Sonntag, 24. Juli 2022

Zucchiniblüten - das Beste der Zucchini? Hier gibt es zwei Rezepte

 

Dass ich etwas richtig Neues ausprobiere, kommt gar nicht mehr so oft vor. Ich bin eher in einer Lebensphase, in der ich gute Gerichte auch gerne ein zweites oder drittes Mal koche und mich darauf freue, als um des Foodblogs willen immer etwas Neues auszuprobieren.

Aber so ab und zu ein neues Koch- und Geschmackserlebnis ist dann doch ein Highlight im Alltag. Und so war es bei den Zucchiniblüten.

Lange wusste ich gar nicht, dass man diese essen kann. Vor zwei Jahren haben mit in der Zucchinizeit jedoch drei Leute unabhängig voneinander von Zucchiniblüten vorgeschwärmt. Und dass diese das Beste der Zucchini seien. Von da an wollte ich es mal ausprobieren ... nun war es so weit!

Dieses Jahr gibt es in meinem Gemüsegarten drei Zucchinipflanzen. Ich habe neun Blüten auf einmal einsammeln können. Davon männliche (ohne Frucht) und weibliche (mit Zucchini dahinter). Übrigens kann man auch Kürbisblüten essen, sollte man nicht genug Zucchiniblüten finden. Die kleinen Zucchini der weiblichen Blüten habe ich einfach mitgebacken, was ich sehr lecker fand, und somit auch ein wenig ergiebiger.

Wie war's? Sehr lecker. Und optisch wunderschön. Bei der Zubereitung hat auch alles funktioniert. Allerdings ist es ein wenig Aufwand, die Zucchiniblüten zu waschen, zu befüllen und zu backen. Und so viel zu essen hat man hinterher nicht. Wenn man in Stimmung ist, sind gebackene Zucchiniblüten jedoch eine tolle Sache. Als Vorspeise oder mit Brot serviert als leichte Hauptspeise. Es wird sie bei mir nicht regelmäßig geben, aber sicherlich wieder!

Zudem ist das Verarbeiten der Zucchiniblüten quasi ein Vorbeugen der Zucchinischwemme, da man die Zucchini noch ganz klein erntet. Wer unter zu reichhaltiger Zucchiniernte leidet, sollte auf jeden Fall die Blüten ernten. Und gebackene Zucchiniblüten ausprobieren! Für mich war das Essen ein Highlight!


Als meine Mama mich neulich besuchte, haben wir zunächst Zucchiniblüten mit einer Ricottafüllung ausprobiert. Das Rezept gibt es hier. Meine Mama hat es ausgewählt, weil die Füllung nicht kompliziert ist (man muss keinen Couscous abkochen oder irgendwas vorbereiten, sondern kann den Ricotta mit Parmesan und Ei vermengen, was ganz einfach geht). Das Ei bindet zudem, sodass nicht ausläuft. 
Uns hat die Füllung sehr gut geschmeckt. Schön würzig, aber man schmeckt auch noch die leicht knusprige Zucchiniblüte heraus.


Und dann habe ich noch ein Rezept, das mit ein Gast aufgeschrieben hat. Im Originalrezept werden Sardellen verwendet, ich habe diese durch Kapern ersetzt. Wie beim Rezept oben werden die Blüten auch im Ofen gebacken, allerdings mit einem Mix aus Parmesan und Semmelbröseln bestreut.

Gebackene Zucchiniblüten mit Mozzarella

8 Zucchiniblüten
80 g Mozzarella
1 EL Kapern
Basilikum
Olivenöl
Salz
Pfeffer
20 g Semmelbrösel
20 g geriebener Parmesan

für 4 Vorspeiseportionen oder 2 Portionen (mit Brot als Hauptspeise)

Die Zucchiniblüten waschen und vorsichtig trocken schütteln. Die Blütenstempel im Inneren entfernen. 
Den Boden einer Auflaufform mit Öl bepinseln.
 
Den Backofen auf 200°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Mozzarella, Kapern und Basilikum feinhacken. Mit einem Teelöffel die Füllung in die Blüten geben (nur so viel, dass sich die Blüten wieder schließen lassen).

Den Boden einer Auflaufform mit Olivenöl bestreichen und die Blüten hineinlegen. 

Salz, Pfeffer, Semmelbrösel und Parmesan vermengen und die Zucchiniblüten damit bestreuen.

Die Blütenpäckchen ca. 20 Minuten backen, bis diese leicht gebräunt sind. 


Habt ihr schon mal Zucchiniblüten zubereitet? Findet ihr, die Blüten sind eine Delikatesse und gar das Beste der Zucchini?

