Samstag, 17. August 2013

Purismus mit Gemüse

Als ich bei Arne (Vegetarian Diaries) den Titel eines Blogbeitrages namens "Röstkartoffeln mit Aubergine, Tomaten und roten Zwiebeln" gelesen hatte, war die Sache für mich klar: das MUSS nachgemacht werden. Es handelt sich quasi um einen Gemüseauflauf pur, ohne Käse oder anderen Schnickschnack, mit kaum Fett. Das Gemüse wird nur leicht mit Salz, Pfeffer und Oregano abgeschmeckt und mit etwas Öl beträufelt, bevor es überbacken wird. Etwas Knoblauch ist auch erlaubt. Da durch nichts abgelenkt wird, kommt der feine Geschmack des Gemüses voll und ganz zur Geltung. Und dass eine solche Form des Gemüsegenusses obendrein äußerst gesund ist, erklärt sich von selbst.

Das Gericht sei allen empfohlen. Natürlich den Gemüseliebhabern, aber auch denen, die es werden wollen. Ich bin nämlich der Überzeugung, dass wir euch mit solch einem Gericht auf unsere Seite bekommen können ...


Hier geht's zum Originalrezept von Micha, von dem sich Arne hat inspirieren lassen: Patate Arraganate - Röstkartoffeln mit Tomaten, Oregano und Basilikum. Und hier, hier und hier sind Arne's Interpretationen mit u.a. Aubergine und Zucchini zu finden.


Ich habe den Auflauf zunächst mit Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln und Zucchini zubereitet. Weil's so gut war, gab's am Folgetag gleich die das Ganze in lila sprich mit Aubergine anstatt Zucchini. Wer keine Präferenz für eine dieser Gemüsesorten hegt, dem wird, genau wie mir, beides sehr gut schmecken.

Donnerstag, 15. August 2013

Buttermilchbrötchen

Nun mal wieder zu einem Thema, das hier schon eine Weile nicht mehr behandelt wurde: Brot bzw. Brötchen backen. Da ich in Bezug auf Kohlenhydratquellen gerne variiere und Hülsenfrüchte (speziell Linsen und Kichererbsen) sowie die ganzen Körner (die üblichen Verdächtigen: Quinoa, Bulgur, Couscous) einen festen Platz auf meinem Speiseplan haben, bin ich keine große Brotesserin. Und die Rolle der Brotbäckerin in der Familie fällt auch nicht auf mich. Das soll aber nicht heißen, dass ich nicht ab und zu gerne mal Brot esse oder noch besser, selbst Brot backe. Allein schon wegen dem Duft von frisch gebackenem Brot in der Wohnung lohnt es sich.

Als ich dann neulich in Annemarie Wildeisen's Backbuch über ein Rezept für Buttermilchbrötchen gestossen bin, habe ich den Brotduft in der Wohnung doch mal wieder realisieren wollen.


Die Brötchen aus Buttermilch haben nicht nur gut geduftet, sondern sich auch in der Herstellung und im Geschmack absolut bewährt. Das Rezept gibt's hier. Nur ein paar kleine Anmerkungen: 
1. Für das Mehl habe ich Weissmehl und Vollkornmehl im Verhältnis eins zu eins gemischt.
2. Das Vermengen und Gehen lassen der Hefe-Wasser-Mischung mit dem Mehl, wobei nur 2 EL Wasser auf 500 g Mehl kommen, kam mir etwas komisch vor. Aber ich habe mich einfach an das Rezept gehalten, und am Schluss kamen schöne Brötchen dabei raus. 
3. Die Brötchen habe ich, wie man sieht, mit Mohn und Sesam bestreut vor dem Backen
4. Die Backzeit betrug bei mir nur etwa 25 Minuten (und nicht 30 wie im Rezept angegeben), und das mit meinem Ofen, der mir nicht der stärkste zu sein scheint.

Montag, 12. August 2013

Gesundheitsfrühstück: Birchermüsli

In meiner neulich durchgeführten Umfrage habt ihr euch mehrheitlich Beiträge zum Thema "gesunde Ernährung" gewünscht. Dazu hab ich noch ein Ass im Ärmel, und es wird höchste Zeit, es auszuspielen. Das Birchermüsli will ich euch nicht länger vorenthalten.

Vor ziemlich genau zwei Jahren gab es bei mir schon mal einen Beitrag zu Birchermüsli. Obwohl es mir geschmeckt hat, war es aber eher eine einmalige Sache und ich bin nach etwas Abwechslung auf dem Frühstückstisch schnell wieder in meine Brötchen-Essgewohnheit am Morgen zurückgefallen. Nun bekommt das Thema Birchermüsli eine andere Dimension. Seit ein paar Monaten gibt es bei das bei mir nämlich recht oft. Ich bereite die unten angegebene Menge bestimmt ein Mal die Woche zu und habe somit ein Frühstück für zwei Tage.

