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Dienstag, 2. August 2016

Der Reiz des Gärtnerns


Auf meinem anderen Blog habe ich eben einen Artikel über den Reiz des Gärtnerns geschrieben. Irgendwie auch Food-Blog-relevant. 
Daher kommt hier der Link zum Artikel, falls ihr jemand lesen möchte:



Montag, 9. Februar 2015

Warum mich das Thema "vegane Ernährung" so sehr beschäftigt ...

Vegane Ernährung - es soll nicht das einzige Thema auf meinem Blog werden, aber da es bei mir derzeit ein großes Thema ist, teile ich einfach gerne meine Gedanken.

Ausschlaggebend für diesen Beitrag war ein sehr empfehlenswerter Zeit-Artikel über Büffelmozzarella: Käse mit Blut. Die Überschrift klingt schon mal unangenehm, ist die Sache auch. Auch wenn Verdrängung einfacher ist, lohnt sich die Auseinandersetzung mit dem Thema. In dem Artikel geht es um die Herstellung von Büffelmozzarella. Kurz gesagt wird dargelegt, dass das Geschäft in der Hinsicht sehr brutal ist. Männliche Büffel, die keine Milch zur Käseherstellung geben und deren Fleisch niemand essen will, werden von den Bauern oft einfach vernachlässigt und verdursten oder verhungern elend ... praktisch das gleiche Problem wie bei der Hühnerindustrie, wo männliche Küken direkt nach der Geburt getötet werden, da sie keine Eier legen. Und da die effizient eierlegende Rasse nicht so schnell Fleisch ansetzt, gibt es für die männlichen Wesen keine Verwendung.

Und da horche ich als Vegetarierin nun auf. Ein Grund für mein vegetarisches Dasein hängt auch damit zusammen, dass so keine Tiere für mein Essen getötet werden müssen. Allerdings trifft es eben nur indirekt zu, dass ich keine Tiere auf dem Gewissen habe. Für den Tod von männlichen Küken und Büffeln bin ich ja auch mitverantwortlich, wenn ich Eier und Käse esse. Bei mir als vegetarische Käseliebhaberin ist das natürlich ein wunder Punkt.

Wenn man den Gedanken der völligen Unabhängigkeit von tierischen Produkten zuende spinnt, dann muss man, will man ganz konsequent sein, eigentlich auch nachverfolgen, wie es den Bienen ergeht, die die Blüten der pflanzlichen Nahrung bestäuben. Da wird es dann praktisch zu einer Sache der Unmöglichkeit. Deshalb zurück zum eigentlichen Thema, das mich umtreibt: mit dem konsequenten Verzicht auf Eier und Milchprodukte wäre natürlich ein großer Schritt getan, weg von und den unschönen Seiten der (industriellen Massen-)tierhaltung.

Mein Fazit: so sehr mir Büffelmozzarella schmeckt, der Appetit ist mir vergangen. Und in Bezug auf den Verzicht auf Milchprodukte probiere ich weiter fleißig Alternativen aus, was mir im Moment sogar viel Spaß macht.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Über mein erstes Jahr als Vegetarierin - und eine vegane Testphase, die jetzt startet

Seit dem Jahr 2014 bin ich nun offiziell Vegetarierin. Nach 3 Monaten gab's ein Resumée, nach dem Meilenstein des ersten Jahres gibt's nochmals einen kurzen Lagebericht. Mit der Betonung auf kurz, denn die Lage ist schnell zusammengefasst: Mich komplett vegetarisch zu ernähren war eine super Entscheidung, mit der ich mich nach wie vor gut fühle. Ich habe Fleisch- oder Fischprodukte niemals vermisst und hatte so auch nie das Bedürnis, vegetarische Ersatzprodukte auszuprobieren. Viel mehr habe ich es genossen, mich durch gesunde Gemüsegerichte zu kochen, anstatt zu denken "wegen dem Eisen und den Proteinen sollte ich unbedingt mal wieder ein Stück Fleisch zu mir nehmen". Also wirklich kein Opfer für mich, auf Fleisch zu verzichten.


