Sonntag, 29. Juli 2012

Chiles en nogada - gefüllte Pfefferschoten in Walnusssauce

Jetzt wird's mal wieder literarirsch-kulinarisch: Im letzten Jahr ist habe ich auf der Suche nach einer spanischen Lektüre durch Zufall das Büchlein "Como agua para chocolate" (auf Deutsch: Bittersüsse Schokolade) von Laura Esquivel entdeckt. Es ist in einem Satz eine ganz amüsante  Liebesgeschichte, in der die Protagonistin Tita ihre Gefühle und Leidenschaft auch "verkocht".

Und ein paar Rezepte (für jeden Monat des Jahres eines) werden auch vorgestellt. Als ich das Buch gelesen hatte, habe ich mich gefragt, ob die Rezepte reine Fantasie der Autorin sind, oder ob es sich vielleicht wirklich um mexikanische Gerichte handelt, die man ja auch nachkochen könnte. Also habe ich einfach mal bei der Google-Bilder-Suche das Dezemberrezept, die "chiles en nogada" (auf deutsch in etwa: gefüllte Pfefferschoten in Walnusssauce) eingegeben. Und über das Resultat war ich wirklich überrascht. Nein, durch die vielen vorhandenen Bilder scheint das Gericht nicht nur zu existieren. Es ist sogar populär und wird mitunter als DAS Nationalgericht Mexikos bezeichnet, da die Farben grün (Pfefferschoten), weiss (Nuss-Sauce) und rot (Granatapfelkerne) die Farben der mexikanischen Flagge vereinen. Mein Wissen über die mexikanische Küche ging bis dato nicht weit über Tacos, Enchiladas, Quesadillas & Co. hinaus. 


Eine ausgiebige Kochsession während meines Urlaubs wollte ich noch durchführen. Also höchste Zeit für einen Versuch der "chiles en nogada". Die erste Zutat der Liste sind chiles poblanos. Um diese zu bekommen, bin ich in einen mexikanischen Spezialitätenladen hier in Zürich gegangen, wo ich zu meiner Freude gleich mit "buenos días" begrüsst wurde und ein paar Sätze spanisch sprechen konnten. Und fündig geworden bin ich auch noch, was die chiles angeht (s. unterstes Bild). Zu meinen anderen Einkäufen später mehr.


Das Rezept aus dem Buch (jedenfalls meiner Reclam-Version) gibt es hier auf Spanisch. Und auf folgender Seite ist auch eine deutsche Übersetzung, die bis auf ein paar kleine Unterschiede mit meinem spanischen Originaltext übereinstimmt. Für den ersten Versuch habe ich dieses Rezept benutzt, auch wenn ich mir durchaus vorstellen kann, in Zukunft mal eine vegetarische Version zuzubereiten.

Zur Zubereitung ausgehend vom deutschen Rezept: Ich habe ungefähr 1/8 des Rezeptes zubereitet, also statt 25 nur 3 Chilischoten und statt 8 nur einen Granatapfel genommen. Den Parmesan kann ich in meinem spanischen Rezept nirgends finden und habe ihn deshalb weggelassen. Und anstatt crème fraîche übersetzte ich das Original mit Frischkäse.
"Acitrón" kann mit Zitronat übersetzt werden, aber ich glaube, dass es sich hierbei um kandierte Kaktusblätter handelt. Da ich Zitronat nicht mag und beim Mexikaner nach den vergessen habe, nach den Kakturblättern zu fragen, habe ich es weggelassen und anstatt dessen ein paar getrocknete Pfirsiche verwendet.

chiles poblanos

Zum Geschmack: Zunächst habe ich mich bei der Zubereitung gewundert, wo denn die Schärfe ist. Da ich die"chiles poblanos" durch ihre Form mit ganz normalen Paprika assoziiert habe, bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass diese ja leicht scharf sein könnten. Das waren sie dann aber doch, also alles im Rahmen für ein mexikanisches Gericht (alternativ kann man natürlich Spitzpaprika verwenden  anstatt den chiles poblanos, die haben immerhin die gleiche Form).

Das Resultat: Wirklich mal was anderes, aber auch wirklich lecker. Die Füllung ist schön würzig und fruchtig, die Sauce schön frisch und nussig und die Chilis sind schön scharf. Mir war nur die Füllung etwas zu nussig, aber es kann auch sein, dass das Mengenverhältnis etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist in meiner Version, da ich die Mengenangaben einfach mal grob geachtelt habe.

