Dienstag, 11. Juli 2023

Auf Rezeptesuche mit KI: Pasta e fagioli

Habt ihr schon mal Chat GTP nach einem Rezept gefragt? Ich hab neulich nach einem Zucchini-Rezept gefragt und das vorgeschlagene Rezept klingt gut (noch nicht ausprobiert). Die Unterhaltung war ebenfalls angenehm ;-)

Und habt ihr mitbekommen, dass die Zeitschrift "Lisa - Kochen und Backen" vom Burda-Verlag neulich ein Heft mit 99 Pasta-Rezepten rausgebracht hat, welches komplett von einer KI erstellt wurde? Aus Neugier habe ich es mir gekauft. Wenn man es weiß, sehen die Bilder schon ein wenig künstlich aus. Aber wenn man es nicht weiß, wie die Zeitschrift erstellt wurde ... hm, kann sein, dass es einem nicht auffällt. Auch wenn es definitiv kunstvollere und stilvollere Magazine und Kochzeitschriften gibt.
Aber ich brauche in diesem Fall keine großen Töne spucken, da mein Bild auch nicht besonders appetitlich ist. Eines der Sorte "hungrig schnell noch ein Foto mit dem iPhone machen und dann essen".

Und die Rezepte? Klingen auch nicht schlecht. Gut, das tun Pastarezepte sowieso nie und man kann ja bekanntlich auch nicht genug haben. So bin ich in der Zeitschrift fündig geworden und habe einen italienischen Nudeleintopf "Pasta e fagioli" ausprobiert.

Ich habe am Rezept allerdings ein paar Dinge geändert (mehr Gemüse), so ist mir nicht eingeleuchtet, warum ich bereits gekochte Bohnen länger als ungekochte Pasta köcheln lassen soll. Aber sehr lecker waren die würzigen Nudeln mit Gemüse, Bohnen, Misopaste und Gewürzen. Unten meine Version des Rezeptes.

Pasta e fagioli

für 4-6 Portionen

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Karotte
1 Zucchini
4 Stangen Sellerie
1 rote Chilischote (optional)
2 EL Olivenöl
240 g weiße Bohnen (gekocht, aus der Dose)
240 g Kidneybohnen
1 Lorbeerblatt
1,2 l Gemüsebrühe
2 EL Tomatenmark
400 g kurze Nudeln
2 EL Misopaste
Salz, Pfeffer
geriebener Parmesan

Zwiebel und Knoblauch schälen und feinhacken. Die Chilischote waschen, entkernen und ebenfalls sehr fein hacken. Das Gemüse waschen und in kleine Stücke schneiden.

Das Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und die Chilischote kurz darin anbraten, dann das restliche Gemüse hinzufügen und weitere 5 Minuten braten.

Gemüsebrühe, Tomatenmark und die Pasta hinzufügen. Lorbeerblatt und Tomatenmark ebenso. Alles ca. 15 Minuten köcheln lassen, evtl. mehr Wasser hinzufügen. 

Dann die Bohnen dazugeben und heiß werden lassen, die Misopaste einrühren und alles mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken. Mit Parmesan bestreut servieren.

Die Ausgabe der Lisa, die komplett von einer KI erstellt wurde



Sonntag, 25. Juni 2023

Im Kräuterglück: Hollunderküchlein statt Sonntagskuchen

Es ist hier im Bodenseegebiet schon eine Herausforderung einen "nicht privaten" Hollunderstrauch zu finden (anders im Schwarzwald, wo der Holunder auch Ende Juni noch blüht). Aber gestern sind wir fündig geworden und haben richtig tolle Dolden gesammelt. Diese herrlich duftenden Gebilde werden getrocknet und ich hoffe, der Tee wird uns im Winter schmecken und uns schnell über alle Erkältungssymptome weghelfen. In der Hoffnung, dass weitere Dolden über über Nacht reif geworden sind, sind wir in aller Frühe zu "unserem" Hollunderstrauch geradelt und siehe da: Die Ernte hat gereicht für eine tolle Kaffeetafel für Zwei. 


Ich muss gestehen, ich bin total unerfahren, was Hollunderküchlein angeht. Meine Mama hat sie in meiner Kindheit nie gemacht und entsprechend habe ich mich angestellt beim Ausbacken. Ich habe immer die Bilder angeschaut im Internet und war sehr unschlüssig, in welchem Topf oder Pfanne mit welcher Menge Öl (möglichst nicht so viel) sie ausgebacken werden. Ich werde mich diesbezüglich nochmals bei erfahrenen Hollunderblütenbäckern erkundigen, wie sie das machen. Jedenfalls haben uns die mit Zucker-Zimt bestreuten Exemplare super geschmeckt.