Sonntag, 10. Juli 2022

Zucchini-Gemüse mit Kratzede

Es ist wieder Zucchini-Saison! Die Pflanzen in meinem Gemüsegarten liefern nun stetig Zucchini. Die ersten sind besonders lecker. Ich versuche, sie zu ernten, solange sie noch klein und fein sind.

Und natürlich wird jetzt wieder fleißig mit Zucchini gekocht. Eines meiner Lieblingsgerichte mit Spargel ist Kratzede. Warum nicht einfach Zucchini zum Kratzede servieren, dachte ich mir. Jetzt wo die Spargelsaison vorbei ist. Also habe ich die Kratzede wie gewohnt zubereitet und dazu ein würziges Zucchinigemüse mit Schmand und Oliven serviert. Auch sehr lecker. Und die Zucchinisaison geht etwas länger als die Spargelsaison, weshalb es dieses Gericht dieses Jahr sicherlich nochmal geben wird:


Zucchini-Gemüse mit Kratzede

Zutaten für 2 Portionen

Kratzede:
2 Eier
130g Mehl
140 ml Milch
1 Prise Salz
ca. 40 ml Mineralwasser
15 g Butter

Gemüse:
ca. 400 g Zucchini
3 Frühlingszwiebeln
50 g schwarze Oliven
1 EL Olivenöl
200 ml Gemüsebrühe
100 g Schmand
1 EL frische, gehackte Petersilie
1 TL Zitronensaft
Salz
Pfeffer

Die Eier trennen. Mehl, Salz, Eigelb und Milch verrühren. 20 Minuten quellen lassen, dann einen Schuss Mineralwasser zum Teig geben und verrühren (der Teig soll etwas dickflüssiger als Pfannkuchenteig sein).

Das Eiweiß steif schlagen und anschließend vorsichtig unterheben.

In einer Pfanne Butter schmelzen lassen, den Teig hineingeben und bei mittlerer Herdtemperatur backen. Sobald die Kratzede goldbraun ist, wenden (wem es zu heikel ist, den ganzen Teig auf einmal zu wenden, kann ihn vorher auch vierteln) und zuende backen. Dann mit dem Pfannenwender in Stücke teilen bzw. »zerkratzen«.+

Die Zucchini waschen, die Enden abschneiden. Längs vierteln und in Stücke schneiden. Die Frühlingszwiebeln waschen und in feine Ringe schneiden. Die Oliven ebenfalls in Ringe schneiden.

In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen. Die Frühlingszwiebeln 2 Minuten anbraten. Dann die Zucchini dazugeben und 5 Minuten weiterbraten. Die Temperatur etwas zurückschalten und die Gemüsebrühe hinzufügen, 5 weitere Minuten köcheln lassen. Nun die Oliven und den Schmand unterrühren. Mit wenig Zitronensaft abschmecken und mit Salz und Pfeffer würzen.

Vom Ablauf her bietet es sich an, mit dem Backen der Kratzede zu beginnen, nachdem die Zucchini in die Pfanne gegeben wurden.

Freitag, 1. Juli 2022

Sachertorte - unsere neue Familien-Festtagstorte

Wie immer wieder im Leben beachtet oder verändert man manche Dinge erst, wenn sie im richtigen Augenblick oder von verschiedenen Seiten auf uns zukommen. Bei einer Geburtstagseinladung hat meine Tischnachbarin, deren Lebensgefährte aus Wien stammt, von der berühmten Sachertorte geschwärmt. Sie hat mir auch erzählt, daß sie die Sachertorte selbst bäckt und mir erklärt wie sie es macht. Für ein Rezept habe ich das Internet zur Hilfe geholt und die tolle Seite Mann backt entdeckt. Dort ist die Zubereitung exakt beschrieben. 

Da der Termin des nächsten Familienfestes bereits feststand und unsere "Kinder" die bisherige Festtagstorte (Schwarzwälder Kirschtorte) wegen der Sahne nicht mehr bevorzugen, war ich sicher: diese Torte schmeckt allen und habe mich auch gleich an eine Probetorte gewagt. Äußerlich war ich ganz zufrieden, der Boden hat sehr gut geschmeckt, aber in der Mitte war mir die Torte etwas zu speckig. Also habe ich mich nochmals drangemacht und die Temperatur beim Backen verändert (Wir haben "nur" einen Brotbackofen und die richtige Temperatur ist beim Kuchenbacken etwas schwierig). Dieses Mal allerdings das halbe Rezept in einer kleinen Form. (Andauernd Probe-Sachertorte zu essen ist nicht gerade ideal für die Linie vor einem Fest). Dieses Ergebnis war einigermaßen zufriedenstellend, allerdings war mir der Boden etwas zu trocken. Die Glasur ist mir auf Anhieb gelungen, was ich von der Torte am Vorabend der Hochzeit nicht behaupten kann. Ich bin sehr ins Schwitzen geraten, hatte glücklicherweise nochmals Sahne und Kuvertüre auf  Vorrat und habe die Festtagstorte dann doch noch hinbekommen. Allerdings werde ich weiterhin versuchen, diese Torte zu optimieren und gelingsicher zu machen um somit stressfreier ins Fest zu starten.

