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Samstag, 9. September 2017

Wie man sich durch Rezepte verewigen kann: am Beispiel von Gougère de Bourgogne - ein pikanter Käsewindbeutel

Eine schöne Sache ist es schon immer, Koch- oder Kuchenrezepte weiterzugeben bzw. zu bekommen.
Meist steckt eine Einladung, ein Fest oder ein Geburtstag im Kollegenkreis dahinter. Mit diesen Rezepten (die man meist erbittet und manchmal werden diese Schätze nicht an jeden weitergegeben)  ist eben eine Situation oder eine Person festgehalten. Besonders kostbar ist so ein Rezept, wenn die betreffende Person nicht mehr lebt. Man kann sich also in Rezepten verewigen.

In diesem Fall ist es Helmut, der sich bei mir durch ein besonderes Rezept verewigt hat. Wir haben vor vielen Jahren zusammen im Volkshochschulkurs Französisch gelernt. Als der Kurs mangels Teilnehmern nicht mehr zustande kam und nur noch der harte Kern der Gruppe übrig war, hat uns Helmut  mitsamt dem Französischlehrer in seinem privaten Wohnzimmer aufgenommen. Da Helmut immer mit seiner Familie auf dem Campingplatz inmitten von Franzosen Urlaub gemacht hat, um den französischen Lebensstil kennenzulernen und seine Französischkenntnisse zu erweitern, hat er dieses köstliche Rezept kennengelernt. Und jedes Mal wenn ich diese köstliche Gougère zubereite, ist mir Helmut nahe. Seine Herzlichkeit und Begeisterung leben weiter...
Ich muss gestehen, daß sich im Zeitalter des PC in dieser Richtung viel verändert hat, was ja auch schön ist. Was damals die handgeschriebenen oder mit Schreibmaschine getippten Rezepte waren, ist jetzt ein Link oder Blog. Ich sehe das positive - es ist alles so viel unkomplizierter!

Für diese Gougère de Bourogne wird ein salziger Brandteig zubereitet. Sie schmeckt pikant, ist mit einem Windbeutel aus Käse zu vergleichen.


Gougère de Bourgogne

für eine Springform mit 24 cm Durchmesser 

300 ml Wasser 
100 g Butter
1 Teelöffel Salz
200 g Mehl
5 Eier
120 g Gruyère
weißer Pfeffer
1 Eigelb

Das Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, die Butter in den Topf geben und mit Salz würzen. Wenn alles zusammen kocht, den Topf von der Platte nehmen. Das Mehl auf ein Mal in den Topf geben und sehr schnell verrühren. Wenn der Teig trocken ist, nimmt man den Topf von der Platte und füllt den Teig in eine Schüssel um. 

Nun rührt man die Eier nacheinander dazu.

Den Gruyère reiben und 100 g davon unter den Teig mischen. Mit weißem Pfeffer würzen und nun den Teig in einer gefettete Kuchenform gleichmäßig verteilen. 

Mit Eigelb bestreichen und dann mit dem restlichen Käse bestreuen.

Bei 200° C im Backofen 35-45 Minuten backen.

Dieses Rezept passt super für eine Abendeinladung bei einem Glas französischem Rotwein.

Freitag, 10. Februar 2017

Pasta mit Gemüse, ofengeröstetem Rosenkohl und Käsesauce


Pastarezepte kann man ja nie genug ausprobieren, und bevor der Winter vorbei ist, gibt's hier mal noch eine winterliche Pasta: Spaghetti mit Karotten, Lauch und ... geröstetem Rosenkohl. In einer leckeren Käsesauce.

