Sonntag, 10. Juli 2011

Zucchiniwoche - 1. Tag: Beilagengemüse

Zucchini aus dem Gemüsegarten ... zum Teil fast 1 kg schwer

Es gab Zeiten, als ich noch Kind war, da war ich vom Gemüsegarten meiner Eltern nicht sonderlich angetan. So hatte ich als Kind ein Trauma von Kopfsalat aus dem Gemüsegarten, der nach 10-maligem Waschen immer noch mit einigen Läusen behaftet auf den Tisch kam (und nachdem zuvor die ganzen Schnecken entfernt wurden, aber sicher nicht von mir) - und das Monate am Stück. So erinnere ich mich auch an sehr angefressene Karotten, voll von Erdklumpen, nach deren stundenlanger Bearbeitung dann noch ungefähr ein Bruchteil an weiter verwertbarer Karotte übrig war. Oder wie meine Mama einen ganzen Tag lang zunächst mit der Ernte einiger Schüsseln Johannisbeeren beschäftigt war, dann mit dem Entfernen der Stiele und schließlich mit dem Einkochen zu Sirup oder Gelee. Ich konnte jedenfalls überhaupt nicht verstehen, wie man seine Zeit freiwillig mit so einem Gemüsegarten verbringen kann, wo die Verarbeitung der rauen Mengen an Erzeugnissen (im Endstadium der Arbeit mit dem Garten) auch schnell zur Verpflichtung wird. Wenn das Gemüse überhaupt so toll gedeiht, was ja eigentlich schon einen großen Erfolg darstellt.

Auch heute bin ich noch weit davon entfernt, selbst Gemüse und Obst anzubauen. Allerdings kann ich den selbst angebauten Lebensmitteln einige positive Aspekte abgewinnen. Sie sind einfach doch viel aromatischer, unbehandelt und ich bin auch überzeugt, dass die Ernte von eigenem Gemüse nach liebevoller Pflege großen Spaß macht und allein deswegen schon besser schmeckt.

Da ich ja momentan auch als Zwischenstopp bei meinen Eltern verweile, bevor ich demnächst zu arbeiten beginnen und in eine eigene Wohnung ziehen werde, profitierte ich selbst von den Erzeugnissen des Gemüsegarten und sehe alles mit anderen Augen als damals als Kind. Nun habe ich Zeit und Lust, mit frischen Lebensmitteln zu kochen. Und im Moment herrscht hier eine Zucchinischwemme ... ich verwerte seit Tagen Zucchini zu allen möglichen Speisen. So habe ich mir gedacht, dass ich auf meinem Blog auch eine Zucchini-Themenwoche starten kann. Beginnen werde ich mit Beilagengemüse, es werden aber in den kommenden Tagen noch andere, auch interessantere Varianten folgen wie Pfannkuchen, Nudeln, Salat, Suppe und ein süßer Kuchen mit Zucchini.


Zucchinigemüse 

600 g Zucchini (oder etwas mehr oder weniger, es kommt nicht genau auf die Menge an)
400 g frische Tomaten oder eine Dose Tomaten
100 g Zwiebel ( 1 normalgroße Zwiebel)
evtl. 1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl
3 EL frische, gehackte Petersilie
Pfeffer
Salz

Zwiebel waschen und kleinschneiden. Zucchini ebenfalls waschen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Mit den frischen Tomaten ebenso verfahren bzw. die Dose öffnen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel darin für ca. 3 Minuten anbraten. Dann die Zucchini hinzugeben. Den Knoblauch klein schneiden und danach beimischen. Nach ca. 5 Minuten bzw. sobald die Zucchini zu bräunen beginnen mit den Tomaten ablöschen. Alles aufkochen lassen, dann bei niedriger Temperatur einige Minuten einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die gehackte Petersilie kurz vor dem Servieren mit dem restlichen Gemüse mischen.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Es crumbelt sehr


Crumbles sind eine Sache, zu der ich dieses Jahr ganz sicher durch das Lesen von Blogs inspiriert wurde. Wie bei Gourmandises Végétariennes, bei Essen aus Engelchen's Küche, 1x umrühren bitte und Joy the baker. Dort hatte ich überall so leckere Crumbles gesichtet, das ich bei den richtig vielen Himbeeren, die wir geschenkt bekamen, eben sofort an Crumble dachte. So wie man praktisch alle Obstsorten dafür verwenden kann, sind bei den Streuseln auch alle möglichen Varianten denkbar. Zum Beispiel kann man anstatt nur Mehl ja auch Haferflocken, gemahlene Nüsse oder Kokosraspeln nehmen. Das mit den Haferflocken hätte mich auch sehr interessiert, da ich aber keine gefunden habe, gab's für den Anfang ein ganz normales Himbercrumble ohne Extras.