Mehr als satt wurde ich auch überall als Vegetarierin, auch wenn ich das ganze Jahr so oft erstaunt war, wie wenig Auswahl man als Vegetarier auf Speisekarten hat. Vielerorts ist fleischlastige Kost halt doch noch Standard. Wegen der Auswahlmöglichkeiten stört mich das wenig, da ich der Meinung bin, da wir eh viel zu oft viel zu viele Wahlmöglichkeiten haben, womit wir durch den Entscheidungsprozess sinnlos Zeit und Energie verschwenden. Die Auswahl auf der Speisekarte im Restaurant geht also schneller und das ist ein Vorteil ;-) Auf der anderen Seite rege ich mich einfach ab und zu sehr auf, wenn Leute Fleisch essen, ganz ohne zu hinterfragen, wo das denn herkommt. Zu diesem Thema habe ich mich auch auf die ein oder andere Diskussion eingelassen. Auch die Frage, warum ich denn zur Vegetarierin mutiert bin, habe ich oft und ausführlich beantwortet. Dabei habe ich immer versucht, meinem Gegenüber nicht auf den Schlips zu treten, sondern sachlich meine Motivation zu erklären. Sobald ich gemerkt habe, dass sich jemand Gedanken macht, woher er sein Fleisch bezieht, fand ich das immer sehr gut und halte den moderaten Fleischkonsum in diesem Falle auch keinesfalls für verwerflich. Und erstaunlich viele Leute machen sich Gedanken, so mein positives Fazit zu diesem Punkt nach einigen Gesprächen.

Und nun zurück zu meinem eigenen Konsumentenverhalten, bei dem ich ja ansetzen will: Auch durch die Feststellung, dass ich mich durch vegetarische Ernährung noch lange nicht unabhängig von industrieller Massentierhaltung mache (siehe meine Gedanken zum Film "more than honey"), finde ich, dass diese Lebensweise einen Schritt in die richtige Richtung darstellt. Und mir geht es aus viele Gründen (hier erläutert) sehr gut mit diesem Entscheid. Zudem setze ich mich auch gerne für Bewegung in einem meiner Meinung nach nötigen gesellschaftlichen Undenkprozess hin zu fleischärmerer Ernährung ein und spreche über meine Motivation. Viel wichtiger als Radikalität ist mir in jedem Falle aber ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln allgemein, also der Bezug möglichst regionaler, saisonaler und unbehandelter Lebensmittel. Sprich, bei genauerer Betrachtung komme ich zu dem Schluss, dass das Thema vegetarische Ernährung schlecht von dem Thema bewusstes Konsumentenverhalten separiert werden kann.

Und nun nochwas Aktuelles: Da ich auch öfters mit dem Thema vegane Ernährung in Berührung gekommen bin (ein riesen Trend, wenn man in den Mediun genau hinhört und der These Glauben schenkt), will ich diese Ernährungsweise endlich mal für eine längere Zeit (mindestens zwei Wochen am Stück) ausprobieren. Ab heute bin ich dabei, da es nie einen ganz optimalen Zeitpunkt geben wird. Dabei werde ich für mich immer vegan kochen, aber auswärts durchaus eine Ausnahme machen, sofern es sich nicht vermeiden lässt (aber nur unter der Bedingung). Offizielle Veganerin bin ich aber noch lange nicht ;-) Aber motiviert und gespannt auf neue Erfahrungen!

Dienstag, 22. April 2014

Typische Schweizer Produkte aus dem Supermarkt (aus Sicht einer Deutschen)

Beim Thema Backoblaten, die in deutschen Supermärkten leichter zu finden sind als in schweizerischen, ist die Idee zu diesem Artikel hier entstanden: Gourmande erwähnte, dass sie sich andersherum für nur in der Schweiz zu bekommende Lebensmittel interessieren würde:

"Ich bin ab und zu mal in Basel und wenn du tolle Tipps für nur in der Schweiz zu bekommende Lebensmittel hast, freu ich mich sehr! Ich stöbere so gern in ausländischen Supermärkten, mich interessiert das total und ich bin sicher nicht die einzige, der es so geht. :-)."

Nach knapp drei Jahren in der Schweiz schreibe ich doch gerne ein paar Zeilen zum Thema "typisch schweizerische Produkte" aus Sicht einer Deutschen. Dabei beschränke ich mich auf die im gängigen Supermarkt erhältlichen Produkte, basierend auf meinen persönlichen Erfahrungen.


