblütlern giftige Verwechslungspartner gibt. 


Rote-Bete-Salat mit Wilder Möhre


für 2 Portionen

 1 EL Samen der Wilden Möhre
450 g Rote Beete
1 mittelgroße Zwiebel
2 EL Sahne
2 EL Olivenöl
1 EL Balsamicoessig
Salz
Pfeffer
 
Die Samen der Wilden Möhre in der elektrischen Kaffeemühle fein mahlen oder im Mörser fein mörsern.

Die Rote Beete kochen, die Kochdauer kann je nach Größe der Knollen variieren. Kleine Kugeln brauchen ca. 30 Minuten, größere 40-50 Minuten. Anschließend die Kugeln schälen und in kleine Würfel schneiden.

Die Zwiebel schälen, fein würfeln und zu der Roten Beete geben.
Sahne, Öl, Balsamicoessig und Möhrensamen hinzugeben und alles gut durchmischen. Mit Salz und Pfeffer würzig abschmecken.

Am besten schmeckt der Salat, wenn man ihn zuvor einige Stunden kühl durchziehen lässt.
 
Das Rezept stammt aus dem Buch essbare Wildsamen
Von Anke Höller und Doris Grappendorf