Himbeer-Crumble

400 g Himbeeren
100 g Mehl
70 g Butter
35 g weißer Zucker
35 g Rohrzucker
1 TL Zitronensaft

Die Butter aus dem Kühlschrank stellen und einige Minuten warten. Den Ofen auf 180°C vorheizen. Die Himbeeren waschen und in eine Form legen. Butter und Mehl mit einem Rührgerät mixen, dann Zitronensaft und den Zucker hinzufügen und weiterrühren, bis der Teig streuselartig wird. Die Streusel über den Himbeeren verteilen und für ca. 30 Minuten im Ofen backen.


Ich fand es warm sehr lecker, aber auch nach einem Tag kalt, da die Streusel dann sehr mürbe waren. 

Dienstag, 5. Juli 2011

Pastasaucen V: Pesto rosso


Nun habe ich einen Plan, den ich schon ganz lange hatte, endlich in die Tat umgesetzt: rotes Pesto selbst herstellen. Eigentlich bin ich ja der Meinung, dass man das Rad nicht immer neu erfinden muss und ändere Rezepte nicht alle aus Prinzip ab. Gern koche ich auch genau nach Rezept, wenn es mich überzeugt. Mir ist aber trotzdem aufgefallen, dass ich in letzter Zeit oft, bevor ich ein bekanntes Gericht koche, lange Zeit Rezepte durchsehe und dann doch meine eigene Variante zusammenstelle. So ist es mir heute auch gegangen. Die Pestorezepte haben sich doch in der Ölmenge, der benutzten Kräuter, Gewürze und anderen Extras ziemlich unterschieden. Lediglich die getrockneten Tomaten sind buchstäblich der "rote Faden" bei der Geschichte. Deshalb habe auch ich mir mein eigenes Pesto nach meinem Geschmack kreiert.


Pesto rosso

1 Glas in Öl eingelegte, getrocknete Tomaten (340 g)
entweder das Öl der Tomaten oder alternativ qualitativ hochwertiges Olivenöl
50 g Pinienkerne
75 g frisch geriebener Parmesan 
2 Knoblauchzehen 
10 Basilikumblätter
Chilipulver/Cayennepfeffer
Salz
Pfeffer

Die Pinienkerne in einer Pfanne anrösten und beiseite Stellen. Die Tomaten aus dem Glas abgießen, dabei das Öl auffangen. Tomaten, Pinienkerne, Parmesan, Knoblauch und Basilikum entweder in einem Mörser zerstampfen, oder in einem Mixer oder mit dem Pürierstab. Es kann unter Umständen helfen, die Tomaten und das Basilikum im Voraus mit dem Messer etwas klein zu hacken. Ca. 3/4 der abgegossenen Ölmenge (wie oben vermerkt entweder das Öl, in dem die Tomaten eingelegt waren, oder  (und besser) gutes Ölivenöl in der gleichen Menge) nach und nach einrühren, bis das Pesto die gewünschte Konsistenz erreicht. Mit Salz, Pfeffer und Chili gut würzen. 


Pesto kann man ja sehr vielseitig verwenden. Bei uns gab's das Pesto heute zunächst mit Nudeln. Wir haben die Hälfte der Pestomenge mit 500 g gekochten Nudeln und 3 EL des Nudelwassers (der Tipp ist mir bei der Recherche heute des Öfteren im Internet begegnet) vermischt. Genauso wie der Tipp, dass sich das Pesto im Kühlschrank mit einer Ölschicht bedeckt ewig hält. Aber jetzt höre ich mal auf mit meinen Ratschlägen, die ja nun wirklich keine Geheimtipps sind.