Ein paar einleitende Worte: die Supermarktlandschaft wird von den zwei großen Detailhandelsunternehmen Migros und Coop beherrscht. Natürlich gibt es auch ein paar andere Player, auch Ableger der deutschen Discounterketten, auf die ich immer etwas peinlich berührt schaue - mich dann aber freue, wenn diese vergleichsweise leer sind hierzulande. Das deckt sich mit meinem Eindruck (und dem generellen Konsens), dass in der Schweiz mehr Wert auf regionale und qualitativ hochwertige Lebensmittel gelegt wird als z.B. in Deutschland, was sich auch in der Produktpalette von Coop und Migros widerspiegelt. Am liebsten gehe ich ja auf dem Markt einkaufen, oder auch mal in meinen Lieblings-Bioladen, aber regelmässig statte ich Coop oder Migros einen Besuch ab. Was die beiden Marken angeht, so ist das Land ja gespalten: es wird in Coop-Kinder und Migros-Kinder unterteilt, je nachdem, mit welchen Produkten man als Kind aufgewachsen ist und wo man einkauft. Als Ausländerin beziehe ich da nicht so klar Position, ich gehe in Läden von beiden Unternehmen. Generell würde ich sagen, die Migros erscheint mir noch schweizerischer als Coop (sind auch Kindheitserinnerungen im Spiel), die Auswahl an regionalem Gemüse find ich super und sie ist etwas günstiger. Aber manchmal gibt es auch Dinge/Markenprodukte, die ich nur im Coop finde und deshalb gehe ich auch dort hin.

Und nun geht's los mit den von mir ausgewählten Lebensmitteln:

Dienstag, 1. April 2014

Drei Monate als Vegetarierin: ein Résumée


Eine Auflistung meiner Erfahrungen/Gedanken:

1. Die vegetarische Ernährung habe ich wie angekündigt voll durchgezogen. Dabei hat mir der Verzicht auf Fleisch und Fisch gar nichts ausgemacht, und ich habe auch zu keinem Zeitpunkt plötzlich Appetit darauf bekommen (also kein "Reiz des Verbotenen", der sich plötzlich aufgetan hat).
Mein Befinden hat sich durch die vollständig vegetarische Ernährung nicht verändert, ich hab mich körperlich weder schlechter noch besser gefühlt. Das mag aber auch daran liegen, dass ich davor schon sehr wenig Fleisch und Fisch gegessen habe.

2. Ich bin in keine Situation gekommen, in der es mir unangenehm war zu sagen, dass ich mich vegetarisch ernähre, also z.B. in der ich eine mit liebe gekochte Speise ablehnen und jemanden kompromittieren musste.
Dennoch bin ich sehr erstaunt, wie gängig es noch ist, eine Fleischkomponente in sämtlichen Speisen vorzufinden.
Sei es auf den Speisekarten von Restaurants, die zu 80% aus Nicht-Vegetarischen Gerichten bestehen, bei einer Sandwichauswahl beim Bäcker/bei Caterern, wo lediglich ein paar Sandwiches am Rand "nur" mit altem Käse belegt sind, wo man andererseits zwischen Lachs, Thunfisch, Schinken, Krabben und Hühnchen wählen kann. Oder am Buffet im Hotel, wo auch das Gemüse oder den Nudelauflauf mit Tomaten aus mir unerfindlichen Gründen noch mit Speck ergänzt werden müssen.
Sprich, es ist durchaus möglich, sich vegetarisch zu ernähren, aber ich verstehe einfach nicht, warum es einem so schwer gemacht wird. Nach meinem Verständnis sollte es normal sein, sich grundsätzlich fleischlos zu ernähren und eben wenn man will, sich mal ein Stück Fleisch oder Fisch von Qualität zu gönnen, in dem Bewusstsein, dass das teurer ist und man demnach auch ein wenig mehr Geld dafür auszugeben bereit sein muss. Denn für mich ist die Rechnung einfach: Ueber das Zeitalter, wo Fleisch ein Statussymbol für Wohlstand ist, sollten wir doch mehr als 60 Jahre nach dem Ende der Weltkriege des verangenen Jahrhunderts nun hinaus sein, oder? In dieser Zeit ist der Produktionsprozess der Nahrung für Konsumenten sehr entfernt und ungreifbar geworden - und der Fleischkonsum irgendwie normal. Man muss sich keine Gedanken machen, wo dieses herkommt. Von einer fleischärmeren Ernährung würden wir alle und unsere Umwelt aus verschiedenen Gründen profitieren. Aber leider ist dieser gesellschaftliche Wandlungsprozess hin zu einer etwas bewussteren Ernährung maximal in den Kinderschuhen. Aber genug gepredigt für den Moment ....