Das Rezept von Experimente aus meiner Küche hatte ich mir schon letzten Winter abgespeichert, bin aber nie zum Nachmachen gekommen. Jedenfalls ist es mir aus mehreren Gründen als besonders aufgefallen: Zunächst wegen dem gerösteten Rosenkohl. Mein Verhältnis zu Rosenkohl ist ja gespalten und ich muss ihn auch nicht täglich essen. Aber ich muss auch sagen, dass dies der beste Rosenkohl war, den ich je gegessen habe, durch das Backen im Ofen wird er schön knusprig und süßlich, und meiner war auch nicht zu bitter diesmal. dann gefällt mir, dass noch typisches Wintergemüse wie Lauch und Karotten in das Rezept kommen. Und die Form der Karotten, in längliche, dünne Streifen geschnitten, gefällt mir. Nächstes Mal werde ich sie noch dünner machen (mittlerweile habe ich auch den passenden Gemüsehobel). Und dann natürlich die Käsesauce... die merke ich mir als Grundrezept, kann man ja auch mit anderen Gemüsesorten kombinieren. Also alles in allem ein rundum tolles Rezept. Danke!

Bei mir gab's übrigens Dinkelspaghetti dazu. Die waren wahnsinnig lecker, hätte ich gar nicht gedacht.




Freitag, 18. April 2014

Quinoa-Salat mit Pilzen, Haselnüssen, Cranberries und Petersilienpesto

Auch wenn das Quinoa-Jahr 2013 vorbei ist, Quinoa spielt 2014 noch eine zentrale Rolle bei meiner Ernährung und auf diesem Blog. Die Körner gibt es bei mir sehr regelmäßig als Kohlenhydrat-Beilage zu Gemüsegerichten oder einfach nur so abgekocht und etwas gewürzt zum Frühstück (insbesondere als Grundlage vor Laufwettkämpfen). Aber meine Liste der vorgemerkten Rezepten, welche im Laufe des letzten Jahres entstanden ist, arbeite ich ebenso fleissig ab. Diesmal kann ich euch wieder ein besonderes Rezept präsentieren: Einen warmen Quinoa-Salat mit Pilzen, Haselnüssen und Cranberries. Dieser wird mit einem Petersilienpesto serviert, was ich eine sehr schöne Idee finde (macht sich auch optisch gut). Der Salat ist wirklich lecker, und ist auch nach meinem Empfinden mal was Anderes/Besonderes.

Das Rezept ist aus dem schönen Buch "Gemüse satt - 140 vegetarische Lieblingsgerichte" von Alice Hart. Unten findet ihr meine leicht abgewandelte Version.

Das Pesto merke ich mir für Variationsmöglichkeiten, was das Grünzeugs bzw. die Nüsse angeht.


Quinoa-Salat mit Pilzen, Haselnüssen, Cranberries und Petersilienpesto 

für 4 Portionen

für den Salat:
20 g getrocknete Pilze
300 g frische Champignons (oder andere Pilze)
30 g Butter 
1  EL Olivenöl
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
175 g Quinoa
Salz
100 g getrocknete Cranberries
2 EL Zitronensaft
75 g Haselnusskerne

Die getrockneten Pilze in 450ml heissem Wasser einweichen lassen.
Die Champigons waschen, putzen und in Streifen schneiden. In einer Pfanne die Hälfte der Butter und das Öl erhitzen, dann darin die Champignons für ein paar Minuten scharf anbraten. Anschliessend die Pfanne vom Herd nehmen, die Pilze umfüllen und beiseite stellen. 
Die Zwiebel waschen, schälen und fein hacken. Den Knoblauch ebenso. Nun in der Pfanne den Rest der Butter erhitzen und zunächst die Zwiebeln darin für ein paar Minuten glasig dünsten. Dann den Knoblauch und die Quinoakörner dazugeben und alles für ein paar weitere Minuten anbraten.
Nun das Wasser der eingeweichten Pilze abgiessen und auffangen. Die Pilze hacken. Das Pilzwasser in die Quinoa-Pfanne geben und aufkochen lassen. Bei geringer Hitze das Quinoa gar kochen (ca. 15-20 Minuten). Gegen Ende die getrockneten Pilze und Cranberries hinzugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. 
 Während dessen die Haselnusskerne hacken und in einer Pfanne etwas anrösten.
Ist das Quinoa gar, die Pfanne vom Herd nehmen, alles etwas abkühlen lassen und den Zitronensaft untermengen. Den Quinoa-Salat zusammen mit Petersilienpesto und den gerösteten Haselnusskernen garniert servieren.

für das Pesto:
40 g Petersilie
60 g Haselnusskerne
75 g Gruyère (alternativ: Parmesan)
75 ml Olivenöl
Salz
Pfeffer

Die Petersilie waschen, die groben Stiele entfernen und grob hacken. Den Käse reiben. Haselnusskerne, Petersilie und Käse mit einem Mörser/Mixer zerkleinern. Als letztes das Öl nach und nach dazugeben und alles weiter mörsern (mixen) bis zur Pestokonsistenz. Das Pesto Salz und Pfeffer abschmecken.

