Freitag, 11. März 2011

Die Pangasius-Lüge

Am Mittwoch Abend kam auf ARD die Dokumentation die „Pangasius-Lüge, die mit erschreckenden Bildern die Dimension, Realitäten und Auswirkungen des Fischkonsums en masse, bzw. der Billigfischindustrie am Beispiel des Pangasius verdeutlicht hat. Die Bilder von Fischfarmen in Vietnam, in die Tiere gezüchtet werden, waren ekelhaft und erschreckend. Zum ersten Mal habe ich Bilder von Aquakulturen von großen Industrieunternehmen gesehen bzw. bewusst wahrgenommen, und zur Veranschaulichung solcher Missstände hilft die bildhafte Darstellung durch das Medium Film.

Dabei durften die Journalisten in der Dokumentation lediglich eine sogenannte Vorzeigefarm in Vietnam filmen, die aber schon erschreckende Anblicke geliefert hat. Die Fische wurden praktisch in Wasserbecken gestapelt gehalten. Da sich die Fische durch die extrem hohe Fischdichte unter diesen Bedingungen sehr leicht gegenseitig verletzen und sich in dem entsprechend unsauberen Wasser schnell alle möglichen Krankheiten ausbreiten, kommen vielerlei Antibiotika und Chemikalien zum Einsatz. Schwer vorstellbar, wie schlimm es dann in den Nicht-Vorzeigebecken der großen Industriebetriebe aussehen muss. Letztendlich sterben die Fische vor der Schlachtung einen langwierigen Erstickungstod, bevor die Filets anschließend unter Einsatz von Phosphaten mit Wasser aufgebläht werden, sodass sie mehr wiegen.

Ein anderer Aspekt: Auch die Herstellung von Fischmehl aus Meeresfischen zur Fütterung der Aquakulturfische wurde dargesstellt - und damit auch gezeigt, dass es eben nicht unbedingt so ist, dass Aquakulturen die Überfischung der Weltmeere stoppen, sondern in diesem Beispiel das Gegenteil der Fall ist.

So viel zu den unschönen Realitäten. Selbstverständlich wird dies auch von den Verbrauchern gesteuert, weltweit steigende Nachfrage nach Fisch zusammen mit einer sinkenden Bereitschaft, Geld dafür zu bezahlen. Auf diesen Punkt der Verbrauchermentalität „Geiz ist geil, vor allem bei Lebensmitteln“ will ich aber jetzt nicht weiter eingehen.

Um etwas zu ändern, könnten die Verbrauchen natürlich als erstes seinen Fischkonsum einschränken. Allerdings: steigende Weltbevölkerung, steigende Nachfrage nach vielen Produkten in aufstrebenden Schwellenländern.. sieht schlecht aus. Oder die Verbraucher sind bereit, mehr Geld zur Fisch auszugeben, der unter anderen Bedingungen gezüchtet wurde. 

Etwas konkreter: Angenommen, das ist erfüllt, stellt sich nun die Frage, inwiefern ich als Konsument überprüfen kann, dass ich, wenn ich einen höheren Preis zahle, auch einen qualitativ hochwertigeren Fisch bekomme. Das Biosiegel mag in diesem Fall vielleicht eine Hilfe sein (es gibt auch ein paar Bio-Farmen), aber auch kein Allheilmittel.

Auch ich muss gestehen, vor nicht allzu langer Zeit ein Mal Pangasiusfilet gekauft zu haben, zwar nicht im Discounter, aber im Supermarkt an der Fischtheke. Der günstige Preis hat mich dabei überrascht, abgesehen davon fand ich, dass der Fisch nach gar nichts geschmeckt hat, Pangasius bzw. Billigfisch eben. Also stand nach der Erfahrung schon fest, dass es bei dem einen Mal bleiben wird.

Auch wenn einem nach so einer Dokumentation wie am Mittwoch der Appetit auf Fisch allgemein vergehen kann, wird es bestimmt nicht so lange dauern, bis ich mal wieder Fisch kaufe. Ich esse allerdings bewusst nicht besonders oft Fisch, dabei auch nur in Maßen und um die Qualität zu untersuchen, werde ich ab jetzt noch größere Mühen unternehmen. Das nächste Mal, wenn ich Fisch kaufe, werde ich genau fragen, wo dieser herkommt und bei Tiefkühlware etwas Recherche betreiben, nämlich genau die Liste der Inhaltsstoffe verschieden teurer Produkte untersuchen. Mal sehen, was dabei herauskommt.