Birchermüsli ist mittlerweile nicht nur gewohnheitsmäßig, sondern auch geographisch gesehen ein Heimspiel für mich. Die Erfindung geht nämlich auf den Zürcher Arzt Maximilian Bircher-Benner zurück. Aufschlussreich ist in dem Zusammenhang auch der sachkundige Artikel von Petra, die in ihrem Artikel Wer hat das Müsli erfunden? einige Informationen zum Hintergrund gibt. Interessant ist, dass laut dieser Schilderung dem geriebenen Apfel die zentrale Bedeutung zukommt.

Wer den Artikel brav gelesen hat, und wer meinen Blogbeitrag ebenfalls gelesen hat, der wird merken, dass mein Rezept sich nicht genau mit dem Original deckt. Das ist wahr, ich hab aber auch eine gute Quelle anzubieten: Das Rezept habe ich von einer Kollegin bekommen, wie es wiederum von einem Bodybuilder aus L.A. hat. Sie schwört auf das Müsli und empfiehlt es an alle Bekannten, da es beim Abnehmen hilft (Kohlenhydrate, die lange satt machen und auch sonst nur gesunde Inhaltsstoffe) und gut für die Verdauung ist.

In sehr viel Hotels und Cafés im In- und Ausland hat Birchermüsli für den gesundheitsbewussten Teil der Bevölkerung einen festen Platz auf der Speisekarte eingenommen. So habe ich mich bereits durch verschiedene Versionen durchprobiert. Nach diesen Erfahrungen habe ich das Rezept meiner Kollegin wiederum leicht angepasst, die Mengen genau bestimmt und dann kommt dabei das Rezept unten heraus. Ich habe extra ein allgemeines, anpassbares Grundrezept angegeben sowie meine Standardversion.

Wie auch immer ihr euer Birchermüsli esst: Der Apfel was bei Herrn Bircher zentral, den nicht vergessen ;-) 


Birchermüsli

für 2 Portionen

1 Apfel
30 g grobkörnige Haferflocken (nicht die feinen)
30 g Haferkleie
15 g Weizenkleie
20 g Körner (bei mir standardmäßig Sesam)
15 g Nüsse (bei mir standardmäßig gehackte Haselnüsse)
150 g Joghurt (ich würde ungesüßten Naturjoghurt empfehlen (und keinen gesüßten Pseudo-Fruchtjoghurt, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass man sich hier die Mühe macht, ein gesundes Frühstück selbst herzustellen). Wer veganes Müsli will, kann Sojajoghurt nehmen)
125 ml Milch (bei mir fettarme Milch. Auch hier kann Sojamilch für die vegane Variante genommen werden. Oder zum Beispiel auch Buttermilch)
15 ml Ahornsirup (oder ein anderes Süßungsmittel nach Wahl wie Agavendicksaft oder Honig, sofern überhaupt gewünscht)
50 g Beeren (im Sommer frische, sonst gehen auch tiefgekühlte - oder man lässt sie ganz weg)

Den Apfel reiben. Die trockenen Zutaten abwiegen und zusammen mit dem geriebenen Apfel in ein Gefäss geben. Den Joghurt hinzugeben. und mit der Milch aufgießen. Alles gut verrühren. Nach Belieben süßen. Als  letztes die Beeren vorsichtig unterheben. Das Müsli über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am Morgen kann noch etwas Milch hinzugegeben werden, wenn die Masse sehr trocken ist.

Wer morgens nicht so viel essen will, der kann die angegebene Menge auch auf drei Portionen aufteilen. Ich schwankte bei der Mengenangabe zwischen 2 und 3 Portionen. Bei mir sind es momentan 2 Portionen, aber ich frühstücke auch gut und bewege mich für meine Verhältnisse viel. Das Müsli kann man jedenfalls problemlos für 2-3 Tage im Kühlschrank lassen. Denn Sinn der Sache ist ja, dass die Haferflocken in der Flüssigkeit quellen.

Mittwoch, 7. August 2013

Auf Trendfindung in München: Frozen Joghurt

Die letzten Tage habe ich in München verbracht, meiner alten Heimat zu Studientagen. Und dort gab es auch auch einen kulinarischen Trend zu entdecken, der hier in Zürich entweder noch nicht angekommen oder bisher an mir vorbeigegangen ist (wobei ich schwer auf Letzteres tippe). Es handelt sich um Frozen Joghurt. Beim Bummeln durch Schwabing taten sich mir gleich mehrere keine Läden auf, die in Anbetracht der Sommerhitze guten Umsatz mit dem Verkauf von Frozen Joghurts machten. Mit ganz individuellem Kundenangebot (auch hier scheint sich das Paradigma aus der Marketingbranche durchgesetzt zu haben, dass auf moderne Kundenbedürfnisse mit maßgeschneiderten Lösungen reagiert werden muss): eine reiche Auswahl an Toppings, aus der man sich ein paar aussuchen (und manchmal auch im Buffetstil auf seinen gefrorenen Joghurt laden) darf. Die Palette reicht von Saucen (dunkle Schokolade, weisse Schokolade, Mango, Himbeeren, Erdbeeren ...) über frisches Obst zu Nüssen oder Süßigkeiten (M&M´s, Gummibärchen, Baumkuchenstücke ...). War eine schwere Entscheidung, wenn man nur drei Toppings zur Auswahl hat ;-)

Von diesem Trend war ich sofort überzeugt, und das aus mehreren Gründen: Gefrorener Joghurt ist kalorienärmer als Sahneeis, frisch hergestellt frei von Konservierungsstoffen und die verschiedenen Toppings, die man sich aussuchen darf, machen das ganze abwechslungsreich.