3. Aufgerüttelt hat mich die Tatsache, dass ich trotz vegetarischer Ernährung nicht unabhängig bin von industrieller Massentierhaltung und z.B. wenn ich Mandeln aus Kalifornien esse ein paar Bienen auf dem Gewissen habe wie hier erläutert, nachdem ich die Dokumentation "More than Honey" gesehen habe.

4. Fragen, die ich mir stelle: Will ich als Vegetarierin nun auch auf Gummibärchen etc. (also Produkte mit Gelatine, die aus Knochen von Tieren hergestellt wurden) verzichten? Was ist mit Lederprodukten? Die Beantwortung dieser Fragen habe ich bisher aufgeschoben, da meine Schwäche was Süsses anbelangt bei Schokolade liegt und ich gar keinen Appetit auf Gummizeug hatte. Und Accessoires aus Leder und im Allgemeinen habe ich mir in den letzten Monaten ebenfalls nicht angeschafft.

Fazit:

Auch durch die Feststellung, dass ich mich durch vegetarische Ernährung noch lange nicht unabhängig von industrieller Massentierhaltung mache, finde ich, dass diese Lebensweise einen Schritt in die richtige Richtung darstellt. Da fange ich bei mir selbst an und deshalb ernähre ich mich auch weiter vegetarisch. In dieser Hinsicht setze ich mich auch gerne für Bewegung in einem meiner Meinung nach nötigen gesellschaftlichen Undenkprozess hin zu fleischärmerer Ernährung ein und spreche über meine Motivation. Viel wichtiger als Radikalität ist mir in jedem Falle aber ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln allgemein, also der Bezug möglichst regionaler, saisonaler und unbehandelter Lebensmittel. Sprich, bei genauerer Betrachtung komme ich zu dem Schluss, dass das Thema vegetarische Ernährung schlecht von dem Thema bewusstes Konsumentenverhalten separiert werden kann.

Sonntag, 23. März 2014

Ein neuer Aspekt industrieller Massentierhaltung mit großer Tragweite: Bienenzucht

"More than Honey" ist eine Dokumentation, in der der Schweizer Regisseur Markus Imhoff dem weltweiten Bienensterben auf den Grund gehen will. Nachdem der Film nach dem Erscheinen in den Kinos im Jahr 2012 große Wellen schlug, wollte ich ihn mir auch unbedingt ansehen und habe die DVD aus der Bibliothek ausgeliehen. Das Anschauen hat mich sehr bewegt (auch im Zusammenhang mit dem aktuellen Thema Vegetarismus, wie ihr weiter unten lesen könnt), sodass ich mich entschieden habe, auch auf meinem Blog ein paar Worte darüber zu verlieren.

Der Dokumentarfilm ist bildgewaltig, und deshalb fand ich ihn allein schon durch die Nahaufnahmen einzelner Tierchen sowie die Fernaufnahmen ganzer Bienevölker fesselnd und ergreifend.

Als Laie konnte ich sehr viel über Bienen lernen. Mir war nicht bewusst, dass Bienen solch intelligente Tiere sind und der Organismus eines Bienenvolkes derart komplex ist. Ebenfalls nicht bekannt war mir, dass Bienen rund ein Drittel der Pflanzen bestäuben, von denen wir Menschen uns ernähren! Sterben nun die Bienen, würde uns also nicht nur der natürlich produzierte Honig als Süßungsmittel wegfallen, sondern ein Drittel der Welternte ... das ist doch wirklich krass.