mein erstes Probeexemplar

Zutaten für die große Torte (Durchmesser der Tortenform 27 cm):

225 g zimmerwarme Butter
50 g Puderzucker
10 Eigelb
265 g Kristallzucker
10 Eiweiß
200 g Zartbitter Kuvertüre
200 g Mehl
1 EL Kakao
 
Zutaten für die Füllung:
 
350 g Marillenmarmelade fein passiert
20 ml Rum 
 
Zutaten für die Glasur der Sachertorte:
     
 250 g Zartbitter Kuvertüre
200 g Sahne
2 Blatt Gelatine

 Zubereitung des Tortenteigs: 
 
Vorbereitung:

 Die Zutaten (Butter und Eier) sollten die gleiche Temperatur haben, deshalb ein paar Stunden vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen.

Den Backofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die Kuvertüre schmelzen und beiseite stellen, damit sie anschließend nicht zu heiß ist.
 
Die Butter mit dem Puderzucker weiß schaumig schlagen.
Die Dotter einzeln dazumixen bis eine sehr cremige Masse entstanden ist.
 
Nun die etwas abgekühlte Kuvertüre dazu geben und alles verrühren.
Das Eiweiß nun so lange schlagen, bis es leicht weiß wird, dann
den Kristallzucker langsam einrieseln lassen.
Den Eischnee nun schlagen, bis er seidig matt wird. Er darf aber nicht zu fest, sondern er muss noch etwas cremig sein, damit er sich gut unterheben lässt.
 
Nun die Butter-Eigelb-Masse abwechselnd mit der gesiebten Kakao/Mehlmischung mit einem Schneebesen unter den Eischnee heben.
 
Die entstandene Masse in die Tortenform geben und sehr gleichmäßig verteilen.
 Die Sachertorte nun ca. 60 Minuten backen.

Nach dem Auskühlen eventuell den oberen Knubbel abschneiden.

Fertigstellen der Sachertorte:
 
2 EL Marillenmarmelade mit 100 ml Wasser, 2 EL Zucker und dem Rum aufkochen. 
Den Sacherboden durchschneiden und die untere Hälfte gleichmäßig mit diesem Sirup tränken.
Dann den Boden mit  Marillenmarmelade bestreichen und den oberen Boden darauf legen.

Tipp: Den Boden markieren, damit beide Hälften wieder zusammenpassen.
Dazu vor dem Durchschneiden einen horizontalen Schnitt an der Seite der Torte machen, daß man den oberen Boden exakt auf den unteren Boden legen kann und die Torte nicht uneben wird.
 
Mit dem Rest der Marmelade die Oberseite sowie außen um den Sacherboden herum eine Schicht auftragen und ganz sauber abziehen. So vermeidet man einen unebenen Rand  und die Glasur wird besonders glatt (Aprikotieren).
Die Sachertorte nun in den Kühlschrank stellen.

Zubereitung der Glasur:
 
Zwei Blatt Gelatine in kaltem Wasser einlegen und 10 Minuten quellen lassen.

Die Sahne und Kuvertüre in einen Topf geben und beides erhitzen (nicht kochen!) bis die Schokolade geschmolzen ist.

Nun die Gelatine ausdrücken und langsam und vorsichtig unter die Schokoglasur rühren bis sie sich aufgelöst hat. Dabei darauf achten, keine Luft in die Glasur einzurühren.
Die Glasur nun etwas auskühlen lassen, bis sie zähflüssig wird. Die Sachertorte nun mit der Glasur übergießen.
       
Falls notwendig, die Glasur an den Seiten immer wieder nach oben streichen bis alles bedeckt ist. Die Oberfläche ist tabu!! Nur so bleibt sie ganz glatt und perfekt.
 
Die Glasur langsam fest werden lassen und die Torte mindestens 24h stehen lassen. Erst wenn die Böden durchgezogen sind und sich der Marillen- und Rumgeschmack im Boden ausgebreitet hat, sollte man sie anschneiden. 
 
Das Herz auf der kleinen Torte habe ich mit Kuvertüre aufgespritzt.
Dabei mit Pergamentpapier eine Tüte formen und die Spitze abschneiden.
Mit Kuvertüre füllen und auftragen.

Vorsicht: es kann nichts ausgebessert werden.
Die cleane Oberfläche ist schnell zerstört.
 

Für die kleine Form (Durchmesser 17 cm) habe ich die Zutaten halbiert. 
Sie ist etwas höher geworden.