Montag, 20. Januar 2014

Ofenkartoffeln gefüllt mit Ricotta, Oliven und getrockneten Tomaten

Bei meinem Jahresrückblick 2013 habe ich mich ja negativ zu einem Rezept des Avoca-Kochbuchs aus Irland geäussert, indem ich das "Lentil-Nut-Loaf" als die grösste Enttäuschung des Jahres deklarierte.
Das ändert an meiner Begeisertung für die Marke Avoca nichts, zudem gibt es auch ganz tolle Rezepte aus dem Kochbuch. Ein weiteres Beispiel (nach dem Pizzabelag und dem Broccolisalat) dafür sind die gefüllten Ofenkartoffeln. Eine Inspiration für eine Füllung lautet folgendermassen: Ricotta, Oliven, getrocknete Tomaten und Basilikum. Und die gefüllte Kartoffel wird dann mit etwas Gruyère überbacken. Diese Füllung habe ich ausprobiert und für sehr lecker empfunden. Durch den Ricotta in der Füllung muss man nicht unbedingt einen Dipp dazuservieren (denn die "puren" Folienkartoffeln gibt's bei mir immer mit Sour Cream). Daher gab's bei mir einen Rucolasalat dazu. Und die Oliven und Tomaten sorgen für die Würze des Gerichts. Eine leckere Kombination. Zudem bin ich inspiriert für weitere Variationen der gebackenen, gefüllten und zum Schluss auch noch überbackenen Kartoffeln.


Ofenkartoffeln gefüllt mit Ricotta, Oliven und getrockneten Tomaten

für 2 Portionen

2 grosse Kartoffeln (bei mir je 300 g), festkochend
etwas Olivenöl
60 g Ricotta
10 schwarze Oliven
40 g getrocknete Tomaten
10 Blätter Basilikum
Salz
Pfeffer
30 g Gruyère

Den Backofen auf 180°C (Ober-und Unterhitze) vorheizen. Die Kartoffeln waschen, trocknen, mit Olivenöl bepinseln und dann im Ofen backen, bis sie gar sind (Backzeit variiert je nach Grösse der Kartoffeln, bei meinen riesen Kartoffeln war es eine Stunde, bei kleineren reichen auch 45 Minuten).
Die Oliven in dünne Ringe schneiden, das Basilikum waschen und fein hacken. Die getrockneten Tomaten in kleine Stücke schneiden. Die Zutaten für die Füllung (Ricotta, Oliven, Basilikum, getrocknete Tomaten) vermengen und alles mit Salz und Pfeffer würzen. Den Gruyère reiben.

Die Kartoffeln aus dem Ofen holen, sobald sie gar sind. Die Ofentemperatur auf 200-220°C hochschalten. Nun einen kleinen "Deckel" der Kartoffeln abschneiden und diese anschliessend aushöhlen (ich habe einen ca. 1 cm breiten Rand gelassen, damit die Sache stabil bleibt. Das Kartoffelinnere mit dem Rest der Füllung vermengen, und danach wieder die ausgehöhlten Kartoffeln damit befüllen (es macht nichts, wenn die Füllung etwas überläuft). Mit dem Gruyère bestreuen und für weitere 10 Minuten backen, bis die Füllung heiss und der Käse geschmolzen ist.