Und wenn jemand hier Informationen posten will, an welchen Kriterien er sich beim Fischkauf orientiert (gilt für Fleisch und insbesondere andere, tierische Produkte auch), so sind Beiträge herzlich willkommen.

Mittwoch, 9. März 2011

Chocolat - der Fastenzeit zum Trotz

Vor ein paar Wochen habe ich den Film Chocolat im Fernsehen angeschaut. Der Film mag nicht weltbewegend sein, aber ich finde ihn echt niedlich. Wie Juliette Binoche als unkonventionelle und warmherzige Vianne mit ihrer Tochter Anouk in einer französischen Kleinstadt mitten in der Fastenzeit eine Chocolaterie eröffnet und die Einwohner mit ihren Schokoladenkreationen verzaubert. Eher zufällig poste ich heute zum Beginn der Fastenzeit Brownies. Ich mache nämlich weiter mit meiner Resteverwertung, Kakao und Walnüsse lagen nämlich noch angebrochen in meinem Vorratsschrank. Ich ziehe für mich persönlich keinen Nutzen aus der Tradition der Fastenzeit der Institution Kirche. Denn wenn ich mir verbiete, Süßes zu essen, dann steigert das meinen Heißhunger darauf (der Reiz des Verbotenen), und an Ostern habe ich dann das Gefühl, "jetzt erst recht" und esse viel zu viel Schokolade. Ich schränke mich lieber ganzjährig in den Mengen ein und genieße bewusst. Das ist in unserer Überflussgesellschaft meiner Meinung nach die größte Herausforderung. Ich betone, dass das meine Meinung ist. Ich finde es toll, wenn Leute es schaffen, 6 Wochen auf Süßes zu verzichten und dann sagen, dass der Genuss danach umso größer ist.

klassische amerikanische Schokoladenbrownies

Nun aber zu meinen Brownies, die ich echt perfekt finde. Das Rezept habe ich von Leuten, die lange in den USA gelebt haben. Das Originalrezept ist in Cups angegeben. Eigentlich finde ich die Volumen-Maßeinheit  gar nicht so blöd, da man nicht immer abwiegen muss. Aber da ich keinen Cup-Messbecher habe, und erst recht nicht genau 1/2 und 1/3 Cup abmessen kann, wurde das Rezept mit Hilfe von USA kulinarisch in deutsche Standardeinheiten konvertiert. 

Brownies
120 ml Öl
200 g Zucker (im Originalrezept steht 1 Cup, aber ich finde 200 g genug).
1 Pck. Vanillezucker
2 Eier
1 Prise Salz
60 g Mehl
35 g Kakao
60 g Walnüsse
evtl. Puderzucker zum Bestreuen

Zuerst die Walnüsse in Stücke hacken. Den Backofen auf 180°C vorheizen. In einer Schüssel Öl, Zucker, Vanillezucker,  die Eier und das Salz verrühren. Das Mehl und den Kakao dazusieben und weiterrühren. Als letztes die Walnüsse hinzugeben und alle Zutaten vermengen.  Die Teigmasse in eine Auflaufform geben und ca. 25 Minuten im Ofen backen.

Wenn man die Brownies nach dem Backen zunächst bei Raumtemperatur abkühlen lässt und danach in den Kühlschrank stellt, lassen sie sich auch gut in Stücke schneiden, ohne dass sie zerlaufen, obwohl sie schön saftig sind. Vor dem Servieren siebe ich zur Dekoration noch Puderzucker darüber.

Dienstag, 8. März 2011

Pie mit Ei


Meine Souffléförmchen habe ich nun zum wiederholten Male zweckentfremdet, diesmal nicht für Pudding, sondern für kleine Pies, und zwar mit Speck und Eiern. Eine sehr leckere Entdeckung! Manchmal hat Donna Hay einfach gute Ideen. Das Rezept habe ich aus ihrem Modern-Classics-Buch. Bei 80 Breakfasts hat eine andere Bloggerin das Rezept notiert und interpretiert. Ich habe einfach pro Souffléförmchen eine Scheibe Bacon 5 Minuten im Ofen bei 200°C gebacken. Dann die Förmchen mit Blätterteig ausgekleidet, je etwas Dijonsenf auf den Boden gestrichen und etwas Emmentaler darübergestreut. Schließlich habe ich die Baconscheiben in die Förmchen gelegt und ein Ei daraufgeschlagen und 20 Minuten gebacken.


