Montag, 29. September 2014

Ähtiopisches Linsengericht

Jetzt bin ich schon so lange am Bloggen (über 3 Jahre), dass sich meine Lebenssituation und entsprechend auch die Bedürfnisse in Bezug auf Essen im Laufe der Zeit öfters geändert haben. Und das spiegelt sich natürlich auch in meinem Speiseplan wider, worüber auch die hier verbloggten Rezepte Einiges aussagen. Es ist insbesondere für mich selbst interessant, wenn ich in der Historie meines Blogs stöbere und was ich so gekocht habe (von manch einem Rezept wäre ich heute auch nicht mehr so begeistert wie damals, wie zum Beispiel die Spaghetti Camemberto). Als ich mit meinem Blog begann, schrieb ich gerade meine Diplomarbeit, ich war also viel zu Hause, und habe für mich selbst gekocht, zum Teil auch relativ praktisch und einfach. Zum Einstieg ins Berufsleben hab ich mittags meist Auswärts gegessen und hatte abends keinen grossen Hunger mehr. So wurde das Kochen am Wochenende zu einem Highlight, und entsprechend zelebriert (in Form von ausgiebigen Kochsessions, bei denen es eben auch mal was Aufwändigeres wie Quinoa-Burger oder selbstgemachte Ravioli gab). Nach dem Wechsel der Arbeitsstelle habe ich zwar weniger in Restaurants gegessen, wurde aber über die firmeninterne Cafeteria versorgt. Zu diesem Zeitpunkt begann ich auch, viel (Ausdauer-)sport zu treiben, was sich auch in einer veränderten Ernährungsweise zeigte: sie wurde kurz gesagt gesünder (und die Portionen grösser). Essen wurde auf einmal zu einem wichtigen Mittel, dem Körper Treibstoff für die sportliche Leistung zu geben. Und ich habe auch begonnen, mir auch im Alltag ab und zu eine Ladung Kohlenhydrate nach einem abendlichen Training zuzubereiten und zu geniessen. Nun habe ich mich neulich entschieden, mich wieder ganz selbst zu bekochen, da ich so auf meine Bedürfnisse der sportlergerechten, vegetarischen Ernährung noch besser eingehen kann. Sprich, ich koche mir oft Hülsenfrüchte und Körner, die ich mit Gemüse zu einem Salat verarbeite und zur Arbeit mitnehme. Internationale Küche wird dabei immer noch gerne ausprobiert - zum Beispiel in der folgenden Form:


Ähtiopisches Linsengericht

für 2 Personen

130 g rote Linsen
300 ml Gemüsebrühe
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 grüne Paprika
2 EL Tomatenmark
Cayennepfeffer nach Belieben
1/2 TL gemahlener Ingwer
Salz
Pfeffer

Die Linsen mit der Gemüsebrühe in einem Topf aufkochen lassen, dann die Hitze zurückschalten und 5 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen (alles bei geschlossenem Topfdeckel). Zwiebel waschen, schälen und in feine Stücke hacken. Die Knoblauchzehe ebenso. Paprika waschen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Alles zu den Linsen geben und mitkochen, bis die Linsen gar sind (ca. weitere 10 Minuten). Tomatenmark und die Gewürze hinzugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Dazu passt sehr gut Joghurt und/oder Fladenbrot.

Das Rezept ist abgewandelt nach einer Version aus dem Kochbuch "Vegetarisch aus aller Welt."
Wer ganz original würzen will, sollte nach "Berbere", einer äthiopischen Gewürzmischung, Ausschau halten.

Samstag, 27. September 2014

Tajine mit Kartoffeln, Tomaten und Berberitzen


Rechts oben auf dieser Seite in der Headline habe ich meine neueste Anschaffung in Bezug auf das Kochen ja bereits präsentiert: ein vegetarisches Kochbuch für die Tajine. Durchgeblättert und die Bilder bewundert habe ich es bereits mehrer Male, und die Seiten mit besonders interessanten Gerichte zum Nachkochen habe ich auch mit kleinen Zettelchen versehen.
Beim ersten nachgekochten Gericht handelt es sich um die Tajine mit Kartoffeln, Tomaten, Kurkuma und Berberitzen. Dem liegt die Tatsache zugrunde, dass noch Kartoffeln von dem letzten Tajine-Gericht übrig waren, genauso wie eine halbe konfierte Zitrone. Zudem bin ich im Spezialitätenladen, als ich Kakaobutter besorgt habe, zufällig darauf aufmerksam geworden, dass dort auch Berberitzen verkauft werden. Die kleinen, säuerlich-süssen Beeren kenne ich bisher nur aus der iranischen Küche. Dort wird der typische Reis mit Safran oft auch mit Berberitzen zubereitet. Diese Tajine haben sie aber ebenfalls sehr gut ergänzt. Zusammen mit dem Kurkuma geben sie dem Gericht einen sehr orientalischen Touch.