Freitag, 20. Dezember 2013

Spinatlasagne

Seit ich alleine in einer 2-Zimmerwohnung lebe, habe ich auch die Kapazitäten, ein paar mehr Leute als zu WG-Zimmer-Zeiten zum Essen einzuladen. Genau gesagt kann ich sieben Leute einladen, und uns dann zu acht um den (ausziehbaren) Esstisch platzieren. Bei mehr Leuten würde es aus mehreren Gründen eng wergen, z.B. habe ich auch nur acht Mal Besteck. Würde ich mehr Leute einladen, müsste ich das ganze als "Party" und nicht mehr als "Dinner" deklarieren. Jüngst gab es aber ein "Dinner", bei dem ich Freunde bekocht habe. Als Essen habe ich mir Lasagne ausgesucht - ein Klassiker für das Kochen für mehrere Leute auf Einmal. Meine Strategie, am vorhergehenden Abend bereits vorzukochen ging zwar in der Hinsicht auf, dass ich mich am Tag des Dinners nicht mehr um die Hauptspeise kümmern musste. Allerdings ging meine Planung in der Hinsicht daneben, dass ich die Zeit unterschätzt hatte, die zwei große Lasagneformen (direkt aus dem gut gekühlten Kühlschrank kommend) zum Heißwerden im Ofen brauchen. Das dauerte peinlich lange Zeit, in der ich meinen Gästen nur Wein anbieten konnte. Aber aus dem Fehler hab ich als Gastgeberin gelernt, sollte nicht wieder passieren und der Abend war trotzdem super.

Neben der klassischen Lasagne mit Hackfleisch habe ich noch Spinatlasagne zubereitet. Lasagne mit viel frischem Spinat, einer  feinen, leicht süßlichen Tomatensauce und einer Béchamelsauce mit Käse. Das Rezept ist ein Familienklassiker - und diese vegetarische Variante einer Lasagne kommt bei sehr vielen Leuten besser an als die nicht-vegetarische. Inklusive mir natürlich, ist ja klar, für was ich mich entscheide, wenn ich die Wahl zwischen Spinat und Hackfleisch habe ;-)


Spinatlasagne

für 4-6 Portionen (Form mit den Maßen 18 x 25 cm)

Pasta:
12 Standard-Lasagneblätter (ein Blatt hat bei mir 18 g gewogen, also insgesamt 216 g)

Zutaten für die Tomatensauce:
2 Zwiebeln
2 EL Olivenöl
2 Dosen Tomaten, stückig (800 g)
1 EL Honig
Cayennepfeffer
Salz
Pfeffer

Spinat:
1 kg frischer Spinat

Zutaten für die Béchamel-Sauce:
40 g Butter
40 g Mehl
500 ml Milch
75 g Gruyère
1 Prise Muskat
Salz
Pfeffer

Belag:
75 g Gruyère

 Am besten ist es, mit der Zubereitung der Tomatensauce zu beginnen. Während diese vor sich hin köchelt, kann in Ruhe der Rest vorbereitet werden. Die Zwiebeln fein hacken. In einer Pfanne das Öl erhitzen. Dann die Zwiebeln darin glasig dünsten (ca. 5 Minuten. Die Herdtemperatur etwas herunterschalten und die Dosentomaten hinzufügen. Alles mindestens 20 Minuten köcheln lassen, 30 Minuten sind besser. Am Schluss mit dem Honig, Cayennepfeffer, Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Spinat waschen, die groben Stiele entfernen und anschliessend 1Minute in kochendem Wasser blanchieren. Etwas abkühlen lassen und dann sehr gründlich das Wasser ausdrücken, bevor man den Spinat in die Lasagneform schichtet.

Den Käse reiben. Für die Béchamelsauce in einem Topf die Butter zerlassen. Das Mehl hinzufügen und unter Rühren ca. 2 Minuten anrösten. Anschliessend die Milch dazugiessen. Alles unter ständigem Rühren ein Mal aufkochen lassen. Dann die Herdplatte ausschalten, die Sauce vom Herd nehmen, während die Hälfte des Käses (75 g) eingerührt wird. Wieder auf die ausgeschaltete Herdplatte zurückstellen, mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken und rühren, bis eine glatte Sauce entstanden ist.

Den Ofen auf 180°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. In die Auflaufform zunächst etwas Tomatensauce, dann etwas Béchamelsauce und schließlich etwas Spinat geben. Drei Lasagneblätter darüberlegen. Diesen Vorgang 4 Mal wiederholen. Nach der vierten Schicht mit einer üppigen Schicht Béchamelsauce auf den Lasagneblättern abschliessen.