Und aus der Blätterteigrest wurde auch noch passend zum heutigen Tag, den 8. März, verwertet. Und damit meine ich nicht den Faschingsdienstag. Ich hoffe, man erkennt das Symbol:

Montag, 7. März 2011

3. Versuch erfolgreich: weißer Schokopudding



Seit ich die Zitronenpuddings aus dem Ofen nach Donna Hay gemacht habe, finde ich selbst gemachten Pudding richtig toll. Nun wollte ich diesmal wieder Pudding aus dem Ofen, aber mit weißer Schokolade. Da ich nirgends ein Rezept dafür gefunden habe, musste/durfte ich selbst ran und habe ein paar Versuche gestartet. Die ersten beiden Ergebnisse waren auch essbar, aber mit zu viel oder zu wenig Butter und zu flüssig bzw. zu fest. Heute, beim 3. Versuch, fand ich das Ergebnis gut, und zwar bin ich folgendermaßen vorgegangen:

Weißer Schokopudding aus dem Ofen

für 4 (kleine, aber mächtige) Portionen

100 g weiße Schokolade
20 g Butter

75 ml Milch
2 Eier
40 g Zucker
1 gestr. EL Speisestärke


Den Ofen auf 180°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Schokolade, Butter und Milch in einem kleinen Topf auf der geringsten Wärmestufe schmelzen, dabei umrühren. Die Eier mit dem Zucker zwei Minuten schaumig rühren. Wenn der Topfinhalt geschmolzen ist, die Masse unter Rühren langsam zu der Eier-Zucker-Mischung geben. Zuletzt die Speisestärke dazugeben und nochmals alles verrühren. Die Puddingmasse in 4 Förmchen füllen. Die Förmchen am besten in eine große Auflaufform stellen und diese dann mit heißem Wasser füllen, sodass die Förmchen mindestens zur Hälfte im Wasser stehen. Das Ganze für 20 Minuten im Ofen backen. 

Anmerkung 1: Es darf sich oben ruhig eine leicht braune Kruste bilden. Falls die Puddings allerdings vor Ende der Backzeit an der Oberfläche schon zu dunkel werden, die Förmchen einfach mit Alufolie bedecken.
Anmerkung 2: Die Konsistenz der Puddings wird oben nach 20 Minuten noch flüssig sein, was so gewollt ist. Die Puddings frisch aus dem Ofen noch warm verspeisen (etwas Abkühlen lassen ist natürlich in Ordnung ... ich habe sie allerdings immer praktisch sofort gegessen, kann gar nicht sagen, ob sie kalt auch noch schmecken). 

Samstag, 5. März 2011

Linguine mit Ziegenkäse und Paprika-Kapern-Gemüse

Nach ein paar turbulenten Tagen ohne groß zu kochen, habe ich mich heute wieder nach einer warmen, selbst gekochten und in Ruhe gegessenen Mahlzeit gesehnt. Ein Mega-Kochaktion war's aber auch nicht, Nudeln mit Sauce eben, vegetarisch. Aber trotzdem eine schöne Kombination: Die Paprika zusammen mit Kapern und Ziegenkäse habe ich in einem Kochbuch für Salate gesehen und nun auf ein Nudelgericht angepasst. Zusammen mit Vollkornlinguinen hat mir das sehr gut geschmeckt.


Linguine mit Ziegenkäse und Paprika-Kapern-Gemüse

Zutaten für 2 Portionen

200 g Vollkornlinguine (oder auch normale Linguine)
je ½ rote, grüne und gelbe Paprika
2 EL Olivenöl
100 ml Gemüsebrühe
2 EL Kapern
frische Kräuter wie Petersilie und Rosmarin
60 g Ziegenkäse
Pfeffer
evtl. Salz

Die Paprika vierteln und hobeln bzw. in sehr dünne Streifen schneiden. Das Nudelwasser aufsetzen und die Linguine darin gar kochen. Während dessen in einer Pfanne 2 EL Öl erhitzen und die Paprika darin bei mittlerer bis hoher Temperatur ca. 5 Minuten anbraten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen. Wenn die Brühe weitgehend verdampft ist, die Kapern und Kräuter hinzufügen und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken (die Brühe, die Kapern und der Käse sind ja schon relativ würzig, ich würze daher gar nicht mehr mit Salz nach). Das Gemüse mit den Nudeln vermengen und servieren. Den in Stücke geschnittenen Ziegenkäse darübergeben.