Es wird in "More than Honey" sehr schnell klar, dass für das Sterben der Bienenvölker vor allem der Mensch verantwortlich ist, der durch sein Eingreifen den natürlichen Organismus der Bienenvölker völlig aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Durch industrielle Honigfarmen und Bienenzüchter im großen Stil auf die Spitze gebracht. Im Film wird zum Beispiel ein US-amerikanischer Bienen-„Farmer“ gezeigt, der mit seinen Völkern je nach Blütezeit pro Jahr ein Mal quer durch’s Land fährt um die Bienen jeweils auf die gerade blühenden Plantagepflanzen loszulassen.

Die Problematik gleicht von industrieller Massentierhaltung im Allgemeinen. Die Bienenvölker werden (nicht nur während der Autofahrten durch’s ganze Land, die für die Tiere besonders qualvoll sein müssen) auf kleinsten Raum gehalten, so breiten sich Krankheiten und Seuchen leichter aus und im Falle der Bienen haben parasitäre Milben unter diesen Bedingungen leichtes Spiel (diese sind für die Bienen tödlich). Als Folge kommen zum Teil Antibiotika zum Einsatz.
Abgesehen davon kommen Bienen heutzutage mit Pestiziden in Berührung, die auf die Pflanzen eingesetzt werden ... Bienensterben als Folge von alledem durch Menschenhand verursacht scheint wenig verwunderlich.

Aufgerüttelt an dem Film hat mich speziell die Tatsache, dass auch ein Vegetarier nicht unabhängig von industrieller Massentierhaltung ist. Sprich, wenn ich Mandeln aus Kalifornien esse, sind daran sehr wahrscheinlich Bienen gestorben. Und das ist ja nur ein Beispiel aus dem Film, das sicher auch auf viele andere Lebensmittel zutrifft, die irgendwie mit industrieller Produktion zu tun haben. Die Frage der Tierethik, ob eine Biene nun mit einem Rind (oder einer Mücke?) auf eine Stufe zu stellen ist, will ich in diesem Rahmen unbeleuchtet lassen.

Auch wenn es nur wie eine weitere traurige und unbequeme Wahrheit darüber scheint, wie der Mensch durch sein Eingreifen die Natur aus dem Gleichgewicht bringt und zerstört, so ist „More than Honey“ ein gut gemachter, bildstarker Film, bei dem der Laie einiges über Bienen und die Wichtigkeit ihrer Existenz lernen kann. Sprich, schaut ihn euch an! Oder kennt ihr den Film schon und wenn ja, was meint ihr dazu?

Dienstag, 11. März 2014

Faktenrecherche zum Eisenbedarf

Eisenmangel scheint ein weit verbreitetes Problem zu sein, schenkt man den Medien glauben. Oft werden in einschlägigen Artikeln als Vorbeugung bzw. Abhilfe des Mangels ein paar vermeintlich eisenhaltige Lebensmittel genannt. Oder es werden alternativen zur Eisenzufuhr mittels Nahrungsergänzungsmitteln oder Eisentabletten diskutiert. Mich hat die Lektüre einer Reihe solcher Artikel etwas verwirrt zurückgelassen (auch ich bin etwas verunsichert, denn ich weiß, dass meine Eisenwerte zu tief sind, und dass sie Läufer sogar um ihre Schnelligkeit bringen können, da der Sauerstofftransport im Blut bei Eisenmangel nicht optimal funktioniert). Bevor ich mir an diesem Punkt Gedanken zur Eisenaufnahme durch Ergänzungsmittel mache, wollte ich ein Mal ein paar Fakten zum wirklichen Eisengehalt in unseren Lebensmitteln haben.

Also bin ich den Tatsachen auf den Grund gegangen. Genauer gesagt heißt das, dass ich in Bezug auf konkrete Zahlen nachgeforscht habe, sprich den Eisenbedarf eines Menschen mit dem Eisengehalt in verschiedenen Lebensmitteln verglichen. Dabei habe ich die Mengen anders als in den meisten existierenden Tabellen auf solche herunter gerechnet, die ich von einem bestimmten Lebensmittel auch für gewöhnlich zu mir nehme: Gemüse in 100g-Portionen, Hülsenfrüchte habe ich auf 60g normiert, Nüsse auf 15g-Portionen, etc. Denn was nützt mir die Info, dass 100g Petersilie 3,5mg Eisen  beinhalten. Werde ich ab jetzt trotzdem nicht in Blumenstraußportionen essen … und auch wenn 100g Kürbiskerne drei Viertel meines täglichen Eisenbedarfes decken sollten, gehe ich mit ihnen etwas sparsamer um, denn Fett enthalten sie nicht gerade wenig.