(Mein Gedankengang zur Schichtung: Das gibt also 4 Schichten Tomatensauce, 4 Schichten Spinat, 4 Schichten Lasagneblätter und 5 Schichten Béchamelsauce. Ich habe die Tomatensauce vorher in 4 Portionen geteilt, sodass die Sauce gleichmässig verteilt ist. Mit der Béchamelsauce bin ich bei den ersten vier Schichten eher sparsam umgegangen, und habe mir ca. 1/3 der gesamten Menge für die 5. und letzte Schicht aufgehoben. So haben die unteren Lasagneblätter durch die Tomatensauce genug Flüssigkeit abgekommen, und die oberen durch die Béchamelsauce). 

Die Lasagne mit dem restlichen Gruyère bestreuen und für ca. 45 Minuten im Ofen backen (falls der Käse vor dem Ende der Backzeit schon gut gefärbt ist, mit Alufolie abdecken).

Freitag, 11. Januar 2013

Bulgurauflauf mit Romanesco und Paprika


Auch wenn ich auf dem Markt momentan immer nach Grünkohl Ausschau halte, vergeht kaum ein Marktbesuch, ohne dass eine von mir bis Dato noch nicht selbst gekochte Gemüsesorte in meinem Einkaufskorb landet. Kürzlich konnte ich bei dem zufällig erblickten und sehr edel aussehenden Romanesco nicht widerstehen. Die vielen filigranen Röschen, die den Romanescokopf spiralförmig angeordnet zieren, sind nur ein Beispiel mehr für die tollen Pflanzen, die die Natur hervorbringen kann.

Den Bulgurauflauf kann man natürlich auch mit anderen Gemüsesorten machen (die Sauce aus Ei, Quark und etwas Käse finde ich eine gute Basis für das Grundrezept) - bei mir sind es dann durch die Marktinspiration ganz spontan eben Romanesco und Mini-Paprika geworden.



Bulgurauflauf mit Romanesco und Paprika

für 1 Portion

50 g Bulgur
125 ml Gemüsebrühe
200 g Romanesco
100 g Paprika
25 g Gruyère (oder anderen Käse nach Geschmack)
1 Ei
40 g Quark
2 TL Zitronensaft
1/2 TL Chiliflocken (nach Belieben weglassen)
Salz Pfeffer

Den Bulgur waschen, mit 125 ml Gemüsebrühe aufkochen und bei geringer Hitze und geschlossenem Topfdeckel gar kochen (ca. 10 Minuten). Danach etwas abkühlen lassen. 
Den Romanesco in Röschen zerteilen, diese gründlich waschen und anschliessend ebenfalls ca. 10 Minuten in Salzwasser bissfest garen.
Die Paprika waschen und in kleine Würfel schneiden.

Den Käse reiben. Den geriebenen Käse, das Ei, den Quark und den Zitronensaft zu einer Sauce verrühren. Mit Chiliflocken, Salz und Pfeffer abschmecken. 

Nun den Bulgur, das Gemüse und die Sauce vermengen und alles in eine kleine Auflaufform geben. Bei 200°C im Ofen für 15-20 Minuten backen.

Dienstag, 17. Juli 2012

Spinat-Käse-Soufflé

Wenn ich auf Reisen bin, setzt bei mir immer unmittelbar ein dauerhaftes Gefühl der Freude und Begeisterung ein, sodass ich nie freiwillig heim will. Meist zähle ich schon von Anfang an die Tage rückwärts, die mir noch bleiben. So widerstrebend ich die auch Rückreise antrete - wenn ich dann wieder in meinen eigenen vier Wänden ankommen bin, muss ich mir dann aber trotzdem eingestehen, dass es auch was hat, im eigenen Bett zu schlafen. Und wieder in der eigenen Küchen kochen zu können, bzw. überhaupt wieder kochen zu können. Das habe ich in den letzten Tagen auch schon wieder im wahrsten Sinne des Wortes ausgekostet.