Tajine mit Kartoffeln, Tomaten und Berberitzen

für 4 Personen
750 g Kartoffeln
500 g Tomaten
3 Schalotten
1/2 konfierte Zitrone (alternativ am Ende mit Zitrronensaft abschmecken)
2 EL Olivenöl
1 TL Kurkuma
2 EL Tomatenmark
25 g Berberitzen
40 g Mandelstifte
Salz
Pfeffer

Die Tajine (inkl. Deckel) 10 Minuten vor Kochbeginn wässern,
Die Kartoffeln waschen, schälen und in Mundgerechte Stücke schneiden (ich habe sie längs halbiert und quer geviertelt). Die Tomaten waschen und ebenfalls in Stücke schneiden. Die Schalotten waschen, schälen und fein hacken, Die konfierte Zitrone auch noch fein würfeln. 
Das Öl in der Tajine erhitzen, die Zwiebeln darin glasig dünsten, während dessen mit dem Kurkuma bestreuen. Nun Die Kartoffel- und Zitronenstücke, Tomatenmark, Berberitzen und Mandelstifte hinzufügen, alles umrühren. Mit 300 ml Wasser ablöschen. Den Deckel aufsetzen und die Dampfsperre mit Wasser füllen. Alles 15 Minuten garen. Dann die Tomaten (und evtl. noch etwas Wasser) zufügen, dabbei nicht mehr umrühren, sodass die Tomaten oben liegen. Alles für weitere 20-30 Minuten garen (nach 20 Minuten überprüfen, ob noch genug Wasser in der Tajine ist und ob die Kartoffeln schon durch sind - im Originalrezept ist die Garzeit etwas kürzer, also einfach überprüfen). Mit Salz und Pfeffer würzen.

Donnerstag, 25. September 2014

Amaranth-Dinkel-Brötchen

Wie ihr bereits wisst (oder hier nachlesen könnt), durchbreche ich ab und an gerne meine Routine im Tagesablauf, um Abwechslung zu bekommen und nicht in Gewohnheiten einzurosten.
Am vergangenen Sonntag sah das konkret so aus, dass ich so lange geschlafen habe wie ich konnte und der Morgen nicht von einem langen Lauf oder einer Laufveranstaltung dominiert war. Das habe ich mal gebraucht und es tat richtig gut. Zudem habe ich mit einer anderen Routine gebrochen: Normalerweise frühstücke ich ja ziemlich direkt nach dem Aufstehen zusammen mit der obligatorischen Tasse Kaffee. Frische Brötchen vor dem Frühstück holen oder backen ist die Ausnahme. Die die Regel bestätigt: ich habe nämlich letzten Sonntag vor dem Frühstück Amaranth-Dinkel-Brötchen gebacken. Also erst Körner abkochen und (Hefe-)teig machen und gehen lassen (dazwischen war sogar ein kleiner, ungeplanter Regenerationslauf drin ... ein gewisser Suchtfaktor lässt sich nicht leugnen ;-)), Brötchen formen und nochmal gehen lassen, dazwischen ein wenig aufräumen. Und gegen 10 Uhr gab es dann herrlichen Brotduft in der Wohnung und das langersehnte Frühstück mit Kaffee und frischen Brötchen, das ich durch das Durchbrechen der Routine (und die Wartezeit und das Hungergefühl nach dem Sport) ganz besonders genossen habe.


Zu den Brötchen: Amaranth-Dinkel-Brötchen. Das hiess erst mal Amaranth-Premiere. Endlich, nachdem mich die liebe Kulinarikus auf das Korn hingewiesen hat, als es um das Thema Eisen ging. Mich erinnert gekochtes Amaranth vom Aussehen her sehr an Quinoa, nur etwas filigraner. Mini-Quinoa-Perlen praktisch. Und vom Geschmack her ist es auch nicht allzu weit entfernt davon.
Die Brötchen hat das Amaranth schön knusprig gemacht und damit aufgepeppt. Und auch sonst hat das Dinkelmehl super geschmeckt, der Teig gar nicht nach Hefe. Und schön aufgegangen sind die Brötchen auch. Wirklich ein tolles Rezept, welches mit einem Klick zu erreichen ist: Klick.


A propos morgens frische Brötchen backen: eine elegante Variante ist natürlich, den Teig schon über Nacht gehen zu lassen, wodurch die Backzeit praktisch auf die Zeit der Brötchen im Ofen reduziert wird (z.B. die schweizer Bürli).