Zum Eisenbedarf: Der Eisenbedarf eines Menschen hängt von vielen Faktoren ab (Alter, Geschlecht, körperliche Aktivität …). Aber auch für die gleiche Zielgruppe variieren die angegebenen Sollwerte zur empfohlenen Eisenaufnahme deutlich. Für eine erwachsene Frau, die keinen Leistungssport betreibt gehen die Werte von 10-12mg pro Tag (Wikipedia) zu 15mg (Eisen Netzwerk). Hubert Beck rät in seinem Marathonbuch einer Freizeitsportlerin zur Eisenaufnahme von 16mg pro Tag, einer Leistungssportlerin zu20mg pro Tag. Für Männer ist der Eisenbedarf generell etwas geringer. Ich habe meine Vergleiche auf 15mg pro Tag basiert.

Schaut euch unten genannte Werte der Tabelle ein Mal an und berechnet, durch welche beispielhafte Nahrungszusammenstellung ihr auf den Wert kommt.


Kategorie / Lebensmittel Menge (g) Eisen (mg)

Gemüse


Pfifferlinge 100 6,5

Tobinambur 100 3,7

Spinat 100 3,5

Schwarzwurzel 100 3,3

Feldsalat 100 2,5

Erbsen 100 1,9

Grünkohl 100 1,9

Möhren 100 1,7

Zucchini 100 1,5

Broccoli 100 1,2

Champignons 100 1,2

Rote Beete 100 0,8





Hülsenfrüchte / Soja


Sojabohnen (getr.) 60 5,8

Linsen (getr.) 60 4,8

Weisse Bohnen (getr.) 60 4,2

Kichererbsen 60 3,7





Getreide & Brot


Haferflocken 30 1,5

Weizenkleie 30 5,3

Quinoa (ungekocht) 60 6,5

Hirse  (ungekocht) 60 3,5

Reis  (ungekocht) 60 2,0

Vollkornbrot 100 2,7





Körner & Nüsse


Kürbiskerne 15 1,9

Sesam 15 1,5

Sonnenblumenkerne 15 0,9

Mandeln 15 0,6

Haselnüsse 15 0,6

Kokosraspeln 15 0,5

Walnüsse 15 0,4





Fleisch & Fisch


Blutwurst 100 29,4

Schweineleber 100 22,1

Austern 100 5,8

Pute 100 3,0

Rindfleisch 100 2,9

Schweinefleisch 100 2,5

Krabben 100 1,8

Lachs 100 0,7





Tierisch


Ei  1 Stück (ca. 50 g) 0,9





Trockenfrüchte


getr. Aprikosen 30 1,7

Rosinen 30 0,6





Gewürze


Kurkuma 1 0,4

Zimt 1 0,4

Kardamon 1 1,0





Kräuter


Petersilie 20 0,7

Donnerstag, 2. Januar 2014

Quinoa in den Medien - ein Abriss - Teil II

Heute gibt's nochmals Lesefutter. Ich hatte über die Feiertage und den Jahreswechsel genügend Zeit (da ich ja etwas krank war und keinen Sport machen konnte) und Lust (etwas geistige Anstrengung darf schon sein), Aufsätze zu schreiben:

Im August diesen Jahres habe ich im Rahmen des Internationalen Quinoa-Jahres (International Year of Quinoa - IYQ) und meines Blog-Projektes (siehe hier für detaillierte Informationen) bereits einen Artikel geschrieben, der einige Aspekte der Produktion und des Konsums von Quinoa beleuchtet. Kurz nach dem Abschluss des Quinoa-Jahres 2013 möchte ich nun mit ein paar weiteren Gedanken an diesen Artikel anknüpfen sowie die offizielle Beurteilung der Vereinten Nationen zum Themenjahr zusammenfassen.