Und jetzt würde ich mich gern in den nächsten Flieger nach Mexiko setzen und in einem Restaurant die "chiles en nogada" testen. Wer kommt mit? ,-)

Donnerstag, 26. Juli 2012

Kekse mit weisser Schokolade und Haferflocken

Was nimmt man mit zu einem Picknick? Diese Frage durfte ich mir am Dienstag für ein abendliches Picknick am See stellen. Kekse sind in jedem Fall eine gute Wahl. Aus diesem Grund habe ich dann crispy salted oatmeal white chocolate cookies von smitten kitchen gebacken. Der Name hört sich schon mal ziemlich verlockend an. Und legt auch schon die wichtigsten Informationen über den Inhalt offen. Weisse Schokolade, Haferflocken und etwas Salz für einen süß-karamelligen Geschmack. Das Ganze hat dann auch so gut geschmeckt wie es sich anhört, und zum Glück nicht nur mir.


Im Vergleich zum Rezept von smitten kitchen habe ich ein paar Änderungen vorgenommen, deshalb gibt es auch meine Endversion unten. Zunächst habe ich die Zuckermenge um 100 g reduziert - die Kekse waren immer noch wirklich süß. Auch ohne fleur de sel fand ich die Kekse  schon salzig genug, da in den Teig schon 1/4 TL Salz kommt. Und dann habe ich auch noch die Grösse der Kekse halbiert, da ich in der Regel kleinere Kekse schöner finde, vor allem wenn man sie bei einem Picknick verteilt. So ist nicht jeder gleich genötigt, einen Riesencookie zu essen und kann erst mal testen.


Kekse mit weisser Schokolade und Haferflocken

für 48 Stück

120 g Mehl
3/4 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1/4 TL Salz
215 g Butter
100 g Zucker
55 g brauner Zucker
1 Pck. Vanillezucker
1 Ei
180 g Haferflocken
170 g gute weisse Schokolade

Die Butter aus dem Kühlschrank stellen. Den Ofen auf 175°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen Die weisse Schokolade hacken. In einer Schüssel die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Natron und Salz) vermischen. In einer anderen Schüssel Butter, den weissen Zucker, braunen Zucker und Vanillezucker verrühren. Dann das Ei hinzufügen. Im nächsten Schritt die Mehlmischung unterrühren. Als letztes die Haferflocken und Schokolade zum Teig hinzugeben und alles zu einem Teig verrühren.
Ein Blech mit Backpapier auslegen. Darauf "gehäufte teelöffelgrosse" Portionen verteilen und zu Kreisen formen. Bei mir waren es drei Bleche, also kann man genug Abstand zwischen den einzelnen Keksen lassen, wenn man 16 pro Blech backt. Die Kekse ca. 12 Minuten backen, bis sie an den Rändern etwas Farbe annehmen (am besten vorher schon mal checken).

Dienstag, 24. Juli 2012

Moey's Blaubeer-Vanille-Tarte

Standardszenario: Am Wochenende wollte ich für meinen Besuch unbedingt was backen. Ein Spontanentschluss und daher sollte es auch schnell gehen.
Ach ja, und um diese Jahreszeit sollte es auch etwas mit frischen Beeren geben. das schreit nach Moey's Tarte mit Heidelbeeren und Vanille. Die Tarte ist bei uns allen super angekommen. Und ich finde, dass die Heidelbeeren äusserst gut zum Vanillearoma passen. Das Rezept ist so wirklich super. Kompliment an dich, Moey. 


Ich habe nur zwei kleine Abwandlungen vorgenommen: Anstatt Sahne habe ich Milch verwendet, da ich nicht extra Sahne kaufen wollte. Und was den Mürbeteig betrifft, bin ich aus Gewöhnung bei meiner Standardvariante geblieben mit doppelt so viel Mehl wie Butter, also 125 g Mehl, 62,5 g Butter, 30 g Zucker und 25 ml Wasser.

Sonntag, 22. Juli 2012

Ein Tortillarezept aus dem Spanisch-Wörterbuch

Lese ich ein Buch in einer Fremdsprache, so schlage ich auf den ersten Seiten für gewöhnlich noch einige Vokabeln nach, da ich nicht ganz am Anfang schon den Faden verlieren und ein paar Vokabeln lernen will. Dann liegt ganz klassisch das Wörterbuch neben mir, wo ich die noch bzw. manchmal auch leider wieder unbekannten Begriffe suche. Sofern ich dann aber die erste Lesephase beendet und mich in die Geschichte eingefunden habe, akzeptiere ich dann, nicht jedes Wort zu verstehen und bin zufrieden, wenn ich die Story im Grossen und Ganzen nachvollziehe. Das ständige Nachschlagen von Wörtern unterbricht den Lesefluss zu sehr.


Bei der Lektüre eines spanischen Buches bin ich zufällig auch auf ein Tortillarezept gestossen. Die Anleitung fand ich nicht ganz ausführlich genug. Aber da drücke ich natürlich ein Auge zu, denn als Wörterbuch erfüllt mein gelbes Langenscheidt-Lexikon, das ich für jede Fremdsprache besitze, die ich jemals gelernt habe seinen Zweck allemal. Zumindest für den oben beschriebenen Fall, für alle anderen Fälle gehören leo.org und linguee.com zu meinen bestfrequentierten Websites ;-)


Aber eine Inspiration war das Wörterbuch. Bis zum Umsetzung hat es dennoch gedauert, bis ich mir endlich eine kleine Pfanne mit 20 cm Durchmesser zugelegt habe.