Sonntag, 3. Juli 2011

Saltimbocca a la romana

Lange hat's gedauert bis ich hier mal ein ordentliches Fleischgericht präsentiere. Oft muss es bei mir ja wirklich kein Fleisch geben, aber als Ausnahme mit hochwertigem Fleisch ist es dann doch ein Genuss, vor allem wenn selbst gekocht. Heute habe ich mich für einen italienischen Klassiker mit Kalbsschnitzel, Schinken und Salbei entschieden. Als Dilettant beim Kochen mit Fleisch war das Mittagessen für fünf Personen mit 700 g Kalbsschnitzel und zwei Pfannen eine Herausforderung mittleren Grades für mich, sodass ich ganz froh war, dass mein Vater mir assistiert hat, bzw. ich ihm. Dann ist im Ergebnis auch alles gut geworden. Fast freiwillig sprang einem dann das Schnitzel in den Mund ... es musste nur ein wenig mit der Gabel nachgeholfen werden.

Saltimbocca mit Salzkartoffeln und Kopfsalat

Saltimbocca a la romana

für 4 Portionen

600 g Kalbsschnitzel
100 g in sehr dünne Scheiben geschnittener, roher Schinken
einige Salbeiblätter (ca. 10-12)
40 g Butter
200 ml Weißwein
Salz
Pfeffer

Die Kalbsschnitzel dünn klopfen und evtl. halbieren. Jedes Stück Fleisch mit einer Scheibe Schinken und einem Salbeiblatt belegen und mit einem Zahnstocher fixieren. Die Butter auf zwei Pfannen verteilt heiß werden lassen und die Schnitzel bei mittlerer bis starker Hitze von beiden Seiten ca. 5 Minuten anbraten. In jeder Pfanne mit einem guten Schuss Weißwein, je ca. 75 ml, ablöschen. Einmal aufkochen lassen und dann das Fleisch bei geringer Hitze und mit Deckel für weitere 15-20 Minuten in der Pfanne garen lassen. Wenn die Flüssigkeit schon vor Ende der Garzeit verdampft ist, mit etwas mehr Wein ablöschen. 

Freitag, 1. Juli 2011

Cheesecake - New York style

Als ich diesen Käsekuchen auf amerikanische Art zum allerersten Mal gegessen habe, dachte ich nur: Käsekuchen habe ich irgendwie nicht so gut in Erinnerung, dieser Kuchen ist verdammt lecker. Ich bin seitdem ein Anhänger der Käsekuchen mit Frischkäse anstatt Quark, denn davor hat mich Käsekuchen nie besonders gereizt. Den Keksboden habe ich auch durch dieses Rezept kennen gelernt, seitdem aber oft wieder gesehen und gebacken. Der Guss aus Crème fraîche passt auch noch perfekt dazu.

Amerikanische Rezepte gelten ja in unseren Sphären als sehr süß, das ist dieser Kuchen im Original auch. Daher habe ich die Zuckermenge für das Süßeempfinden des europäischen Gaumen heruntergeschraubt sowie die Mengen für meine Springform mit 24 cm Durchmesser angepasst.


Cheesecake - New York style

für eine Springform mit 24 cm Durchmesser


für den Boden:
16 Löffelbisquits
60 g Butter

für die Füllung:
450 g Frischkäse
100 g Zucker
1 Pck. Bourbon-Vanillezucker
1 Prise Salz
3 Eier

für den Guss:
200 g Crème fraîche
15 g Zucker

Den Ofen auf 180°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Die Löffelbisquits zerkrümeln (diese dazu zum Beispiel in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Teigroller (Zweckentfremdung ;-) zertrümmern). Die Butter für den Boden schmelzen und anschließend mit dem Zucker und den Krümeln vermengen. Den Boden einer Form damit auslegen. Frischkäse, (Vanille-)zucker und Salz in einer Schüssel gut verrühren. Die Eier nacheinander einzeln einrühren. Die Füllung auf den Keksboden geben und alles für 30 Minuten backen. Crème fraîche und Zucker für den Guss verrühren und nach der halben Stunde Backzeit über den Kuchen geben. Alles für weitere 10 Minuten im Ofen backen.