Als Teig habe ich einen klassischen Pfannkuchenteig zubereitet. Unsere frisch geschlüpften Dolden habe ich nicht gewaschen, damit sie ihr Aroma nicht verlieren. Ich habe sie aber ausgeschüttelt,  falls sich doch noch irgendwelche kleinen Tiere eingenistet haben. Wichtig ist, dass alle Hollunderblüten ganz geöffnet sind, weil sie Küchlein sonst bitter schmecken. Zum Ausbacken habe ich Sonnenblumenöl verwendet.


Man macht wie gesagt einen Pfannkuchenteig, der etwas dickflüssig ist. Die Dolden hält man am Stängel, taucht sie in den Teig ein bis alle Blüten mit Teig bedeckt sind, nimmt sie wieder raus und lässt sie etwas ablaufen. Dann kommen sie in das heiße Öl, dabei am Anfang hin- und herbewegen, dass sich der Teig in den Zweigen verteilt. Wenn sie unten schön hellbraun sind, herausnehmen und auf Küchenkrepp das überschüssige Fett ablaufen lassen. Mit Zucker und Zimt bestreuen und möglichst warm genießen.

Dienstag, 13. Juni 2023

Auf mich eingestrudelt: Klassischer Wiener Apfelstrudel

Dass es auf diesem Blog nach all den Jahren noch kein Apfelstrudel-Rezept gibt, ist unglaublich! Ich liebe Apfelstrudel, es hat sich aber irgendwie nie ergeben, dass ich ihn selbst zubereite. Obwohl meine erste und letzte Erfahrung mit Strudelteig vor einigen Jahren positiv war, als es Quarkstrudel und Gemüsestrudel gab.

Manchmal kommen die Dinge aber einfach auf einen zu. In einem Roman, den ich gelesen habe, stand ein Rezept für Apfelstrudel. Und kennt ihr das Kinderlied »Apfelstrudel«? Man kann es zum Beispiel hier sehen und hören. Mein Sohn hat es geliebt und kam bei dem Lied aus dem Quietschen gar nicht mehr raus. Diese Assoziation mit Apfelstrudel wird mir wohl auf ewig bleiben ...
Jedenfalls liebe ich Apfelstrudel auch zum Essen und bestelle ihn auch gerne im Café. Jetzt, endlich, endlich, habe ich ihn nach dem Familienrezept auch einmal selbst gemacht.

Er ist unglaublich lecker - so schön obstlastig und der Strudelteig ist so schön knusprig, was sich toll ergänzt. Bei mir gehören die Rumrosinen dazu - wir machen dann immer drei Strudel und je nach Vorlieben die einzelnen Strudel mit oder ohne Rosinen. Ich habe am liebsten Vanillesauce dazu - im Idealfall selbstgemachte.

Apfelstrudel ist natürlich aufwendiger als ein Rührkuchen mit Äpfeln - aber wenn man sich Mühe gibt und Zeit nimmt, finde ich das mit dem Strudelteig absolut machbar. Und vor allem lohnenswert. 

Apfelstrudel

für 2-3 Strudel

Teig:
1 Portion Strudelteig

Füllung:
ca. 1,8 kg mürbe Äpfel
100 g Zucker
1 TL Zimt
1 EL Rum
1 EL Zitronensaft
150 g Rosinen (optional, plus 1 EL Rum)
100 g gehackte Haselnüsse (Mandeln gehen auch)
100 g Butter (Margarine geht auch)
60 g Semmelbrösel (Paniermehl geht auch)
100 ml Sahne

zum Servieren:
Puderzucker
Vanilleeis oder Vanillesauce

Die Rosinen im Rum zwei Stunden vor Backbeginn einweichen. Den Strudelteig nach dem Grundrezept zubereiten und im Anschluss 20-30 Minuten in eine Klarsichtfolie gewickelt ruhen lassen.

Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen, in dünne Schnitze schneiden. Mit Zucker, Zimt, Rum, Zitronensaft, Rosinen und Nüssen vermischen.

Butter im Topf schmelzen. Den Strudelteig portionsweise ausziehen, erst mit zerlassenem Fett bepinseln, dann mit Paniermehl bestreuen und die Füllung portionsweise darauf geben. Den Strudel aufrollen, auf gefettete Blech legen und mit dem übrigen Fett bepinseln.

Im vorgeheizten Backofen ca. 40 Minuten backen; nach 20 Minuten mit Sahne bestreichen.

Den Strudel warm oder kalt mit Puderzucker bestäubt und Vanilleeis oder Vanillesauce servieren.