Dienstag, 23. September 2014

Vergleichsweise enttäuschend: "Attila's Weiße"

Nachdem die Herstellung der dunklen Schokolade (das vegane Rezept nach Attila Hildmann) bei mir schlichte Begeisterung hinterlassen hat, konnte ich nicht damit warten, mich auch an der weißen Schokolade zu versuchen. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass das im eigentlichen Sinne keine Schokolade mehr ist, mag ich ihren Geschmack ab und an sehr gerne. Von der selbstgemachten Schokolade war ich aber nicht ganz so angetan. Das Rezept ist ähnlich der dunklen Schokolade, nur dass eben auf das Kakaopulver verzichtet wird. Mir hat die weiße Schokolade aber zu sehr nach Kakaobutter geschmeckt. Die Vanille kam nicht genug durch. Und am Krokant, das ich zur dunklen Variante hinzugefügt habe, kann es auch nicht liegen. Die eine Hälfte der weißen Schokolade habe ich ebenfalls damit garniert, finde aber dennoch die dunkle besser.


Hat jemand von euch Erfahrung mit der Herstellung weißer Schokolade?

Ich werde, sofern ich nicht eines besseren belehrt werde, zukünftig dabei bleiben, dunkle Schokolade herzustellen. Und zwar genau nach dem hier vorgestellten Rezept von Attila Hildmann. Das geht in die Liste der Standardrezepte ein. Und zwar als äußerst wichtiges - Schokolade eben. Das muss ich nicht näher ausführen, oder? Ich finde es echt klasse, sie auch selbst herstellen zu können, insbesondere, wenn ich eine neue vegane Phase planen sollte. 

Sonntag, 21. September 2014

Einfacher als gedacht und selbstgemacht: Krokant-Schokolade (vegan)

Nachdem die vegetarische Ernährung mittlerweile selbstverständlich für mich ist (und das auf reiner Freiwilligkeit beruht und keinerlei Verzicht darstellt), habe ich auch mal probeweise versucht, mich für eine Woche vegan zu ernähren. Dabei sind 3 Lebensmittel herausgestochen, die für mich bei dieser Ernährungsweise auf lange Frist eine Einschränkung darstellen würden:
1. die Milch im Kaffee ... ohne dass es dann flockt, nur noch nach Soja schmeckt etc.
2. Käse
3. Schokolade

Also das Milch und Kaffee-Problem ist auch durch das Probieren mehrerer veganer Milch- und Sahneprodukte noch nicht gelöst. Käse mag ich einfach so gerne, dass hierfür auch kein Ersatzprodukt wirklichen Ersatz darstellen könnte. Aber was die Schokolade angeht, so muss ich sagen, dass sich diese Einschränkung nun endgültig relativiert hat. Zunächst mal habe ich erfreut festgestellt, dass Zartbitterschokolade oft gar keine Milchprodukte enthält und somit automatisch  vegan ist. Und wenn man sich bei gekauften Produkten nicht sicher ist, dann kann man sie einfach selbst herstellen - das ist einfacher und spaßiger als gedacht.


Dank sei Attila Hildmann, dessen Buch "vegan for fit" ich neulich in den Händen hatte. Und Carla sei ebenfalls gedankt (Herbs and Chocolate), die mir wie schon öfter einen Schritt voraus ist und neulich Schokolade nach seinem Rezept gemacht hat. Daraufhin MUSSTE ich das auch ganz schnell machen... also habe ich Kakaobutter gekauft - den Rest der Zutaten (Mandelmus, Agavendicksaft, Vanille) habe ich eigentlich standardmäßig daheim - und es konnte losgehen. Das Rezept gibt's übrigens auch hier - wenn jemand gleich genau nachlesen will oder auch sofort loslegen MUSS. Ich hab das ganze für eine Tafel mit 50 g Kakaobutter und 50 g Mandelmus gemacht - und als Zusatz noch ein wenig Krokant über die Schokolade gestreut.

Nun bin ich absolut begeistert. Erst einmal habe ich das Gefühl, wirklich was gelernt zu haben, jetzt wo ich weiss, wie man Schokolade selbst herstellen kann. Zweitens ging das wirklich einfach und schnell. Die Masse ließ sich problemlos verrühren und wurde umgehend fest. Und drittens, weil die Schokoladentafel dann so schön aussah, dass ich sie fast zu schade zum Anschneiden und Probieren fand. Aber ich hab's trotzdem getan. Und viertens bin ich vom Geschmack begeistert, sowas von lecker, schmeckt einfach so richtig nach hochwertiger Schokolade. Und durch die Eigenherstellung kann ich sie noch viel bewusster genießen. Zudem weiß ich genau, was drin ist.


Nach diesem erfreulichen Erlebnis probiere ich ganz bald die weiße Schokolade aus.