Nach den Kochaktionen der letzten Tage war in meinem Kühlschrank noch eine gute Ladung frischer Spinat vorhanden, und Käse sowieso. Wie gut, dass ich das Kochbuch (Modern Classics) von Donna Hay so gut kenne und mir gleich einfiel, dass es dort ein Rezept für ein Spinat-Käse-Soufflé gibt. Ich musste nur noch schauen, auf welcher Seite es steht. Ich habe die Mengenangaben reduziert und 4 kleine Soufflés gebacken.


Im Ofen ist das Soufflé wunderbar aufgegangen, s.o. Als ich es dort herausgeholt habe, war es dann aber nicht ganz so standhaft und ist in sich zusammengefallen gewesen, bis ich ein ordentliches Foto schiessen konnte. Ich hab ja einiges gelesen, wie delikat die Angelegenheit ist, ein Soufflé zu machen, aber ganz klar ist es mir noch nicht: Ist das denn normal, dass ein Soufflé ziemlich schnell zusammenfällt?

Beim Zitronensoufflé von Donna Hay war das nämlich nicht so, aber das bestand auch grösstenteils aus Eiweiss, und da war kein Käse oder Spinat mit Wasseranteil drin. Geschmacklich fand ich das Spinat-Käse-Soufflé auf jeden Fall überzeugend. Und wenn es denn normal ist, dass ein Soufflé dieser Art nach ein paar Minuten in sich zusammenstürzt, dann hab ich nichts zu meckern.

3 Minuten später als Foto Nr. 1 ...

Spinat-Käse-Soufflé

adaptiert nach Donna Hay

für 4 Souffléformchen (Durchmesser 7,5 cm bzw. 125 ml Inhalt)

200 g frischer Spinat
30 g Butter
30 g Mehl
375 ml Milch
2 Eier
25 g Käse (Gruyère im Original, ich habe Cheddar verwendet)
Salz
Pfeffer
Semmelbrösel

Den Spinat waschen und anschliessend blanchieren. Im Anschluss abtropfen lassen und das Wasser gut ausdrücken. Den Spinat hacken. Den Käse reiben. 
Den Ofen auf 200°C vorheizen.
Die Butter in einem Topf erhitzen, dann das Mehl einrühren. Im Anschluss die Milch hinzugeben, alles aufkochen und zu einer Bechamelsauce einkochen lassen. Wenn die Sauce abgekühlt ist, den Spinat die Eigelbe und den Käse unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken
Die Souffléförmchen buttern und mit den Semmelbröseln ausstreuen.
Das Eiweiss steif schlagen und danach unter den Rest der Soufflémasse unterheben. Alles auf die Förmchen verteilen und im Ofen ungefähr 15 Minuten backen (es wird in der Anleitung explizit darauf hingewiesen, den Ofen während des Backens nicht zu öffnen).

Sonntag, 25. September 2011

Kuchen - heute mal pikant

Als ich am Freitag Abend in der Bibliothek war, um mir ein paar Filme und Bücher für's Wochenende auszuleihen, da bin ich am Regal mit den Kochbüchern auch nicht einfach so vorbeigekommen. Und mit dem Buch Cake & Kuchen habe ich sogar einen richtigen Glücksgriff gemacht. Anders als bei anderen Kategorien bin ich bei Koch- und Backbüchern ziemlich oberflächlich, denn die schönen Bilder von sämtlichen süßen und pikanten "Cakes" im Buch von Ilona Chovancova mich haben beim Durchblättern gleich in den Bann gezogen.

Da ich noch Parmesan und ein Exemplar einer Zucchini aus dem Gemüsegarten (diese Zucchinilieferungen scheinen dieses Jahr kein Ende zu nehmen) da hatte, habe ich gleich einen Zucchini-Parmesan-Cake gebacken. Der gebackene Kuchen schmeckt so richtig schön würzig nach viel Käse, schön saftig durch die Zucchini und frisch durch das Basilikum. Wirklich, wirklich gut (muss ich nochmal betonen, da ich ja fast alles lobe, was ich hier mache)!
Und ich fand ihn als Beilage zur Suppe mit dem herbstlichen Verwandten der Zucchini in Orange richtig passend. Suppe begleitet von einem pikanten Kuchen wird's hier also öfter geben.