Die Bilanz der Vereinten Nationen zum IYQ sieht, in einem Satz ausgedrückt, eindeutig positiv aus (Quelle: UN declares International Year of Quinoa 2013 a success). Die Initiative hat das Bewusststein und den Stellenwert für Quinoa als äußerst gesundes Grundnahrungsmittel erhöht, was sich auch in rasant steigenden Nachfrageraten weltweit widerspiegelt:

“Increased production and consumption of quinoa, coupled with higher visibility of and greater scientific knowledge about the so-called “Andean super crop” is the legacy left to the world by the International Year of Quinoa 2013, the closing ceremonies of which were held this week in Bolivia and Peru.”

Das führt mich zu einem weiteren Aspekt, der bereits mehrfach erwähnt wurde: Dadurch dass die Quinoapflanze bemerkenswert robust ist und auch unter sehr widrigen Umweltbedingungen gedeihen kann (wie auf 4000m über dem Meeresspiegel, hoch in den Anden), wird Quinoa grosses Potential zum großflächigen Anbau und somit zur Linderung des Welthungers zugemessen (hört sich nicht gerade bescheiden an, ich weiss). Das ist allerdings nicht so einfach und muss gründlich erforscht werden. Aber auch in dieser Hinsicht loben die Vereinten Nationen die Diskussionsplattform zu dem Thema, die das IYQ geschaffen hat:

„Greater production, marketing and consumption of quinoa has been supported by the extensive scientific and cultural review that countries have undertaken. Additional studies conducted over the past year were shared in the First Quinoa World Congress, which brought together academics and specialists from around the globe and allowed further progress in seed improvement.”

Auf der Seite Better Farming wird zum Beispiel jüngst über ein erfolgreiches Pilotprojekt zum Quinoa-Anbau auf kanadischem Boden berichtet.

Aber natürlich gibt es auch immer kritische Stimmen und ich möchte ja mehrere Seiten beleuchten. Auf einen interessanten Artikel zu den ethischen Aspekten des Quinoa-Konsums in der westlichen Welt bin ich auf der Seite One Green Planet gestossen. Zunächst wird in dem Artikel vor negativen Auswirkungen auf die Umwelt bedingt durch zunehmend industriellen in Anbaumethoden in Folge der rasch steigenden Nachfrage gewarnt. 

Ein weiterer interessanter Gedanke des Artikels ist, dass moralische Fragen aufgeworfen werden, wo immer Lebensmittel vor dem Verzehr durch den Endverbraucher durch die halbe Welt transportiert werden. Und daher wird zum Kauf von lokalen Produkten geraten – und in dem Fall vom Kauf von importiertem Quinoa in der westlichen Welt abgeraten. Generell kann ich diesem Argument nicht widersprechen, weshalb ich auch selbst beim Kauf von Lebensmitteln auf Regionalität achte. Sofern das eben möglich ist. Beim Kauf von Gemüse, welches ich anteilsmäßig viel mehr konsumiere als Quinoa, stehen Saisonalität und Regionalität weit oben. Aber bei Quinoa sind wir eben noch nicht soweit, dass es auf der ganzen Welt angebaut werden kann. Zudem meine ich, dass eben doch peruanische und bolivianische Kleinbauern auch von dem Nachfrage- und damit Preisanstieg von Quinoa profitieren können. Denn laut der Vereinten Nationen liegt die Produktion von Quinoa zum Grossteil (80%) in den Händen von südamerikanischen Kleinbauern. Auch noch hervorzuheben ist, dass es einem als Konsument hierzulande (= in der Schweiz - ich weiss nicht genau, wie es in Deutschland ist. Habe nur gehört, es war zwischenzeitlich "vergriffen") beim Kauf von Quinoa relativ einfach gemacht wird, was die Bio-Qualität und das „fair-trade“-Label angeht. So habe ich bisher kaum eine Packung ohne die beiden Labels gesehen.

Deshalb meine Schlussfolgerung: Es ist in Ordnung, weiter genau dieses Quinoa kaufen, um anderen Produktionsmethoden im Voraus entgegenzuwirken (aber die Gefahren des großflächigen Anbaus u.a. zum Schaden der Natur sehe ich natürlich auch, wenn Quinoa als Mittel gegen den Welthunger im grossen Stil angepriesen sind).

Ich höre wie immer gerne andere Meinungen zu diesem Thema. Und morgen folgt ein Roundup der Rezepte.