Tortilla Española 

für eine Pfanne mit 20 cm Durchmesser - 2 Portionen

200 g festkochende Kartoffeln
1/2 Zwiebel (ca. 40 g)
4 Eier
2 EL Olivenöl
frisch gemahlener Pfeffer
Salz

Die Kartoffeln waschen, schälen und in sehr dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel waschen, schälen und fein würfeln. 
In einer Pfanne 1 EL Öl erhitzen, und die Kartoffelscheiben bei mittlerer Hitze darin braten (bei mir 15 Minuten). Dann die Zwiebeln hinzufügen, bis sowohl die Kartoffeln als auch die Zwiebeln fertig gegart sind (bei mir weitere 5 Minuten). Währenddessen die Eier in einer Schüssel verquirlen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann die Kartoffeln und Zwiebeln kurz aus der Pfanne nehmen und mit den Eiern vermischen. In der Pfanne den zweiten EL Öl erhitzen, dann die Tortillamasse in die Pfanne geben. Die Hitze auf eine niedrige Stufe zurückschalten, und bei geschlossenem Topfdeckel langsam fertig braten lassen (bei mir 20 Minuten von einer Seite). Wenn die Masse gar nicht mehr flüssig ist, die Torilla wenden und von der anderen Seite fertig garen (bei mir weitere 10 Minuten).
Die Tortilla vor dem Servieren achteln. 


Donnerstag, 19. Juli 2012

Beach Salad

Ich höre gar nicht mehr damit auf, von meiner Irlandeise zu erzählen. Ein letztes, sehr wichtiges Reiseerlebnis muss ich noch anbringen: der erste Strandbesuch seit langem - der Tag, an dem ich zum Inch Beach gefahren bin. Ganz ahnungslos habe ich mich am Morgen in den Bus gesetzt. Und als ich dann auf einmal in einer Meeresbucht mit Sandstrand stand, in grüner Umgebung, relativ menschenleer, salziger Wind um mich herum sowie das Meeresrauschen, konnte ich ich mich vor Begeisterung kaum mehr halten. Ich habe einen langen Spaziergang gemacht, ganz viele Bilder geschossen, Muscheln gesammelt ... und im Anschluss noch einen Couscous-Salat aus dem Supermarkt gegessen, den ich mir als Reiseproviant eingepackt hatte. Und der war wirklich gut, deshalb habe ich ihn zeitnah versucht, daheim nachzumachen (nachdem ich mir die Zutatenliste laut Verpackung in meinem Reisetagebuch notiert habe).

Und wie der Zufall will, habe ich im Januar einen ähnlichen Couscous-Salat mit Paprika, Rosinen und Minze im Büro gegessen, und den Salat auch so benannt. Ihn (den Salat, nicht den Samstag im Büro) habe ich auch in guter Erinnerung behalten. Die zweite, etwas aufwändigere Version aber auch, und nicht nur wegen dem Strand. Sondern auch, da sich durch die Kichererbsen, den Koriander und die Gewürzen wie Kurkuma und Kreuzkümmel der passende nordafrikanischer Touch bei diesem Couscous-Salat verstärkt wird.


Couscous-Salat mit Kichererbsen, Rosinen und Gemüse

für 2 Portionen

für den Salat:
120 g Couscous
180 ml Wasser
etwas Butter
1/2 gelbe Paprika
1/2 rote Paprika
1 Frühlingszwiebel
frischer Koriander
40 g Rosinen
80 g Kichererbsen (Dose)
1 gute Prise Kurkumapulver
1 gute Prise Kreuzkümmelpulver

für das Dressing:
2 EL Öl
2 EL weisser Balsamico-Essig
2 TL Zitronensaft
1 TL Honig
Salz
Pfeffer

180 ml Wasser zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht den Topf vom Herd nehmen, 1 Prise Salz und den Couscous hinzufügen. Bei zugedecktem Topfdeckel 5 Minuten ziehen lassen. Danach etwas Butter hinzufügen, den Couscous mit einer Gabel auflockern und abkühlen lassen.

Die Paprika und die Frühlingszwiebel waschen und in Stücke schneiden. Den Koriander fein hacken. Die Zutaten für das Dressing zusammenrühren.

Zunächst das Kreuzkümmel- und Kurkumapulver mit dem Couscous vermengen. Danach die Paprika, Frühlingszwiebel, den Koriander, die Kichererbsen und Rosinen unterheben und alle Zutaten mit dem Dressing vermischen. Es schadet nicht, den Salat vor dem Verzehr im Kühlschrank für einige Zeit durchziehen zu lassen.

Inch Beach, Kerry, Irland