Zucchini-Parmesan-Cake

adaptiert nach Ilona Chovancova

600 g Zucchini
10 Blätter Basilikum
3 Eier
100 ml Milch
80 ml Öl
100 g Gruyère, gerieben
100 g Parmesan, gerieben
200 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
Salz (bei mir war es etwas mehr als 1/2 TL)
Pfeffer

Die Zucchini waschen und mit einer Reibe raspeln (den Käse ebenfalls, wenn nicht schon gerieben). Das Basilikum waschen und kleinschneiden.

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Eine Kastenform ausbuttern und bemehlen.

Die Eier mit dem Öl und der Milch in einer Schüssel mit dem Handmixer verrühren. Das Mehl und Backpulver einsieben und alles verrühren. Nun den Käse hinzufügen. Die Zucchini leicht ausdrücken und zum Teig geben. Alles vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Teig in die Form füllen und alles ca. 55 Minuten auf der unteren Schiene im Backofen backen.

Donnerstag, 4. August 2011

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

In der vergangenen Woche habe ich mich rar gemacht. Dies hat einen einfachen und alles erklärenden Grund namens Umzug. Nachdem ich in den letzten Monaten viel rumgekommen bin, an verschiedenen Orten  und schließlich auch bei meinen Eltern gewohnt habe (was insgesamt auch eine sehr schöne und interessante Zeit war), sitze ich nun in meiner ersten ganz eigenen Wohnung und bin überglücklich.

Und der Umzug ist in meinem Fall noch nicht alles, ich bin auch ausgewandert. Ausgewandert in das nahe Ausland, nämlich in die Schweiz. Nach gründlichen Überlegungen, an welchem Ort und in welcher beruflichen Tätigkeit ich meine Zukunft sehe, habe ich mich dann für ein Jobangebot aus der Schweiz entschieden. Und auch jetzt freue ich mich neben den spannenden Herausforderungen im Berufseinstieg auch sehr darauf, eine neue Umgebung und ein anderes Land genau zu erkunden.

Bisher war ich immer, wenn ich an einem Ort neu angekommen bin, durch die ganzen neuen Eindrücke und voller Vorfreude auf das was kommt, in einem richtigen Höhenflug. Auch wenn ich der Prosa normalerweise näher als der Poesie stehe, nun ein Gedicht. Denn mein Lieblingsgedicht von Hermann Hesse passt im Moment ganz genau zu meiner Situation und Stimmungslage. 


Stufen

von Hermann Hesse

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen.

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!



Und nachdem ich meinen Ofen mit mehreren Tiefkühlpizzen eingeweiht habe, wurde heute zum ersten Mal richtig gekocht. Da nochmals eine Megazucchini-Lieferung aus dem Gemüsegarten meiner Eltern kam, gab es diesmal gefüllte Zucchini. In irgendeiner Zeitschrift hatte ich ein leckeres Bild gesehen (kann mich aber nur noch an die Zucchiniringe und Karotten erinnern) und Zucchini "in diesem Style" habe ich daher heute selbst gemacht:

Gefüllte Zucchiniringe

für 2 Portionen

700 g Zucchini 
1 Karotte (ca. 120 g)
1 Schalotte
50 g Gruyère
Salz
Pfeffer

Den Ofen auf 180°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Die Zucchini waschen und in 3,5 cm dicke Stücke schneiden. Diese Stücke anschließend aushöhlen und dabei einen Rand von 0,5-1 cm lassen. Das Fruchtfleisch in eine Schüssel geben und mit einer Gabel oder einem Pürierstab zerkleinern. Die Karotten waschen, raspeln und ebenfalls in die Schüssel geben. Die Schalotte in kleine Stücke schneiden, den Gruyère raspeln und mit der Zucchini-Karotten-Masse vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Zucchiniringe auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Die Füllung in die Ringe geben und alles ca. 35 Minuten backen.
Anmerkung: Das Gemüse hat so noch Biss (es wurde ja nicht vorgekocht).