Hier noch die Fotostrecke zur Zubereitung:







Dienstag, 6. Juni 2023

Im Kräuterglück: Wildkräutersenf mit Fichtensprossen


Ich bin tatsächlich im Kräuterglück in diesem Frühjahr. Kräuter liebe ich ja schon immer. Da ich jetzt eine Ausbildung als Kräuterpädagogin begonnen habe, bin ich schon deshalb ganz motiviert, in diesem Frühjahr möglichst viele heimische Wildkräuter kennenzulernen. Ein gewisser Druck kommt bei mir auf, was ich zuerst tun soll. Wildkräuter sammeln solange sie noch zart sind, die Pflanzen ganz genau betrachten und bestimmen, neue Pflanzen kennenlernen, Blüten und Blätter zum Trocknen sammeln, Pflanzen für mein Herbarium pressen, neue Rezepte ausprobieren und, und, und ... Es macht großen Spaß.

Achtung: Ich möchte auch nochmals darauf hinweisen, dass man unbedingt darauf achten muss, nicht die giftige Eibe zu verwenden. Deshalb bitte vor der Ernte genau informieren!!


Das folgende Rezept ist aus dem schönen Buch "Wildkräuter" von Martina Merz. Diese ersten Fichtensprossen die ich verwendet habe, stammen tatsächlich aus dem richtigen Wald im Schwarzwald. Aber ich habe eine Quelle ganz in der Nähe bei mir Zuhause ausfindig gemacht!!
Die jungen Fichtentriebe kann man Ende Mai/Anfang Juni ernten solange sie noch hellgrün und ganz zart sind. Sie schmecken zitronig erfrischend und haben einen leicht harzigen Geschmack. Dabei sind sie auch noch gesund, weil sie viel Vitamin C, Mineralstoffe, ätherische Öle und Harze enthalten.

Wildkräutersenf mit Fichtensprossen

für ein kleines Glas

2 EL  zarte Fichtensprossen
1 TL Apfelessig
4 EL guten körnigen Senf
2 EL flüssigen Honig (z.B. Akazienhonig)

Die Fichtensprossen sehr fein hacken.
Alles vermischen und in ein Glas füllen.
Diesen Wildkräutersenf ein paar Tage, mindestens aber über Nacht ziehen lassen.

Freitag, 26. Mai 2023

Im Kräuterglück: Grüne Frühlingssuppe mit Leinsamen-Crackern


Schon wieder eine Wildkräutersuppe. Dieses Mal ein Rezept aus der Zeitschrift Landlust Frühlingsküche. Noch ist eine gute Zeit zum Kräuter sammeln, denn wenn das Jahr fortschreitet werden viele Kräuter herber und bitterer. Dieses Mal sind Brennnesseln, Knoblauchsrauke, Schafgarbe, Spitzwegerich, Brunnenkresse, Giersch, noch ein paar Blätter vom Löwenzahn und Hirtentäschel drin. Die Kartoffeln und die Sahne runden die Suppe ab und machen sie sämig.
Man glaubt nicht, was das für ein Berg Kräuter ist, der reinkommt.
Die gesunden Cracker mit hauptsächlich Leinsamen und Sesam passen hervorragend dazu. 


Grüne Frühlingssuppe mit Leinsamen-Crackern

Cracker:

70 g geschrotete Leinsamen
2 EL Sesam
1 1/2 TL Olivenöl
1/2 TL Salz
30 g Weizenvollkornmehl
1/2 TL Kurkuma
1/2 TL Backpulver

Die geschroteten Leinsamen in einer Schüssel mit 100 ml Wasser übergießen und 20 Minuten einweichen. Dann Sesam, Olivenöl und Salz untermengen. Das Mehl mit Backpulver und Kurkuma vermischen und ebenfalls untermengen.
Jeweils 2 Teelöffel Teig auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzten und mit einer feuchten Gabel zu einem Kreis (Durchmesser 7 cm und 2 mm dick) flach drücken. Etwa 25 Teigkreise herstellen.
Im vorgeheizten Backofen (170 Grad C°) etwa 20 Minuten backen.
Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.


Suppe:

für 4 Portionen

400 g gemischte Wildkräuter
bei mir: Brennnessel, Hirtentäschel, Spitzwegerich, Brunnenkresse, Schafgarbe, Giersch
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
5 mehlig kochende Kartoffeln
1 EL Butter
750 ml Gemüsebrühe
150 ml Sahne
Salz
Pfeffer
etwas Zitronensaft

Die Wildkräuter putzen und waschen. Einige Blätter beiseite legen, den Rest grob hacken.
Die Schalotten, den Knoblauch und die Kartoffeln schälen und fein würfeln. Die Butter in einem Topf erhitzen und Schalotten, Knoblauch und Kartoffeln darin anschwitzen.
 Die Brühe zugeben und alles 15 Minuten köcheln lassen. Die Sahne angießen und kurz aufkochen. Die gekackten Wildkräuter zugeben und die Suppe pürieren. 
Nochmals kurz aufkochen. 
Die Suppe mit den Wildkräuterblättern garniert servieren.
 Dazu die Cracker reichen.