Warum also nicht selbermachen? Das habe ich mir als erstes gedacht, als ich wieder daheim in Zürich angekommen war (immer noch bei größter Sommerhitze) und mein Koffer abgestellt hatte. Da ich keine Eismaschine besitze, ist das mit der Eisherstellung im klassischen Sinne sowieso etwas schwierig, der Frozen Joghurt also eine perfekte Alternative, nebst den oben genannten Vorteilen. 

Man kann einfach einen Joghurtbecher für zwei Stunden ins Gefrierfach stellen. Um ihn anschließend aus der Form zu bekommen, habe ich ihn kurz mit heißem Wasser übergossen. Der Joghurt war außen wirklich gefroren und innen noch nicht steinhart, was ich gut fand. Dazu habe ich mir die folgenden drei Toppings ausgesucht (wir bleiben brav bei den Anglizismen, die sich hier durchgesetzt haben): ein Beerenkompott (siehe unten für das Rezept) sowie ein paar gehackte Haselnüsse und Schokowürfel (am besten qualitativ hochwertige Schokolade nehmen und selbst hacken).

In München bin ich ja praktisch permanent in Erinnerungen an die Studienzeit geschwelgt, die an so vielen Ecken der Stadt wieder wach geworden sind. Und mit dem Frozen Joghurt auf meinem Balkon bin ich dann in Erinnerungen an den jüngsten Münchenbesuch geschwelgt (den ich auch mit Frozen Joghurt verbinden werde ;-)). Wie gesagt, bei dem Trend mache ich gerne mit, und das sage ich sicher nicht über alles, was gerade angesagt ist (das beste Beispiel dafür sind die Smartphones). Egal ob ganz selbstgemacht oder in einem hübschen Laden unterwegs mitgenommen.


Beerenkompott

für 4 Portionen

250 g Heidelbeeren
250 g Himbeeren
30 g brauner Zucker
1/2 unbehandelte Zitrone (Abrieb & Saft)

Die Beeren verlesen und gründlich waschen und trocknen. Die Zitrone waschen, die Schale abreiben und dann den Saft auspressen. In einer Pfanne den Zucker erhitzen, bis er schmilzt und leicht karamellisiert. Die Herdtemperatur herunterschalten. Dann 2/3 der Beeren sowie den Abrieb und Saft der Zitrone in die Pfanne geben. Alles ca. 15 Minuten langsam einkochen lassen. Dann den Rest der Beeren unterheben und vorsichtig umrühren.

adaptiert nach einem Rezept aus der Living at Home


Samstag, 3. August 2013

Melone - gefüllt und überbacken

"Einfach mal mit Schafskäse überbacken" ... den Satz las ich in einer Zeitschrift in einem Artikel mit der Überschrift "10 Dinge, die Sie über Melonen wissen sollten". Der Kommentar zu dem Überbacken mit Schafskäse war unterhalb des Bildes einer Cantaloupe angebracht. Eine schöne Inspiration, dachte ich mir. Ich habe die ganze Sache allerdings zu einer gefüllten, mit Feta überbackenen Melone erweitert. Die Füllung ist orientalisch angehaucht, bestehend aus Bulgur, Koriander, Rosinen, Haselnüssen sowie Nelken und Zimt als Gewürze. Eben eine Eigenkreation ganz nach meinem Geschmack. Die Logik dahinter: der süße Teil der Füllung verbindet sich schön mit der Süße der Melone. Wem das mit der Füllung nach zu viel oder wem die Füllung selbst zu schräg klingt, der ist sicher gut damit bedient, die Melone "nur" mit Feta zu überbacken. Denn das an sich ist ja eine schöne Kombination.


Gefüllte und mit Feta überbackene Melone

für 1-2 Portionen

1 Cantaloupe-Melone
60 g Bulgur
20 g Haselnüsse
40 g Rosinen
1 Prise Zimt
1 Prise gemahlene Nelken
Salz
Pfeffer
50 g Feta

Den Backofen auf 180°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Den Bulgur mit 125 ml Gemüsebrühe aufkochen und bei geringer Hitze und geschlossenem Topfdeckel gar kochen (ca. 10 Minuten).

Die Haselnüsse hacken. Die Melone waschen, halbieren und schälen. Alle Zutaten für die Füllung vermengen (Bulgur, Haselnüsse, Rosinen) und mit den Gewürzen sowie Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Füllung auf die Melonenhälften verteilen. Den Feta zerbröseln und darüberstreuen. Alles im Ofen 15-20 Minuten backen, bis der Käse etwas Farbe angenommen hat.